In Barcelona noch echte Geheimtipps zu finden, ist gar nicht so einfach. In Zeiten von Social Media, Influencern und Reiseblogs ist es unmöglich, sehenswerte Attraktionen, malerische Orte und gute Restaurants und Bars lange geheim zu halten.
Barcelona lockt jedes Jahr Millionen von Touristen an und ist die Wahlheimat von 107 000 Expats, vermeintliche "Geheimtipps" sprechen sich also schnell rum und sind oft hoffnungslos überlaufen.
Ich habe mein Bestes getan und tatsächlich noch ein paar echte Geheimtipps für euch gefunden. Vor allem aber möchte ich euch in diesem Beitrag Insider-Tipps geben, die euch dabei helfen sollen, das Beste aus eurem Aufenthalt in Barcelona herauszuholen.
Ihr erfahrt außerdem, was Einheimische in Barcelona unternehmen und lernt die Stadt abseits des Touristenrummels kennen.
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5 essenziele Barcelona Tipps
Steht früh auf!
Auch wenn man es im Urlaub vielleicht nicht hören will, aber den besten Tipp, den ich euch für euren Besuch in Barcelona geben kann lautet: früh aufstehen. Die schönsten Momente erlebt man in den frühen Morgenstunden, bevor sich im Sommer alles mit Touristen füllt.
Die meisten Sehenswürdigkeiten und den Strand kann man am besten vor 11 Uhr genießen, bevor der Trubel beginnt und es im Sommer sehr heiß wird. Für mich gibt es nichts Schöneres, als nach einem erfrischenden Bad im Meer in einer Strandbar in Ruhe einen Kaffee zu trinken. Auch ein Bierchen oder einen Vermouth kann man in Barcelona bereits Vormittags bestellen, ohne schräg angeschaut zu werden.
In Barcelona geht die Sonne über dem Meer auf, es lohnt sich also, wirklich ganz früh aufzustehen!
Reserviert in den Restaurants einen Tisch vor
Reserviert unbedingt einen Tisch vor, wenn ihr in einem bestimmtes Restaurant essen wollt. In den guten Restaurants, sprich wo auch die Einheimischen essen, ist es fast unmöglich, spontan einen Tisch zu bekommen. Meist können Reservierungen ganz einfach über die Webseite der Restaurants vorgenommen werden.
Natürlich muss man nicht ganz auf Flexibilität verzichten. Irgendein Lokal, in dem man Tapas essen kann, findet sich immer. Meidet Restaurants, die ein Menü mit Fotos der Speisen ausgestellt haben. Das ist zwar praktisch, wenn man kein Spanisch kann, aber meist handelt es sich dabei um Touristenfallen, die Tiefkühlkost zu überteuerten Preisen anbieten.
Haltet euch von gelber Paella fern
Die echte Paella kommt aus Valencia, wo sie mit Safran zubereitet wird, was ihr die typische gelbe Farbe verleiht. Auch in Katalonien steht die Paella auf der Speisekarte, ist aber hauptsächlich für Touristen gedacht.
Typischer in Katalonien (und meiner Meinung nach besser) sind die Arroces, also einfach nur "Reisgerichte". Ein katalanischer Arroz wird ebenfalls in einer Paella (so nennt man die Pfanne) zubereitet, aber es werden andere Zutaten verwendet und der Safran wird weggelassen.
Ein guter Reis in Katalonien hat eine eher braune Farbe, ist saftig und schmeckt besser als die typische gelbe Touristen-Paella, die oft mit farbigen Geschmacksverstärkern zum Leuchten gebracht wird.

Es gibt natürlich auch gute Paella in Barcelona und einige bessere Restaurants bieten Paella und Arroz an, wobei ich dem Reis immer den Vorzug geben würde.
Für die Zubereitung einer Paella braucht man mindestens 20 Minuten (eher 30 - 40 Minuten), kommt sie früher an den Tisch, handelt es sich höchstwahrscheinlich um eine Tiefkühlpaella.
Tipp: Donnerstags ist "Arroz" traditionell in vielen Restaurants Teil des Mittagsmenüs.
Wo man in Barcelona gute Paella bzw. "Arroz" essen kann, erfahrt ihr in diesem Post.
Kauft eure Tickets vorab Online
Wenn ihr euch Barcelonas beliebteste Attraktionen ansehen möchtet, von denen die meisten von Gaudí sind, solltet ihr eure Tickets unbedingt rechtzeitig online buchen.
Warteschlangen überspringt man damit in den meisten Fällen zwar schon lange nicht mehr, aber es ist notwendig, um überhaupt hineinzukommen.
Tickets für die Sagrada Familia und den Park Güell kauft ihr am besten über die offiziellen Webseiten der Anbieter, da diese beiden beliebten Sehenswürdigkeiten eine Kommission bei Verkauf über Drittanbieter nehmen.
Alle anderen Tickets, zum Beispiel für die Casa Batlló und Casa Milà, könnt ihr zum selben Preis schnell und unkompliziert über Tiqets buchen.
Bucht rechtzeitig eine Unterkunft
Wer seine Unterkunft mindestens 2 Monate im Voraus bucht, ist preislich im Vorteil. Generell schießen die Raten in der Hochsaison nach oben und viele Hotels sind Wochen vorher bereits ausgebucht.
Ich würde in jedem Fall immer rechtzeitig eine stornierbare Rate buchen, als kurzfristig eine nicht-stornierbare Rate.
Selbst bei rechtzeitiger Reservierung liegt der durchschnittliche Zimmerpreis im Zentrum von Barcelona bei c.a. 170 € die Nacht , weshalb sich immer mehr Touristen eine Unterkunft außerhalb des Stadtzentrums suchen.
Wenn ihr in der Innenstadt nichts preislich angemessenes findet, schaut euch zum Beispiel in der Zone von Maresme um. Alles bis Premia de Mar oder sogar Vilassar de Mar ist von der Fahrzeit her noch akzeptabel und alle Orte liegen direkt am Meer, was die Zugfahrt angenehmer macht. Auch zum Baden sind diese Strände schöner als die Stadtstrände.
Ich selbst habe jahrelang in El Masnou gewohnt und kann den Ort wärmstens empfehlen. Preislich angemessen ist zum Beispiel das Hotel Torino. El Masnou hat übrigens auch einen Camping Platz in Strandnähe.
Südlich von Barcelona ist die Zone um Castelldefels eine gute Option, um ein Hotel zu suchen und im Norden liegt Sant Cugat noch relativ nahe an Barcelona. Beide Orte sind mit der S-Bahn zu erreichen.
Meine Barcelona-Insidertipps
Besucht die Sagrada Familia am Nachmittag
Die Sagrada Familia sollte auf eurer To-See-Liste ganz oben stehen. Jeder, der die Zeit und das Budget hat, sollte sie auch von innen besichtigen, denn die unvollendete Kirche von Gaudí ist mit das Beste, was Barcelona zu bieten hat.
Wenn möglich, kauft eure Tickets für den Nachmittag. Ja, es stimmt, dass das Kirchenschiff am frühen Vormittag ruhiger ist, wie ihr auf den folgenden Fotos erkennen könnt. Hier seht ihr auch deutlich, wie sich die Lichteffekte durch die einfallende Sonne zu verschiedenen Tageszeiten unterscheiden.


Die warmen, rot-orangenen Lichteffekte sind um einiges spektakulärer als die blau-grünen Lichtspiele und ich finde es lohnt sich, dafür ein volleres Kirchenschiff in Kauf zu nehmen.
Denkt daran, die Onlinetickets rechtzeitig zu kaufen. Am günstigsten geht es über die offizielle Website. Eine Alternative ist Tiqets, wo allerdings eine Gebühr erhoben wird.
Besucht ein Rooftop gegenüber der Sagrada Familia
Wer sich nicht sattsehen kann an der phantastisch anmutenden Kirche, hat von der Dachterrasse des Sercotel Rosellón einen atemberaubenden Blick auf die Sagrada Familia. Die Preise sind naturgemäß überteuert, was der sagenhafte Blick auf die Basilika aber wett macht.
Der Eintrittspreis zur Terrasse kostet 7 EUR und muss bei Reservierung bezahlt werden. Außerdem muss ein Mindestverzehr erfüllt werden, der auf der Webseite aber nicht spezifiziert wird (diese Regelung ist neu).

Vorabreservierungen sollte mindestens eine Woche vorher über die Webseite erfolgen. Man kann keinen bestimmten Tisch auswählen, aber von allen Tischen ist die Sagrada Familia gut zu sehen.
Geht gratis Tapas essen
Die Liste der Bars in Barcelona, die kostenlose Tapas serviert, ist sehr kurz. Anders als in Andalusien oder Madrid bekommt man in Katalonien normalerweise nichts geschenkt – in diesem Punkt ähneln die Katalanen den Schwaben.
Es gibt aber eine Bar im Stadtteil Gràcia, in der man zu jedem Getränk eine kleine Tapa bestellen darf, ohne extra dafür zu bezahlen. Dabei reden wir nicht von Oliven oder Erdnüsse, sondern von richtigen kleinen Gerichte, die man sogar selbst auswählen kann.

Die Bar Raspall ist bei Einheimischen natürlich kein Geheimtipp und immer gut besucht, aber wer vor 18 Uhr dort ist, findet in der Regel noch ein Plätzchen am Tresen. Das Raspall hat nur abends geöffnet, bitte Öffnungszeiten auf Google checken.
Lauscht den Klängen des Carilló der Generalitat
Wer noch nie die melodischen Klänge eines Carilló vernommen hat, hat in Barcelona die einmalige Gelegenheit, das nachzuholen. Mit diesem orgelähnlichen Instrument werden die Glocken des katalanischen Regierungssitzes in Barcelona geläutet.
Das erste Carillon Kataloniens befand sich im Stundenturm des Palau de la Generalitat und bestand aus 13 Glocken, die in Deutschland gegossen wurden. Das aktuelle Konzert-Carillon wurde 1976 installiert und verfügt über insgesamt 49 Glocken.

Das Carillon stammt ursprünglich aus den Niederlanden und nur wenige Personen wissen, wie man diesem Instrument Klänge entlockt. Die aktuelle Carrionista der Generalitat hat diese beneidenswerte Fähigkeit unter anderem in den Niederlanden und in Dänemark erlernt.
Jeden Tag um 12 und 18 Uhr kann man sie von den Gassen des gotischen Viertels das Carilló spielen hören. Das Repertoire reicht von traditioneller katalanischer Musik über Klassik bis hin zu moderner Musik. Gute Orte, um dem Glockenkonzert zu lauschen, sind der Carrer de Sant Honorat, der Carrer del Bisbe und der Carrer de la Fruita. Letzterer verfügt über eine nette Tapas-Bar mit Sitzmöglichkeiten im Freien.
Im Innenhof des Regionalparlaments an der Plaça de Sant Jaume findet jeden ersten Sonntag im Monat um 12 Uhr ein kostenloses Konzert statt, was für die Meisten aber wahrscheinlich schon zu viel des Guten wäre (sooo aufregend ist es auch nicht).
Nehmt den Bus Nàutic zum Strand
Den Bus Nàutic gibt es erst seit knapp über einem Jahr, weshalb er noch ein ziemlicher Geheimtipp ist!
Die Hafenfähre schippert zwischen der Kolumbussäule am Ende der Rambla und dem Stadtteil Barceloneta hin und her. Die Fahrt dauert etwa zehn Minuten und stellt eine echte Alternative zum Fußmarsch oder zur Metro dar.

Der Anleger in Barceloneta befindet sich auf Höhe des W-Hotel und zum Strand von Barceloneta benötigt man noch ca. 10 Minuten.
Tipp: Auch die Station der Hafenseilbahn befindet sich ganz in der Nähe des Anlegers.
Es ist nur ein Schiff unterwegs und die Fähre verkehrt alle 30 Minuten, dafür aber das ganze Jahr über. Im Sommer operiert der Bus Nàutic von 09:30 bis 21:30 Uhr, im Winter von 08:30 bis 20:30 Uhr. Ein Fahrschein für eine einfache Fahrt kostet 1,90 € und kann direkt am Ableger im Tickethäuschen gekauft werden.
Lasst euch mit der Casa Pàdua fotografieren
In einer engen Gasse unweit des Park Güell liegt das Instagram-tauglichste Haus von Barcelona. Obwohl ich schon mehrere Selfie-Fotos mit der Casa Pàdua gesehen hatte, wusste ich bis vor kurzem nicht, wo sie liegt (oder wie sie heißt), sie ist also tatsächlich noch ein kleiner Geheimtipp.

Dieses Juwel der modernistischen Architektur beherbergte früher eine Parfümfabrik - viel mehr ist über ihre Geschichte nicht bekannt.
Die Casa Padua kann nicht von innen besichtigt werden und auch von außen muss man sie nicht unbedingt gesehen haben, aber als Kulisse für ein paar beeindruckende Spanien-Urlaubsfotos ist sie beinahe unschlagbar.
Tipp: Um euch mit der Casa Padua aufs Bild zu bekommen, müsst ihr die Weitwinkelfunktion eures Handys nutzen.
Wo sich die besten Fotospots in Barcelona befinden, verrate ich dir in diesem Beitrag.
Sucht die steinernen Gesichter der Carassas im ehemaligen Rotlichtviertel
Wer durch das Stadtviertel El Born schlendert, wird sich schwer tun, die steinernen Gesichter zu finden, die im Mauerwerk mancher Häuser versteckt sind. Und das war auch so beabsichtigt.

In der Hafenstadt Barcelona boomte im 17. Jahrhundert die Prostitution. Die Kirche und der Staat standen dem Gewerbe zwar (zähneknirschend) tolerant gegenüber, aber Prostitution auf der Straße war nicht erlaubt und auch das Geschäft in den Bordellen musste diskret abgewickelt werden.
Bei einem hohen Anteil oft ortsfremder Analphabeten hätte es sowieso nicht viel gebracht, ein Schild vor den Bordellen anzubringen - so ließ man sich etwas anderes einfallen.
Carassa bedeutet so viel wie "Riesengesicht" und die steinernen Fratzen verkörperten Dämonen, Satyrn, Frauen - kurz: die Sünde. So sollte später am Himmelstor niemand behaupten können, er sei nicht gewarnt worden.
Die Carassas wurden in der Nähe von Bordellen angebracht und schielten auf die Eingänge (umziehen kam damals also nicht in Frage). Potentielle Kunden mussten also nur dem Blick der Gesichter folgen.
Das bekannteste Steingesicht im El Born befindet sich an der Ecke Carrer dels Mirallers und Carrer dels Vigatans. Googelt einfach nach Dux Gin & Cocktail Bar, die an dieser Ecke liegt und später abends auch einen Besuch lohnt.

Vom Straßennamen (Mirallers) weiß man übrigens, dass in dieser Straße im Mittelalter hauptsächlich Spiegelmacher angesiedelt waren.
Die nächste Carassa ist schon etwas schwieriger zu erspähen: unter dem Balkon eines Wohnhauses in der Carrer de les Panses schielt sie nach oben in die Wohnung im dritten Stock. Das Haus selbst ist relativ einfach zu finden und liegt direkt an der Unterführung zur Carrer dels Canvis Vells.
Eine dritte Carassa befindet sich in der Carrer de les Mosques, der Gasse der Fliegen. In den hier liegenden Warenhäuser wurden Produkte gelagert, die nicht auf dem nahegelegenen Markt Santa Caterina verkauft werden konnten. Man kann sich die Unmenge an Fliegen vorstellen, die von den teilweise verdorbenen Lebensmitteln angezogen wurden.
Dieses Gesicht ist etwas kleiner als die beiden anderen und blickt auf das Juweliergeschäft "Moska", wo man wunderschöne und teilweise antike Schmuckstücke findet.
Tipp: In der kleinen Bodega del Born kann man in urgemütlicher Atmosphäre Tapas essen und sich im Anschluss in der Cocktailbar Dr Stravinsky stilvoll betrinken.
Besucht ein Bordell in einer der fotogensten Gassen in Barcelona
Eine weitere Carassa zierte ein ganz besonderes Freudenhaus im gotischen Viertel: das Bordell Ca la Mercè auf der Carrer d'Avinyó Nr 44 wurde durch ein Gemälde berühmt, das von einem ehemaligen Stammkunden gemalt wurde. Letzteres wird zumindest vermutet.
Die Rede ist von Pablo Picasso, der während seiner Studentenzeit in Barcelona ganz in der Nähe wohnte und wie es scheint einige der Damen in besonderer Erinnerung behielt.
Picasso malte "Les demoiselles d'Avignon" während seiner Zeit in Paris und lange Zeit vermutete niemand, dass Picasso nicht von der französischen Stadt, sondern von einem seiner Lieblingsorte in Barcelona inspiriert wurde. Das Gemälde hängt heute im MoMa in New York City und gilt als eines der ersten Werke im kubistischen Stil.

Die Carassa befindet sich nicht auf der Carrer d'Avinyó, sondern im Carrer de la Carabassa auf der Rückseite des Gebäudes.
Hier habt ihr die Gelegenheit, eines der schönsten und zugleich unbekanntesten Fotomotive des gotischen Viertels abzulichten. Die Kuppel der nahegelegenen Basilica de la Mercè bietet einen malerischen Hintergrund für ein Foto einer typischen Gasse der Altstadt.

Verbringt magische Momente in der Winkelgasse in Barcelona
Eine weitere Gasse voller altertümlicher Geheimnisse und Symbole ist in der Nähe der Plaça Catalunya zu finden. Im Carrer d'Estruc weisen zahlreiche Tafeln mit kabbalistischen und hebräischen Zeichen darauf hin, dass es hier einst nicht mit rechten Dingen zuging. Viele Einzelheiten sind leider nicht bekannt, nur eins ist sicher: in dieser Gasse wurden in vergangenen Zeiten Heilkräuter und magische Steine verkauft. Hier hätte Harry Potter sicherlich sein ganzes Taschengeld ausgegeben.
Von der Tafel mit der Hausnummer 22 weiß man zum Beispiel, dass hier eine Piedra Escurconera erworben werden konnte - ein magischer Stein, der Tollwut und Schlangenbisse heilte. Es wird vermutet, dass hier der Hexer und Heiler Austruc Sacanera wohnte, der im 14. Jahrhundert lebte und unter anderem Zähne zog, Knochenbrüche richtete und Menschen vor dem "bösen Blick" bewahrte.

Die Tafeln wurden allerdings erst Jahrhunderte später von Ricardo Bru, seines Zeichens Hypnotiseur, angebracht, um die Geschichte der Gasse zu gedenken. Den Auftrag erhielt er allerdings nicht von der Stadtverwaltung, sondern von Außerirdischen in einem seiner Trancezustände. Zumindest wird das gemunkelt.
Auch das Haus mit der Nummer 14 ist geheimnisumwoben. Auf seiner Fassade sind esoterische Sgraffitos eingekratzt, die Schädel, Sensen und andere mystische Symbole darstellen. Über das Haus selbst ist nicht viel bekannt, außer, dass die Gravur wahrscheinlich aus dem Jahr 1906 stammt.
Trinkt einen Kaffee auf einer versteckten Terrasse
Für mich gibt es kaum etwas besseres, als gemütlich zusammen mit einem guten Buch einen Kaffee zu genießen.
Deshalb zählt La Central del Raval zu meinen liebsten Buchhandlungen. Sie ist nicht nur gut sortiert und bietet unter anderem auch englischsprachige Bücher an, sondern verfügt im hinteren Bereich auch über ein schönes Patio unter Orangenbäumen.

Das Café ist immer gut besucht und es muss direkt am Tresen bestellt werden. Die kleine Sektion mit gedeckten Tischen ist nur zum Mittagessen bestimmt.
Tipp: Wenn auf der Hauptterrasse alle Tische belegt sind, gibt es auf der anderen Seite noch ein weiteres Patio, das aber nicht so schön ist.
Weitere versteckte Cafés befinden sich auf der Dachterrasse des Raima, Europas größtem Papierfachgeschäft und im Patio des maritimen Museums.
Verbringt einen magischen Sommerabend auf der Drachenterrasse der Casa Batlló
Die Casa Batlló ist für viele das magischste Haus von Gaudí. Und das Highlight eines jeden Gaudí-Hauses ist die Dachterrasse.
Wer im Sommer in Barcelona ist, hat die Gelegenheit, die Hausbesichtigung mit einem Gläschen Cava bei einem romantischen Konzert auf der Drachenterrasse ausklingen zu lassen.

Die Konzerte unter freiem Himmel dauern eine Stunde, die Musikrichtung reicht von Jazz über Blues zu Flamenco.
Die Tickets für die Noches mágicas können nur Online gekauft werden.
Beglückt jemandem mit einem ganz besonderen Mitbringserl
Sucht ihr noch ein typisches katalanisches Andenken für die Daheimgebliebenen oder für euch selbst? An Souvenirgeschäften, die von Fächern und Gaudí-Eidechsen in Miniaturform so ziemlich alles verkaufen, mangelt es in Barcelona nicht.
Origineller und typisch katalanisch sind die Caganer, deren natürlicher Lebensraum eigentlich die Weihnachtskrippe ist, wo sie versteckt in einer Ecke ihr Geschäft verrichten.
In ganz Spanien sieht man mittlerweile zur Weihnachtszeit nicht nur die traditionelle Figur eines Bauern, sondern auch Pedro Sánchez, Darth Vader oder Freddie Mercury hinter Büschen kauern.

Einen Caganer-Shop findet man zum Beispiel am Platz vor der Basilika Santa María del Mar im Stadtviertel El Born oder an der Plaça del Pi im gotischen Viertel.
Über den Caganer und andere ungewöhnliche Bräuche habe ich übrigens schon an anderer Stelle auf diesem Blog etwas ausführlicher berichtet.
Extra-Tipp: Das White Rabbit Off-Museum ist noch relativ neu, hat sich aber schnell zu einem der angesagtesten Museen in Barcelona entwickelt. Hier werdet ihr mit modernster Technologie in die schönsten katalanischen Traditionen eingeführt. Das Museum findet sich in der Nähe der Casa Batlló und schon aus der Ferne kann man den gigantischen, kauernden Caganer erkennen.

Geht auf den Friedhof
Auf dem Friedhof im trendigen Stadtteil Poble Nou liegt ein Grab, das von einer Statue bewacht wird, die Gänsehaut verursacht: Der Kuss des Todes. Die Marmorstatue wurde 1930 geschaffen und markiert das Grab eines Textilhändlers. In den Sockel der Statue wurde ein Vers des katalanischen Poeten Jacinto Verdaguer eingraviert (frei übersetzt):
Und sein junges Herz kann nichts dafür;
in seinen Adern stockt das Blut und gefriert
und die verlorene Seele umarmt den Glauben.
Er fällt, den Kuss des Todes spürend.
Amen.

Wenn es euch so geht wie mir und ihr gerne Friedhöfe besucht, findet ihr auf Barcelonas Berg Montjuïc den ehemaligen Hauptfriedhof der Stadt, wo ein guter Teil des ehemaligen Gutbürgertums von Barcelona seine letzte Ruhestädte hat. Vor allem die Mausoleen, die in verschiedenen Architekturstilen gebaut sind, sind sehr schön und angenehm schaurig.
Für die Lebenden gibt es außerdem den tollen Hafenblick zu genießen und ganz in der Nähe liegt das nette Ausflugslokal Migdía (informiert euch vorab über die Öffnungszeiten, vor allem am Wochenende kann es schwierig sein, einen Tisch zu ergattern).
Essen und trinken auf dem Palo Alto Marketfest
Lebhafter geht es auf dem Palo Alto Marketfest zu, das einmal im Monat in einer ehemaligen Fabrik in Poblenou abgehalten wird. Außer Ständen mit Kleidung und Schmuck gibt es auf dem Hipster- und Künstlermarkt dann außerdem Foodtrucks und Bars, wo man bei Live Musik und entspannter Atmosphäre trinken und essen kann.
Der Markt kostet 6,50 EUR Eintritt, Tickets können vorab über die Webseite des Veranstalters gekauft werden und beinhalten kein Essen oder Getränke. Die Stehtische sind schnell weg, rechtzeitig kommen lohnt sich also.
Genießt die Stunde des Vermouth
Die Stunde des Vermouth ist eine der beliebtesten Traditionen in Spanien, die von Alt und Jung enthusiastisch aufrechterhalten wird. Auch bei Touristen erfreut sich der Brauch immer größerer Beliebtheit - denn in Spanien darf man schon Vormittags Alkohol trinken, ohne als Alkoholiker betitelt zu werden.
Das schmackhafte, süßliche Getränk wird traditionell Sonntags um die Mittagszeit genossen, am liebsten mit Freunden zusammen auf einer Terrassenbar und begleitet von Tapas.

Streng genommen muss es auch kein Vermouth sein, wenn die Spanier von "hacer un Vermut" sprechen, kann jedes andere Getränk damit gemeint sein. Hauptsache, man hat eine gute Ausrede, um ein Gläschen oder zwei zu trinken und ein paar Tapas zu naschen, bevor man sich ans Mittagessen macht.
Raus aus dem Zentrum!
Das Barri Gotíc und den Rest der Altstadt sollte man sich natürlich unbedingt ansehen, wenn man in Barcelona ist und auch in der Neustadt können einige der bekanntesten Attraktionen der Stadt bestaunt werden.
Doch nur, wer sich von der Rambla und der Innenstadt wegtraut, lernt das authentische Barcelona kennen. Die Stadtteile von Barcelona wurden teilweise erst vor ca. 100 Jahren eingemeindet und viele bewahren sich noch ihren dörflichen Charme.

Einige der besten Orte, um sich unter die Einheimischen zu mischen, sind die Terrassenbars auf den Plaças und an den Ramblas. Schöne Plätze sind zum Beispiel die Plaça de la Vila de Gràcia im gleichnamigen Stadtteil Gràcia, die Plaça d'Osca in Sants oder die Plaça de la Concòrdia in Les Corts.
Während man auf den Plaças gemütlich sitzt, wird über die Ramblas traditionell flaniert. Das berühmteste Beispiel sind die Ramblas in Barcelona, die von der Plaça Catalunya bis zum Meer führen.
Ruhiger geht es auf der Rambla de Poblenou zu, die ebenfalls bis an den Strand führt und von Terrassenbars gesäumt ist, wo man das ganze Jahr über draußen sitzen kann. Der Stadtteil Poblenou hat sich in den letzten Jahren zu einem In-Viertel gemausert, mit vielen internationalen Büros und Coffee Shops. Einer der schönsten Teile ist und bleibt der alte Kern, mit seinen engen Gassen und weißen Fischerhäusern.
Unternehmt eine Paddelboard-Tour bei Sonnenaufgang
Ein Bummel über die Strandpromenade ist zu jeder Tageszeit schön, aber die beste Zeit im Sommer ist früh morgens oder abends. Wer sehr früh aufsteht, wird mit einem Sonnenaufgang über dem Meer belohnt.
Wenn ihr etwas ganz Besonderes unternehmen wollt, das sich nur in den wenigsten Städten erleben lässt, solltet ihr an einem Sunrise-SUP Erlebnis teilnehmen.

Die kilometerlange Strandpromenade eignet sich aber auch perfekt zum Fahrradfahren. Überhaupt ist Barcelona eine sehr radfreundliche Stadt mit vielen Fahrradwegen.
Natürlich habt ihr die Möglichkeit Fahrräder zu mieten, aber ich rate euch zu einer
geführten Radtour. Ich habe die Tour von Steel Donkey Tours mitgemacht und habe sie nach anfänglicher Skepsis (Radfahren in einer Großstadt??) wirklich genossen. Zusammen mit den ortskundigen Guides ist das Radfahren stressfrei, und das Beste ist, dass man viel mehr von Barcelona sieht als zu Fuß.
Wenn ihr nicht rechtzeitig zum Sonnenaufgang aus den Federn kommt, bleibt euch ja noch der Sonnenuntergang. Aufgrund Barcelonas Lage wird man die Sonne allerdings nie im Meer versinken sehen.
Zu einem romantischen Sonnenuntergang macht sich ein Glas Wein oder Bier besonders gut.
Mein Tipp: Auf der Terrassa de les Indianes herrscht immer entspannte Atmosphäre und man hat einen tollen Blick auf den Hafen, der bei Sonnenuntergang in warmes Licht getaucht wird.

Die Terrasse befindet sich auf dem Dach des Museu d'Història de Catalunya, man muss aber nicht durch das Museum, um auf die Terrasse zu gelangen.
Fahrt mit dem Zug an die Strände vom Maresme
Den Strand vor der Haustür zu haben, ist an sich schon ein Luxus. Die Stadtstrände von Barcelona sind ideal um spazieren zu gehen, Sport zu treiben, Paella zu essen oder ein Bierchen zu trinken. Zum Entspannen oder Baden sind sie oft zu laut, überfüllt und schmutzig.
Tipp: Generell findet man etwas mehr Ruhe an den nördlichen Stadtstränden, wie der Platja de Bogatell und der Platja Marbella.
Schöner und ruhiger sind die Strände an der Küste von Maresme im Norden von Barcelona, die einfach und schnell mit der S-Bahn zu erreichen sind. Zu meinem Lieblingsstrand Ocata, braucht man mit dem Zug ab Plaça Catalunya gerade mal 30 Minuten.

An diesem breiten, langen Strand findet jeder ein Plätzchen, um sich ungestört zu sonnen und zu lesen, aber auch für Beach Ball und andere Aktivitäten ist hier ausreichend Platz.
An der Platja de Ocata gibt es Strandbars, die noch voller Locals sind und wo die Preise nicht so überteuert sind wie in Barcelona. Wer lieber auf einer Terrasse statt im Sand sitzt, kann das Mittagsmenü im Club Nautic kurz vor der Zugstation ausprobieren oder eines der Restaurants im Hafen besuchen.
Um nach Ocata zu gelangen, benötigt man einen 2-Zonen Fahrschein. Alle Infos über die öffentlichen Verkehrsmittel von Barcelona findet ihr ebenfalls auf diesem Blog.
Trinkt Cocktails in einer Hidden Bar
Flüsterbars liegen voll im Trend und auch in Barcelona verstecken sich ein paar Hidden Bars. Eine der besten ist Bobby's Free, wo man leckere Cocktails in verruchter Atmosphäre schlürfen kann. Das "geheime" Passwort, das sich monatlich ändert, ist auf der Webseite zu finden.
Den Pipa Club gab es bereits lange, bevor Hidden Bars in Mode kamen. Vor ein paar Jahren war der ehemalige Club der Pfeifenraucher in einem Wohnhaus an der Plaça Reial noch ein echter Geheimtipp und ist auch heute noch nicht jedem bekannt. Ein Passwort braucht man hier nicht, jeder, der unten am Eingang klingelt, wird hereingelassen und gelangt über die Treppen hoch in die Wohnung.
Probiert die katalanische Küche in einer der Markthallen
In den Markthallen von Barcelona können nicht nur frische, lokale Produkte erworben, sondern auch verkostet werden.
Die bekannteste Markthalle ist die Boqueria auf der Rambla. In den Bars und Kioskbars werden die frischen Zutaten in schmackhafte, lokale Gerichte verwandelt. Ein Klassiker ist das El Quim de la Boqueria (ihr müsst euch auf Anstehen gefasst machen), aber ihr findet im und um den Markt noch viele weitere Lokale.

Fast ebenso zentral liegt der Mercat de Santa Caterina im Stadtteil El Born, der etwas authentischer und günstiger ist als die überlaufene Boqueria. Ein Hingucker ist das bunte, gewellte Dach der Markthalle. Im Inneren kann man gut und günstig typisch katalanische Gerichte probieren, zum Beispiel im Cuines Santa Caterina.
Auch der Mercat de la Concepció im Stadtteil Eixample lohnt einen Besuch und mit seinen vielen Blumenständen gefällt er mir besonders gut. Direkt neben der Markthalle die Casa Amàlia, ein ausgezeichnetes Restaurant mit gehobener, katalanischer Küche, wo man auch sehr schön draußen sitzen kann.
Schlendert vom Arc de Trimof zum Stadtpark
Ganz ehrlich bin ich kein Fan der La Rambla - eine der schönsten Straßen zum Schlendern ist für mich die palmenbesetzte Allee, die vom Arc de Triomf bis zum Stadtpark Parc de la Ciutadella führt. Der Triumphbogen diente bei der ersten Weltausstellung 1888 im Stadtpark von Barcelona als symbolisches Tor. Auch der monumentale Brunnen im Stadtpark, an dem Gaudí mitwirkte, ist sehenswert.


Genießt Barcelonas Flair!
Und zu guter Letzt noch ein persönlicher Tipp - nehmt euch nicht zu viel vor! Sightseeing in Barcelona kann bei den Touristenmassen und der Hitze schnell in Stress ausarten.
Ganz ehrlich: In Barcelona gibt es nur wenige unverzichtbare Sehenswürdigkeiten. Der Hauptreiz der Stadt ist ihr Flair, das man am besten erlebt, wenn man sich treiben lässt und das tut, was die Einheimischen tun. Und die lassen sich nicht stressen, sondern trinken lieber gemütlich auf einer Terrasse oder Strandbar einen Kaffee, einen Vermouth oder ein kühles Bier, während sie die vorüberziehenden Touristenströme beobachten und dabei mit dem Kopf schütteln.
Ich hoffe, euch haben meine Barcelona-Tipps gefallen. Für Feedback und Anmerkungen hinterlasst gerne einen Kommentar!
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Wirklich coole Tipps! Wir sind tatsächlich, wie von dir empfohlen, gleich zur Eröffnung um 9:30 Uhr in den Park Güell gegangen. Die erste Stunde war angenehm ruhig, und wir konnten die Aussichten richtig genießen. Als wir nach über zwei Stunden den Park verließen, war es schon deutlich voller. Auch die Sagrada Familia von innen ist einfach einmalig. Wir dachten lange, dass der Anblick von außen reicht, aber das Innere ist wirklich beeindruckend. Diese Stadt hat so viel zu bieten!
Hallo Marie, danke sehr, es freut mich, dass euch meine Barcelona Tipps nützlich waren. Ja, Barcelona hat einiges zu bieten und die Sagrada Familia und der Park Güell gehören zweifellos zu den Highlights eines jeden Besuchs!
Schöne Grüße