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Fassade der Casa Milà in Barcelona.

Casa Milà – Gaudí’s Steinbruch

Die Casa Milá, auch La Pedrera (der Steinbruch) genannt, steht auf dem Pflichtprogramm des Barcelona Touristen ganz oben und lässt mit ihrem ungewöhnlichen Anblick das Herz eines jeden Architektur- und Gaudífans höher schlagen.

Passeig de Gràcia 92
 Passeig de Gràcia Metro L2  L3  L4 + Zug (Renfe) R2

Der Hop-on-hop-off Bus hält nur einige Meter weiter, an Gaudí’s anderem berühmten Bauwerk, der Casa Batlló.

Information

  • Im Inneren der Casa Milà dürfen keine Fotos mit Blitz und Tripod gemacht werden
  • Essen, trinken und rauchen ist im ganzen Gebäude nicht erlaubt
  • Telefonieren mit Handys ist nicht gestattet
  • Rucksäcke müssen in den Schliessfächern zurückgelassen werden
  • Die Casa Milà ist größtenteils durch Rampen und Fahrstühle für Rollstuhlfahrer zugänglich
  • Hunde haben keinen Zutritt (ausgenommen Assistenzhunde)

Besuch der Casa Milà Post-Covid

Die Casa Milà öffnet am 15. Juli wieder ihre Pforten, mit eingeschränkter Besucheranzahl und besonderen Hygiene- und Vorsichtsmassnahmen:

  • Maskenpflicht
  • Temperaturkontrolle aller Besucher
  • Bereitstellung von Desinfektionsmittel
  • Trennwände in bestimmten Bereichen

Ticketpreise und Onlinetickets für die Casa Milà

Alle Preise sind Onlinepreise, am Schalter fallen 3 € Zuschlag an (ausser beim Nachtbesuch).
Da die Anzahl der zugelassenen Besucher aufgrund Covid stark eingeschränkt ist, empfiehlt es sich, Tickets vorab Online zu kaufen.

Standard-Ticket inklusive Audioführer

Erwachsene: 24,- €
Kinder 7-12 Jahre: 11,- €
Studenten, Senioren über 65 Jahre und Personen mit Behinderung: 18,50 € Online
Residenten in Katalonien: 12,- €

Standard Tickets Online kaufen

La Pedrera Premium

Ticket mit offenem Besuchsdatum, innerhalb von 6 Monaten ab Kaufdatum und innerhalb der Öffnungszeiten (Nachtbesuch nicht inbegriffen).

Erwachsene: 31,- €
Kinder 7-12 Jahre: 12,- € Online oder 15,- € am Schalter
Studenten, Senioren über 65 Jahre und Personen mit Behinderung: 16,50 € Online oder 19,50 € am Schalter
Residenten in Katalonien: 12,- €

Premium Tickets Online kaufen (Webseite auf Spanisch)

La Pedrera Night Experience (Nachtbesuch)

Geführte Tour in kleinen Gruppen durch verschiedene Bereiche der Casa Milà (die Patios, der Espai Gaudí auf dem Dachboden und die Dachterrasse), untermalt mit Licht- und Klangeffekten und anschliessendem Glas Cava im Patio de Provenza.

Erwachsene: 34,- €
Kinder 7-12 Jahre: 17,- €
Studenten, Senioren über 65 Jahre und Personen mit Behinderung: 16,50 € Online
Residenten in Katalonien: 20,- €

Tickets für Nachtbesuch Online kaufen

La Pedrera Night Experience con Cena (Nachtbesuch mit Abendessen)

Einschliesslich Abendessen vor oder nach dem Nachtbesuch im Café der Casa Milà.

Erwachsene: 59,- €

Online Tickets für Nachtbesuch inklusive Abendessen kaufen

Die Tickets werden direkt an die anzugebende E-Mail Adresse geschickt und können bei Besuch der Casa Milà entweder ausgedruckt, oder auf dem Handy vorgezeigt werden.

Öffnungszeiten 2020

04. November – 28. Februar:
09:00 – 18:30 Uhr
19:00 – 21:00 Uhr (Nachtbesuch)

01. März – 03. November:
09:00 – 20:30 Uhr
21:00 – 23:00 Uhr (Nachtbesuch)

25. Dezember geschlossen
26. Dezember – 03. Januar: 09:00-20:30 Uhr | 21:00 – 23:00 Uhr
07. – 13. Januar wegen Wartungsarbeiten geschlossen

Die Besichtigung dauert c.a. 1 – 1,5 Stunden
Die oberen Etagen schliessen 15 Minuten vor Schliessung des Gebäudes

Geschichte der Casa Milà

Der Industrielle Pere Milà i Camps erwarb 1906 das Grundstück an der Prachtstrasse Passeig de Gracia. Beeindruckt von der Schönheit der nahegelegenen Casa Batlló, beauftragte Milà Barcelona’s berühmten Architekten Antoni Gaudí mit der Errichtung eines Herrenhauses. Das Hauptgeschoss sollte der Familia Milà als Residenz dienen und der Rest der Wohnungen, wie damals üblich, vermietet werden.

Verzögerungen beim Bau der Casa Milà

Der Bau erlitt über die Jahre mehrere Verzögerungen, da der unkonventionelle Gaudí die von der Stadtbehörde unterlegten Vorschriften nicht einhielt und das Gebäude die Baubestimmungen in Höhe und Breite übertraf. Mehrmals musste Señor Milà Geldbuβen an die Stadtverwaltung zahlen, was sein Verhältnis zu Gaudí strapazierte. Die Behörde verhängte sogar einen Baustopp, weil eine der Säulen zu weit auf den Gehsteig ragte, welchen Gaudí aber unbeeindruckt ignorierte.

Vom Spottobjekt zum Weltkulturerbe

Nach ihrer Fertigstellung 1912 stiess die Casa Milà nicht nur auf Wohlwollen und war Anlass für viel Spott bei der Bevölkerung von Barcelona. Anwohner des Bezirks schnitten die Familie Milà, sie waren der Meinung, das seltsame, verschnörkelte  Gebäude würde die Immobilienwerte im Viertel senken.

Nach Milà’s Tod 1940 verkaufte dessen Frau das Gebäude an eine Immobiliengesellschaft und in den darauffolgenden Jahren bis heute waren verschiedene Büros und Privatwohnungen darin untergebracht.

1984 wurde Casa Milà von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.
Im Jahr 1986 kaufte schliesslich die Stiftung Caixa Catalunya das über die Jahre heruntergekommene Gebäude und liess es 1987 komplett renovieren und u.a. ein Kulturzentrum darin unterbringen.

Casa Milà – Architektur

Fassade und Struktur

Die Casa Milà, im Volksmund auch durch seine steinerne Fassade als “La Pedrera
-der Steinbruch– bekannt, ist das letzte Bauwerk von Antoni Gaudí, bevor er sich ganz seiner Leidenschaft, der Sagrada Familia, widmete. Es spiegelt den naturalistischen Stil Gaudí’s wieder, orientiert an den organischen und geschwungenen Formen der Natur, welcher hier perfektioniert wurde.

Die Steinfassade hat keine tragende Funktion, was die durchgehend gekrümmte, gewellte Form erlaubt, und wird durch Stahlträger gestützt, welche mit der Innenstruktur verbunden sind. Auch die Trennwände zwischen und in den Wohnungen haben keine strukturelle Aufgabe, wodurch eine freie Aufteilung der Räume möglich ist.

Innenhöfe – viel Licht und Luft

Die zwei Innenhöfe hingegen spielen eine grosse Rolle in der stützenden Funktion des Gebäudes und liefern gleichzeitig Tageslicht und Luftzufuhr. Fast alle Räume verfügen über natürliches Tageslicht und das ausgeklügelte Belüftungssystem macht eine Klimaanlage überflüssig.

Die Casa Milà bot seinen Bewohnern schon damals alle Annehmlichkeiten des modernen Lebens: heisses Wasser, Gas, sogar eine Tiefgarage und ein Aufzugschacht wurden installiert, innovativ für diese Epoche. Der Aufzug wurde allerdings erst viel später eingebaut.

Die Dachterasse und der Dachboden

Mit den Eintrittskarten für die Casa Milà erhält man Zugang zur Dachterasse, dem Dachboden und einer der Wohnungen des Gebäudes.

Der wellenartigen Dachterasse mit ihren Kaminen, Oberlichtern und Luftabzügen schenkte Gaudí die selbe Aufmerksamkeit, wie dem Rest des Gebäudes und hat hier elegant Funktionalität mit Schönheit vereint.

Der Dachboden der Casa Milà, wo ursprünglich die Waschräume untergebracht waren, ist aus insgesamt 270 Bögen aus Backstein gebildet, welche das Dach und die Dachterasse stützen. Hier sind heute Modelle, Möbel und Erklärungen zu Gaudí’s Bauwerk ausgestellt.

Eine typische, bürgerliche Wohnung im untypischen Baustil

Die der Öffentlichkeit zugängliche, möblierte Schau-Wohnung repräsentiert einen typisch bürgerlichen Wohnraum Anfang des 20. Jahrhunderts in Katalonien. Die aktuellen Möbel wurden nicht von Gaudí entworfen, die Originalmöbel wurden nach seinem Tod von der Familie Milà verkauft und sind teilweise noch in privaten Sammlungen erhalten.

Ecken und Kanten wird man in der Casa Milà kaum finden. Als sich Milà’s Gattin bei Antoni Gaudí über mangelnde, gerade Wände wo sie ihr Piano aufstellen könne beschwerte, riet Gaudí ihr trocken, Violine zu spielen.

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