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Park Güell - Eine Gartenstadt in Barcelona

Zuletzt aktualisiert: 18/02/2026
Alex

Der Park Güell ist eine der beliebtesten und meistbesuchten Sehenswürdigkeiten in Barcelona. Dabei können wir von Glück reden, ihn überhaupt betreten zu dürfen. Denn eigentlich war der Park Güell als exklusive Wohngegend für wohlhabende Familien geplant.

Erschaffer des Park Güell war kein anderer als Antoni Gaudí und wie man das von Barcelonas berühmtesten Architekten gewohnt ist, ist der wunderschöne Park nicht nur phantasievoll gestaltet, sondern auch bis ins kleinste Detail durchdacht und zweckmäßig.

Das Projekt Gartenstadt scheiterte letztendlich am mangelnden Interesse potentieller Käufer, denen der Park Güell zu weit ab vom Schuss lag.

Was es in der denkmalgeschützten Zone des Parks und auf dem restlichen Parkgelände zu sehen gibt, erzähle ich euch in diesem Beitrag.

Hinweis: Dieser Beitrag enthält Ticket Symbol.Affiliatelinks/Werbelinks. Wenn ihr eure Tickets über einen dieser Links bucht, bekomme ich vom Anbieter eine Provision.

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Park Güell, 08024 Barcelona

Lesseps L3 

Hop On Hop Off Bus Station Park Güell

Inklusive im Barcelona Pass, Go City Barcelona Pass

Wie kommt man zum Park Güell?

Der Park Güell ist eine der wenigen Sehenswürdigkeiten in Barcelona, die nicht direkt an einer Metro-, Zug- oder Busstation liegen. Egal ob man mit den öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit den Hop-On-Hop-Off Bussen anreist, muss man bis zum Park Güell mit einem Fußmarsch von c.a. 15 Minuten rechnen.

Da der Park Güell auf einer Hügelkette liegt, erfolgt der Fußweg bergauf, teilweise wird der Weg durch mechanische Rolltreppen erleichtert.

Die Haupteingänge befinden sich im südlichen Teil des Parks am Carrer d'Olot, jeweils links und rechts von der denkmalgeschützten Zone.

Wer mit den Hop-On-Hop-Off Bussen unterwegs ist, gelangt am besten über den östlichen Seiteneingang an der Carrer de Carmel in den Park. Ein weiterer Eingang befindet sich auf der Westseite des Parks. Die nördlichen Eingänge über dem öffentlichen, bewaldeten Teil des Parks sind ausschließlich für Anwohner gedacht.

Mit der Metro zum Park Güell

Mit der Metrolinie L3 gelangt man bis zur Haltestelle Lesseps. Von dort sind es ca. 15-20 Minuten Fußmarsch bis zum Eingang des Park Güell.

Von der Metrostation Lesseps folgt man der verkehrsreichen Straße Travessera de Dalt ca. 580 Meter, biegt links auf die Avinguda del Santuari de Sant Josep da la Muntanya ab und folgt dieser, teilweise über eine Rolltreppe, bergauf bis ans Ende zum Eingang an der Carrer d'Olot (lila Weg auf der Karte).

Alternativ kann man zu Fuß die Carrer Larrard entlanggehen, die parallel zur Avinguda del Santuari de Sant Josep de la Muntanya verläuft. So gelangt man direkt in die monumentale Zone (die Eingänge liegen jeweils links und rechts). Auf dieser Strecke gibt es keine Rolltreppen. Für den Rückweg zur Metrostation ist dies jedoch der direkteste Weg.

Mit dem öffentlichen Linienbus zum Park Güell

Der Park empfiehlt die Linien H6 und D40 bis zur Haltestelle Av. Travessera de Dalt, die in der Nähe der Metrostation Lesseps liegt. Der Fußweg führt wieder über die Avinguda del Santuari de Sant Josep da la Muntanya bis zum Eingang des Parks.

Alternativ führt die Buslinie 24 von der Plaça de Catalunya (Haltestelle Rambla Catalunya) bis in die Nähe des oberen Seiteneingangs an der Carrer de Carmel (Haltestelle 1223 - CN Catalunya-Park Güell). Von der Haltestelle bis zum Eingang geht man ca. 5 Minuten und innerhalb des Parks legt man bis zur denkmalgeschürten Zone nochmal ca. 10 Minuten zurück. Die Fahrtdauer ab Plaça Catalunya beträgt ungefähr 30 Minuten.

Mit dem Hop-On-Hop-Off Bus zum Park Güell

Bus Turístic: Haltestelle Park Güell (blaue Route)
Barcelona City Tour: Haltestelle 13 Park Güell (Ost-Route)

Auch die Hop-On-Hop-Off Busse halten nicht direkt am Park Güell, sondern etwa 600 Meter entfernt. Bis zum Eingang an der Carrer del Carmel (an der östlichen Seite des Parks) sind es über die Av. Pompeu Fabra ca. 10 Minuten Fußmarsch bergauf.

Alternativ kann man über die Carrer de Larrard zum Eingang Carrer d'Olot gehen, der Weg beträgt 15 Minuten zu Fuß, dafür gelangt man näher an die denkmalgeschützte Zone als über den Seiteneingang.

Auf der Karte oben ist die Strecke von den Haltestellen zum Park Güell dunkelblau markiert. Die Haltestellen des Bus Turístic und der Barcelona City Tour liegen wenige Meter voneinander entfernt.

Mit dem Hop-On-Hop-Hop-Off Bus durch Barcelona.

Zu Fuß zum Park Güell

Ich werde immer wieder gefragt, ob man von der Sagrada Familia zu Fuß zum Park Güell gehen kann. Ich rate davon ab. Abgesehen davon, dass der Weg bergauf führt, ist er auch nicht besonders interessant und führt durch einen Stadtteil, der nicht besonders sehenswert ist. Spart euch lieber eure Kräfte, denn in Barcelona werdet ihr viel zu Fuß unterwegs sein.

Öffnungszeiten des Park Güell

Eintrittszeiten für Besuche (jeweils erster und letzter Eintritt):

  • 1. Januar - 6. Februar: 9:30 - 17:30 Uhr
  • 7. Februar - 28. Februar: 9:30 - 18:00 Uhr
  • 1. März - 30. Juni: 9:30 - 19:30 Uhr
  • 1. Juli - 31. August: 9:00 - 19:30 Uhr
  • 1. September - 24. Oktober: 9:30 - 19:30 Uhr
  • 25. Oktober - 31. Dezember: 9:30 - 17:30 Uhr

Zwischen 7 bis 9 Uhr und 20 bis 22 Uhr ist der Park ausschließlich für Anwohner und Teilnehmer am Gaudir-Més-Programm geöffnet.

Blick auf Barcelona durch ein Loch im Gestein.

Park Güell Eintrittspreise & Online Tickets

Mittlerweile kostet das gesamte Parkgelände Eintritt. Die monumentalen Zone um die Salamandertreppe wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt und steht unter Denkmalschutz.

Nördlich befindet sich der für die Öffentlichkeit zugängliche bewaldete Teil des Parks, wo allerdings keine Spuren von Gaudí zu finden sind.

Die Tickets sind ausschließlich Online erhältlich und können über die offizielle Webseite des Parks (parkguell.barcelona) oder über GetYourGuide gekauft werden. In letzterem Fall erhebt der Anbieter eine Gebühr.

Über offizielle WebseiteTicket Symbol. Über GetYourGuide
Führung auf Deutschnicht verfügbar32 EUR
Standard Eintritt18 EUR21,50 EUR
Senioren 65 Jahre +13,50 EUR16 EUR
Behinderte Personen + Begleitperson0 EUR
13,50 EUR
nicht verfügbar
Kinder 7-12 Jahre13,50 EUR16 EUR
Kinder 0 - 6 Jahre0 EUR 0 EUR

Kinder unter 7 Jahren müssen ebenfalls im Besitz einer Eintrittskarte sein, die kostenfrei dazu gebucht werden kann.

Die Online-Tickets werden nach Buchungsabschluss per E-Mail zugeschickt und können direkt auf dem Handy am Parkeingang vorgezeigt werden. Das ausgewählte Datum und die Uhrzeit müssen eingehalten werden. Es wird ein Zeitfenster von 30 Minuten gewährt, danach verliert man das Recht auf Eintritt.

Wann ist die beste Zeit, um den Park Güell zu besuchen?

Die beste Zeit, um den Park Güell zu besichtigen, ist am frühen Vormittag direkt nach Öffnung. Bereits zwischen 10 und 11 Uhr füllt sich der Park mit Besuchern und vor allem die Treppe mit Gaudis berühmtem Salamander ist dann oft überfüllt. Im Sommer kann es mittags außerdem sehr heiß werden und Schatten ist knapp in der monumentalen Zone.

Ein Besuch lohnt sich auch abends beziehungsweise spätnachmittags, vor allem, wenn man auf einen der Aussichtspunkte steigt. Allerdings ist der Park dann voller als am frühen Vormittag.

Wie lange braucht man für den Park Güell?

Für die Besichtigung des Park Güell sollte man mindestens 1,5 Stunden einplanen. Die denkmalgeschützte Zone mit dem Salamander und der Wellenbank ist zwar relativ übersichtlich, aber man sollte sich Zeit nehmen, um auch den Rest des Parkgeländes zu entdecken. Dazu muss noch die Anfahrt berechnet werden.

Allgemeine Info und Parkvorschriften

Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren müssen in der monumentalen Zone von einer erwachsenen Person begleitet werden.

Der Park besteht aus vielen unebenen Wegen und Treppen und Personen mit eingeschränkter Mobilität könnten aufgrund der architektonischen Beschaffenheit des Park Güells Schwierigkeiten haben, sich fortzubewegen. Der Park verfügt aber über eine für Rollstuhlfahrer zugängliche Route.

Hunde müssen angeleint mitgeführt werden und haben keinen Zugang zur denkmalgeschützten Zone (Salamander, Plaça Natura etc.), um die "Sicherheit aller Personen und des Denkmals zu gewährleisten". Im nördlichen Teil des öffentlichen Parks können Hunde von der Leine gelassen werden.

Als Anwohner kostenfrei in die monumentale Zone des Park Güell

Wer in Barcelona wohnt oder sich längere Zeit dort aufhält, kann sich für Gaudir Més registrieren und erhält damit freien Eintritt zur Monumentalen Zone des Park Güell und weiteren Sehenswürdigkeiten in Barcelona. Das Programm richtet sich nicht an Touristen.

Die denkmalgeschützte Zone

Der Park Güell war eigentlich als exklusive Wohnsiedlung gedacht, umgeben von einer Mauer und nur einem einzigen Eingang mit einer Rezeption und einem Pförtner.

Das Haupttor zum Park Güell, zwischen dem Haus des Pförtners und der Rezeption.
Das Tor mit dem Haus des Pförtners auf der linken und der Rezeption auf der rechten Seite

Das Haus des Pförtners (la Casa del Guarda ) und das Rezeptionsgebäude (Pavelló de Consergeria) sind einige der wenigen Gebäude im Park Güell, die tatsächlich fertiggestellt wurden - auch wenn sie nie ihren ursprünglich geplanten Zweck erfüllten.

Im Inneren der Casa del Guarda kann man sich heute über die Geschichte des Park Güell informieren. Im Pavelló de Consergeria ist ein Souvenirladen untergebracht, wo man unter anderem kleine Miniatursalamander erwerben kann, deren großer Bruder einer der Hauptattraktionen des Park Güell ist.

Blick vom Balkon des Platzes auf die Casa de Guarda und Barcelona.
Die Casa del Guarda vom Balkon des Plaça de la Natura gesehen

Die drei Hauptattraktionen des Park Güell sind funktionell eng miteinander verbunden. Bei allem was er schuf, hat Gaudí sich etwas gedacht und es sieht nicht nur märchenhaft aus, sondern erfüllt auch immer einen strukturellen oder praktischen Zweck. Seine größte Inspiration war die Natur, die er vor allem im Park Güell stark in seine Architektur mit einbezog.

Antoni Gaudí verbrachte einen Teil seiner Kindheit auf dem Bauernhof der Familie und seine Kenntnisse in Landwirtschaft und Bewässerung kamen ihm bei der Planung des Park Güell zugute. Um die Menschen und Pflanzen der Siedlung mit Wasser zu versorgen, heckte er folgende Konstruktion aus:

  • Plaça de la Natura - der Platz mit der geschwungenen Bank war als Treffpunkt der Gemeinde geplant. Durch die Erde sickerndes Regenwasser wird unter dem Platz aufgefangen und durch Rohre nach unten geleitet.
  • La Sala Hipóstila - das Regenwasser fließt durch die Rohre im Inneren der Säulen, die die Markthalle unter dem Platz stützen, in eine unterirdische Zisterne ab.
  • Die Drachentreppe - der Drache, oder Salamander, ist einer von 3 Wasserabläufen, über die das überschüssige Wasser aus der Zisterne ablaufen kann.

Wieder ein Beispiel der Genialität Gaudís, die man erst zu schätzen weiß, wenn man die Hintergründe seiner Werke kennt, weshalb ich euch an dieser Stelle nochmal die Ticket Symbol.geführte Tour ans Herz legen will.

Die Drachentreppe - L'escalinata del drac

Der untere Bereich der monumentalen Zone wird von einer zweiläufigen Treppe dominiert, die nach oben zum Hypostyl führt - einer von Säulen gestützten Halle.

In der Mitte der Treppe liegen drei Brunnen, über die das überschüssige Wasser aus der unter dem Hypostyl verborgenen Zisterne abläuft.

Nahaufnahme des mit bunten Keramikscherben besetzten Kopfes des Salamanders und Symbol des Park Güell.

Der berühmteste Wasserablauf ist der mit bunten Keramikscherben besetzte Drache bzw. Salamander, der sich zum Symbol des Park Güell entwickelt hat und den die meisten bestimmt schon aus den Schaufenstern der Souvenirläden in Barcelona kennen.

Vor dem Drachen bildet sich in der Hauptsaison eine Schlange und wer sich ein Foto zusammen mit dem Reptil wünscht, muss etwas Geduld mitbringen.

Der Saal der (fast) Hundert Säulen - La Sala Hipóstila

Das Hypostyl war nach den Plänen von Gaudí als Marktplatz der Wohnsiedlung vorgesehen.

Insgesamt 86 Säulen stützen den Gewölbesaal und die darüberliegende Plaça de la Natura. Im Gesims des Platzes (bzw. dem Dach des Saales) wird Regenwasser aufgefangen und über Rohre in eine unterirdische Zisterne abgeleitet, welche die Siedlung mit Wasser versorgen sollte.

Als die Urbanisierungspläne scheiterten, wurde das Wasser kommerzialisiert und eine zeitlang unter dem Namen SARVA verkauft (was auch zu floppen schien).

Der Plaça de la Natura (El Teatre Grec)

Der weit offene Balkon über der Sala Hipóstila war ursprünglich als griechisches Theater für Gemeindetreffen und Veranstaltungen geplant. Der irdene Grund des Platzes lässt Regenwasser in die Zisterne unter der Sala Hipóstila sickern. So sollte nicht nur Überflutung und Erosion verhindert, sondern auch die Wasserversorgung der Siedlung gesichert werden.

Besucher des Parks ruhen sich auf der Bank auf dem von Palmen gesäumten Plaça de Natura aus.

Um den Plaça Natura windet sich eine lange, geschwungene Bank, deren mit bunten Keramikscherben besetzte Rückenlehne an die schillernden Schuppen einer Schlange erinnern.

Diese Mosaik-Technik aus zerbrochenen Keramikfliesen und Glasscherben (Trencadís) wurde von Gaudí bei fast allen seinen Werken angewandt. Im Gegensatz zu ganzen Fliesen konnten die Bruchstücke den gewölbten Oberflächen und geschwungenen Linien angepasst werden, die Gaudí gegenüber geraden Linien bevorzugte.

Im Sommer ist die Bank Lieblingsort hunderter dankbarer Touristen, die sich hier von den Strapazen des Sightseeings erholen und die herrliche Aussicht auf Barcelona und das Mittelmeer genießen.

Aber Vorsicht, auf der Plaça de Natura gibt es keinen Schatten, im Sommer sollte man deshalb Sonnen- und Kopfschutz tragen.

Die mit bunten Keramikscherben besetzte Bank mit Barcelona im Hintergrund.
Bank mit Trencadís (Mosaik aus recycelten Keramikscherben)

Der Portikus der Wäscherin - El Pòrtic de la Bugadera

Gaudí errichtete eine Reihe von Viadukten und Säulengängen, um das natürliche Gefälle im Park auszugleichen und alle Ebenen harmonisch miteinander zu verbinden.

Der Portikus der Wäscherin, der seinen Namen von einer der Säulen in Gestalt eines Waschweibs erhält, zweigt links von der Drachentreppe ab. Der Säulengang führt zum ehemaligen Herrenhaus Casa Larrard, in dem der Gründer des Parks - Eusebi Güell - seinen Wohnsitz hatte. Das Gebäude beherbergt heute eine Schule und ist nicht Teil der monumentalen Zone.

Einer der Säulengänge im Park Güell.

Der wellenförmig geschwungene Säulengang aus Stein und Ziegelstein ist charakteristisch für Gaudís organische Bauweise und integriert sich auf natürliche Weise in die Struktur des Steilhangs.

Einen kleineren Prototyp des Viadukts erbaute Gaudí übrigens vor der Torre Bellesguard, der im Park Güell perfektioniert wurde.

Die steinerne Figur eines Waschweibs, welche dem Säulengang seinen Namen gibt.
Der Pfeiler, von dem der Säulengang seinen Namen erhält. Andere Pfeiler erinnern an die natürliche Anmut und Stärke von Elefanten

Der Rest des Parks

Auch außerhalb der denkmalgeschützten Zone gibt es einiges zu entdecken, zum Beispiel die beiden einzigen fertiggestellten Villen des Bauprojekts: Die Casa-Museu Gaudí und die Casa Trias.

Über Säulengänge und Brücken gelangt man zu den weiter oben gelegenen Aussichtspunkten, von denen man ganz Barcelona überblicken kann.

Die zum Aussichtspunkt führende Treppe.
Der Pont de Dalt führt zu einem der Aussichtspunkte des Park Güell

Museums-Haus Gaudí

Das Musterhaus der Wohnsiedlung wurde nicht von Antoni Gaudí, sondern von Francesc Berenguer i Messers entworfen. Da Berenguer kein qualifizierter Architekt war, unterzeichnete Gaudí die Baupläne.

Nachdem das Projekt der Gartenstadt gescheitert war und das Haus keinen Käufer gefunden hatte, wurde es auf Drängen Güells fast 20 Jahre lang von Gaudí bewohnt, bis er schließlich in seine Werkstadt in der Sagrada Familia zog, um sich ohne Ablenkung ganz seiner großen Leidenschaft zu widmen.

Gaudis ehemaliges Haus, in dem heute ein Museum untergebracht ist.

Gaudís einziger Nachbar im Park Güell war der Anwalt Martí Trias i Domènech, der seine Villa ein Stückchen oberhalb am Hang bauen ließ. Später zog auch Eusebi Güell in den Park und wohnte bis zu seinem Tod in der Casa Larrard.

Im ersten Stock der Casa Gaudí ist heute das Museum untergebracht, in dem die Wohnräume sowie einige persönliche Gegenstände Gaudís besichtigt werden können. Auch Möbel, die Gaudí für andere Gebäude entworfen hatte, sind im Museum ausgestellt.

Das Museum ist nicht im Standardticket beinhaltet, Tickets können vor Ort oder vorab als Ticket Symbol.Kombi-Ticket gekauft werden.

Casa Trias

Hier wohnte der bereits erwähnte Anwalt und einzige Nachbar Gaudís. Die Villa ist heute im Besitz der Erben der Familie Trias i Domènech, die wahrscheinlich von den guten alten Zeiten träumen, als sich keiner für den Park interessierte.

Die Casa Trias liegt etwas oberhalb im Park und man muss sie nicht unbedingt gesehen haben.

Aussichtspunkte im Park Güell - Turó de les Tres Creus und Pont de Dalt

Während man vom Balkon des Plaça de la Natura bereits eine beindruckende Sicht über Barcelona hat, eröffnen sich etwas weiter oben nochmal ganz andere Perspektiven über die Stadt.

Aussicht über Barcelona bis zum Montjuïc, vom Pont de Dalt des Park Güell.

An der höchsten Stelle des Park Güell hatte Antoni Gaudí vor, eine Kapelle zu errichten. Nachdem das Bauprojekt aufgegeben wurde, erinnern nur 3 Kreuze an die Pläne des Architekten, weshalb der Aussichtspunkt auch Turó de les Tres Creus (Hügel der drei Kreuze) oder Calvario (Kreuzweg) gennant wird. Von hier hat man einen der besten Panoramablicke auf Barcelona. Der Turó de Les Tres Creus befindet sich im südwestlichen Teil des Park Güell.

Nicht weniger spektakulär ist die Aussicht vom Pont de Dalt. Von der Sagrada Familia bis zum Mittelmeer und von der zylinderförmigen Torre Glòries bis zu Barcelonas Hausberg Montjuïc erstreckt sich die Stadt in ihrer ganzen Pracht. Persönlich gefällt mir dieser Aussichtspunkt besser als der Turó de les Tres Creus, weil es hier Viadukte zu bewundern gibt, die an heißen Tagen im unteren Teil Schatten spenden.

Der Pont de Dalt befindet sich hinter den Österreichischen Gärten, rechts von der Plaça de Natura und gegenüber der Casa-Museu Gaudí.

Die Geschichte des Park Güell - Vergangenheit und Zukunft

Pläne einer Gartenstadt

Als der Industrielle Eusebi Güell das ehemalige Farmland auf dem Bergrücken Barcelonas erwarb, hatte er große Pläne. Fernab des wachsenden industriellen Stadtzentrums, mit reiner Luft und Meerblick, schien es das ideale Gelände zu sein, um eine exklusive Wohngegend mit Villen für die wohlhabende Bevölkerung zu errichten.

Güell beauftragte 1900 den Architekten Antoni Gaudí mit der Gestaltung der Gartenstadt. Güell und Gaudí waren gute Freunde und hatten bereits an anderen architektonischen Projekten zusammengearbeitet, unter anderem dem Palau Güell in der Innenstadt. Auch die wunderschönen Torre Bellesguard war ein Gemeinschaftswerk der beiden Freunde, mit der sie einen Hommage an das mittelalterliche Katalonien hinterließen.

15 Jahre vergingen bis zur Fertigstellung des Parks, denn der vielbeschäftigte Gaudí arbeitete nebenbei noch an der der Casa Batlló und später der Casa Milà. An erster Stelle stand für ihn aber immer sein großes Lebenswerk, die Sagrada Familia, dessen Fertigstellung er nicht erleben durfte.

Gaudí und ökologische Nachhaltigkeit

Gaudí respektierte bei der Anlage des Park Güell die spärliche Fauna, die bereits auf dem Grundstück wuchs und führte nur mediterrane Pflanzen in die Vegetation des Parks ein, die nicht viel Wasser benötigen.

Er wuchs auf dem Land auf und entwickelte und perfektionierte ausgeklügelte Systeme zur Sammlung und Speicherung von Wasser (unter der Sala Hipóstila), um den Wasserbedarf der Siedlung zu decken und gleichzeitig Erosion durch die sintflutartigen mediterranen Niederschläge zu verhindern.

Von exklusiver Wohngegend zur Touristenattraktion

Ursprünglich waren im Park Güell 60 Villen auf 60 Parzellen geplant, wovon nur zwei gebaut wurden. Keine davon wurde von Gaudí konstruiert, er kaufte jedoch später auf das Drängen von Güell hin eine davon und machte sie zu seinem Wohnsitz. Aktuell ist das Gaudí-Museum darin beheimatet.

Gaudí und Güell waren ihrer Zeit mal wieder voraus und konnten keine Interessenten für die geplanten Villen der exklusiven Urbanisation finden, für die heute jeder Barcelonese ein Arm und ein Bein geben würde. Den potentiellen Käufern war der Park damals zu abgelegen und vom Zentrum aus zu schwer zu erreichen - das Projekt scheiterte.

Lange Zeit wurde der Park von Eusebi Güell hauptsächlich als privater Garten genutzt, für öffentliche Veranstaltungen stellte er den Park der Stadt zur Verfügung.

Nach Güells Tod wurde der Park von seinen Erben an die Stadt verkauft, welche daraus einen öffentlichen Stadtpark und schließlich eine Touristenattraktion machte. Dieser letzte Trend soll jetzt teilweise wieder rückläufig gemacht werden.

Zukunftspläne für den Park Güell

Auswirkungen des Massentourismus auf die Einwohner des Viertels

In einem Wohngebiet mit c.a. 9 Millionen Touristen im Jahr zu wohnen ist nicht einfach. Die Lebensqualität der Anwohner des Bezirks in Gràcia, in dem sich der Park Güell befindet, ist durch die hohe Besucheranzahl und Kommerzialisierung des Parks stark beeinträchtigt.

Souvenirläden und Restaurants die mit überteuerten Preisen an den Massentourismus ausgerichtet sind verdrängten lokale Geschäfte. Durch steigende Mietpreise sahen sich viele Bewohner gezwungen, ihre Wohnungen zu verlassen und umzuziehen. Die freigewordenen Wohnungen werden nun hauptsächlich als Ferienwohnungen an Touristen untervermietet.

Gegenmaßnahmen

In den letzten Jahren setzte die Stadtverwaltung von Barcelona ihre Pläne um, dem Massentourismus Einhalt zu gebieten und den Park wieder vermehrt den Anwohnern und sozialen und kulturellen Projekten zu eröffnen. Bis 2013 war der Park gratis der Öffentlichkeit zugänglich und es kam bei den Anwohnern nicht gut an, dass sie plötzlich Eintritt zahlen sollten. Mittlerweile erhalten Anwohner wieder freien Zutritt in den Park Güell und zu bestimmten Uhrzeiten gehört der Park ausschließlich ihnen.

Zu den spürbarsten Maßnahmen für Touristen gehört die gepfefferte Preiserhöhung Anfang 2025 von 80%, die wahrscheinlich einige davon abschrecken wird, den Park zu besichtigen.

Mit den Einnahmen soll unter anderem die Verbesserung der Infrastruktur im Park und der Umgebung finanziert werden.

Essen in der Nähe des Park Güell

Restaurante Terra Mía - Gemütliches italienisches Restaurant (es gibt keine Pizza!), in dem man außer Pasta auch typisch spanische Tapas und internationale Gerichte bekommt. Das Lokal ist klein und ohne viel Schnick-Schnack und hat eine nette, begrünte Terrasse.

Geschrieben von Alex

Als ich vor 15 Jahren das erste Mal nach Barcelona kam, habe ich mich sofort in diese wunderschöne Stadt verliebt, also bin ich direkt hiergeblieben und mittlerweile ist Barcelona zu meiner Heimat geworden. In diesem Blog will ich euch "meine" Stadt vorstellen und euch zeigen, was Barcelona so besonders macht.

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3 comments on “Park Güell - Eine Gartenstadt in Barcelona”

  1. Vielen Dank für Ihre Mühen. In meiner Suche "Park Güell Barcelona Gaudí Reisebericht" über Startpage ist Ihr Artikel der einzige, der einem Reisebericht auch entspricht. Alle anderne Ergebnisse wirkten so, als hätte man schnell etwas niedergeschrieben und den Punkt "Park Güell" als Must-Have-POI im Reisebericht abzuhaken bzw. kurz etwas allerweltsmäßiges geschrieben, um Besucherzahlen auf der eigenen Internetseite zu generieren - ohne Herz, ohne Hintergrund.

  2. Vielen Dank!
    Selten gab es bessere Informationen und gut zusammengefaßt.

    Leider ist trotz Aktualisierung 03.2025 etwas nachzubessern:
    1. Tickets jetzt ausschließlich online
    2. der frei zugängliche Teil ist heute nicht mehr frei zugänglich.
    Beides mußten wir heute (04.04.2025 vor Ort) erfahren.

    1. Hallo Markus,
      Wow, du hast Recht, seit meinem letzten Besuch hat die "monumentale Zone" den einstmals öffentliche Bereich des Parks verschluckt. Ich habe den Artikel bereits aktualisiert und werde mich nächste Woche mal in den Park Güell machen, um mir alle Änderungen selbst vor Ort anzusehen.
      Vielen Dank für deinen Hinweis, ich freue mich über jeden gut gemeinten Kommentar der mir hilft, meine Artikel aktuell zu halten!

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