Casa Milà - Gaudí's Steinbruch

Zuletzt aktualisiert: 20/11/2023 Blogautorin am Strand von Barcelona.
Alex

Die Casa Milà von Antoni Gaudí wird auch liebevoll La Pedrera genannt. Ursprünglich war das aber abwertend gemeint, denn die Einwohner von Barcelona fanden, dass die Casa Milà einem "Steinbruch" ähnelte und nicht in das gutbürgerliche Stadtbild passte, schon gar nicht in eine so exklusive Wohngegend wie der Passeig de Gràcia.

Heute auf jeden Fall sind die Barcelonesen stolz auf ihre Pedrera, wie überhaupt auf alles, was Gaudí geschaffen hat.

Am besten du machst dir selbst ein Bild der Casa Milà und ihrer ungewöhnlichen Fassade, denn die Casa Milà liegt direkt im Zentrum von Barcelona und ist gut zu Fuß und mit der Metro zu erreichen.

Gaudí Fans sollten auch das andere Haus des großen Architekten auf dem Passeig de Gràcia, die Casa Batllò, nicht verpassen.

Passeig de Gràcia, 92 08008 Barcelona

Passeig de Gràcia L1 L2 L3 L4 R2  

Hop On Hop Off Bus: Casa Batlló

Inklusive im: Go City Pass, Rabatt: Barcelona Card -3 €, Barcelona City Pass -10 €,  Turbopass -20 €

Hinweis: Dieser Beitrag enthält Affiliatelinks/Werbelinks. Wenn du deine Tickets über einen dieser Links buchst, bekomme ich vom Anbieter eine Provision. Für dich verändert sich der Preis nicht.

Information

  • Im Inneren der Casa Milà dürfen keine Fotos mit professioneller Ausrüstung und Tripod gemacht werden
  • Essen, trinken und rauchen ist im ganzen Gebäude nicht erlaubt
  • Rucksäcke müssen nach vorne getragen, oder in den Schließfächern zurückgelassen werden
  • Die Casa Milà ist größtenteils durch Rampen und Fahrstühle für Rollstuhlfahrer zugänglich
  • Hunde haben keinen Zutritt (ausgenommen Assistenzhunde)

Casa Milà Öffnungszeiten

Winter 2023 (2. November 2023 - 3. März 2024)

Täglich:
9:00 - 18:30 Uhr

Nachtbesuche:
19:00 - 23:00 Uhr

Weihnachten (26.12.2023 - 3.1.2024):

Täglich:
9:00 - 20:30 Uhr

Neujahrstag (1. Januar 2024):
11:00 - 20:30 Uhr

Nachtbesuche:
21:00 - 23:00 Uhr

Geschlossen:
25. Dezember
15.1. - 21.1.24 wegen Renovierungsarbeiten

Die Besichtigung dauert c.a. 1 - 1,5 Stunden
Die oberen Etagen schließen 15 Minuten vor Schließung des Gebäudes

Ticketpreise und Onlinetickets für die Casa Milà

Alle Tickets beinhalten Eintritt der Casa Milà, inklusive:

  • Eingangsbereich und Patio der Schmetterlinge
  • Typische, bürgerliche Wohnung jener Epoche
  • Patio der Blumen
  • Dachgeschoss mit Gaudí-Exposition
  • Dachterrasse mit Schornsteinen (Weltraum-Ritter) und Blick über Barcelona

Bei den Preisen handelt es sich um die Onlinepreise, am Schalter fallen 3 € Zuschlag an.

Die Eintrittskarten werden direkt an die anzugebende E-Mail Adresse geschickt und können bei Besuch der Casa Milà entweder ausgedruckt, oder auf dem Handy vorgezeigt werden.

Standard-Ticket inklusive Audioführer

Erwachsene25,00 €
Kinder 7 - 17 J.12,50 €
Senioren 65 J. +19,00 €
Studenten19,00 €
Personen mit Behinderung19,00 €
Residenten in Katalonien12,50 €
Kinder unter 7 Jahregratis

Erwachsene: 25,- €
Kinder + Jugendliche 7-17 Jahre: 12,50 €
Studenten: 19,00 €
Senioren über 65 Jahre: 19,00 €
Personen mit Behinderung: 19,00 €
Residenten in Katalonien: 12,50 €
Kinder unter 7 Jahre: Gratis

La Pedrera Night Experience (geführter Nachtbesuch)

Geführte Tour auf Englisch oder Spanisch in kleiner Gruppe durch verschiedene Bereiche der Casa Milà, inklusive Videomapping auf der Dachterrasse und anschließendem Glas Cava.

Erwachsene: 38,- €
Kinder + Jugendliche 7-17 Jahre: 19 €
Residenten in Katalonien: 22,- €
Kinder unter 7 Jahre: Gratis

La Pedrera bei Sonnenaufgang

Geführte Tour auf englischer Sprache durch die noch geschlossene Casa Milà. In kleiner Gruppe (manchmal nur 2-5 Personen!) hat man Gelegenheit, sich die Pedrera in Ruhe anzusehen bevor sie später von Menschenmassen überrannt wird.

Zum Abschluss kann man je nach Jahreszeit den Sonnenuntergang von der fast menschenleeren Dachterrasse genießen.

Erwachsene: 39,- €
Kinder + Jugendliche 7-17 Jahre: 19,50 €
Kinder unter 7 Jahre: Gratis

Geschichte der Casa Milà

Der Industrielle Pere Milà i Camps erwarb 1906 das Grundstück an der Prachtstrasse Passeig de Gràcia.

Beeindruckt von der Schönheit der nahegelegenen Casa Batlló, beauftragte Señor Milà Barcelona's berühmten Architekten Antoni Gaudí mit der Errichtung eines Herrenhauses. Das Hauptgeschoss sollte der Familia Milà als Residenz dienen und der Rest der Wohnungen, wie damals üblich, vermietet werden.

Ein Model der Casa Milà im Dachboden der Pedrera.

Verzögerungen beim Bau der Casa Milà

Der Bau erlitt über die Jahre mehrere Verzögerungen, da der unkonventionelle Gaudí die von der Stadtbehörde unterlegten Vorschriften nicht einhielt und das Gebäude die Baubestimmungen in Höhe und Breite übertraf.

Mehrmals musste Señor Milà Geldbuβen an die Stadtverwaltung zahlen, was sein Verhältnis zu Gaudí strapazierte. Die Behörde verhängte sogar einen Baustopp, weil eine der Säulen zu weit auf den Gehsteig ragte, welchen Gaudí aber unbeeindruckt ignorierte.

Vom Spottobjekt zum Weltkulturerbe

Nach ihrer Fertigstellung 1912 stieß die Casa Milà nicht nur auf Wohlwollen und war Anlass für viel Spott bei der Bevölkerung von Barcelona. Anwohner des Bezirks schnitten die Familie Milà, sie waren der Meinung, das seltsame, verschnörkelte  Gebäude würde die Immobilienwerte im Viertel senken. Aus jener Zeit stammt auch der Name La Pedrera, der Steinbruch, unter dem die Casa Milà bis heute bekannt ist.

Nach Milà's Tod 1940 verkaufte dessen Frau das Gebäude an eine Immobiliengesellschaft und in den darauffolgenden Jahren bis heute waren verschiedene Büros und Privatwohnungen darin untergebracht.

1984 wurde Casa Milà von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

Im Jahr 1986 kaufte schließlich die Stiftung Caixa Catalunya das über die Jahre heruntergekommene Gebäude und ließ es 1987 komplett renovieren und u.a. ein Kulturzentrum darin unterbringen.

Das Patio der Blumen

Casa Milà - Architektur

Fassade und Struktur

Die Casa Milà, im Volksmund auch durch seine steinerne Fassade als La Pedrera
bekannt, ist das letzte Bauwerk von Antoni Gaudí, bevor er sich ganz seiner Leidenschaft, der Sagrada Familia, widmete. Sie spiegelt den naturalistischen Stil Gaudí's wieder, orientiert an den organischen und geschwungenen Formen der Natur, welcher in der Casa Milà perfektioniert wurde.

Interessant ist, dass die Steinfassade keine tragende Funktion hat, was ihre durchgehend gekrümmte, gewellte Form erlaubt; sie wird durch Stahlträger gestützt, die mit der Innenstruktur verbunden sind. Auch die Trennwände zwischen und in den Wohnungen haben keine strukturelle Aufgabe, wodurch eine freie Aufteilung der Räume möglich war.

Innenhöfe - Licht und Luft

Die zwei Innenhöfe, das Patio der Blumen (Patio de las flores) und das Patio der Schmetterlinge (Patio de las mariposas) hingegen, spielen eine große Rolle in der stützenden Funktion des Gebäudes und liefern gleichzeitig Tageslicht und Luftzufuhr. Fast alle Räume verfügen über natürliches Tageslicht und das ausgeklügelte Belüftungssystem macht eine Klimaanlage überflüssig.

Gaudí war nicht nur ein genialer Architekt, sondern seiner Zeit weit voraus: die Casa Milà bot seinen Bewohnern schon vor über hundert Jahren alle Annehmlichkeiten des modernen Lebens: heißes Wasser, Gas, sogar eine Tiefgarage und ein Aufzugschacht wurden installiert, innovativ für jene Epoche. Der Aufzug wurde allerdings erst viel später eingebaut.

Das Innere der Casa Milà

Die Dachterrasse und der Dachboden

Mit den Eintrittskarten für die Casa Milà erhält man Zugang zur Dachterasse, dem Dachboden und einer der Wohnungen des Gebäudes (der grösste Teil der Pedrera sind Mietwohnungen).

Der wellenartigen Dachterasse mit ihren Kaminen, Oberlichtern und Luftabzügen schenkte Gaudí die selbe Aufmerksamkeit, wie dem Rest des Gebäudes und vereint hier elegant Funktionalität, Ästhetik und typisch für Gaudí, Symbolismus.

Die Kamine auf der Dachterasse wurden vielfach interpretiert, einige erinnern an die Helme römischer Krieger, weshalb die Dachterrasse der Casa Milà auch La azotea de los guerreros genannt wird. Modernere Gemüter sehen in den Kaminen Weltraumritter und behaupten, dass George Lukas sich von ihnen bei der Verfilmung von Star Wars inspirieren liess.

Schornsteine auf dem Dach der Casa Milà, die an römische Krieger erinnern.

Auch der Dachboden der Casa Milà hat einen Spitznamen: El ático de la ballena. Tatsächlich fühlt man sich hier wie Jonas im Bauch des Wales. Insgesamt 270 Bögen aus Backstein stützen das Dach und die darüberliegende Terrasse und erinnern an das Skelett eines Walfischs.

Der Dachboden der Casa Milà erinnert an die Rippen eines Wales, von innen gesehen.

Ursprünglich waren im Dachboden die Waschräume untergebracht, heute ist der Raum Gaudí gewidmet, hier kann man in der permanenten Ausstellung Skizzen und Baummodelle von Barcelona's grösstem Architekten bewundern.

Eine typische, bürgerliche Wohnung im untypischen Baustil

Die der Öffentlichkeit zugängliche, möblierte Schau-Wohnung repräsentiert einen typisch bürgerlichen Wohnraum Anfang des 20. Jahrhunderts in Katalonien. Die aktuellen Möbel wurden nicht von Gaudí entworfen, die Originalmöbel wurden nach seinem Tod von der Familie Milà verkauft und sind teilweise noch in privaten Sammlungen erhalten.

Bügelzimmer in der Casa Milà.
Der Traum jeder Frau..

Ecken und Kanten wird man in der Casa Milà kaum finden, denn Gaudí setzte auch im Inneren auf geschwungene und organische Formen. Als sich Milà's Gattin bei dem Architekten über mangelnde, gerade Wände beschwerte um ihr Piano aufzustellen, riet Gaudí ihr trocken, Violine zu spielen.

Antik eingerichtetes Wohnzimmer in der Casa Milà.
Es scheint als hätte sich die Gattin letztendlich für ein Grammophon entschieden

Geschrieben von Alex

Als ich vor 15 Jahren das erste Mal nach Barcelona kam, habe ich mich sofort in diese wunderschöne Stadt verliebt, also bin ich direkt hiergeblieben und mittlerweile ist Barcelona zu meiner Heimat geworden. In diesem Blog will ich euch "meine" Stadt vorstellen und euch zeigen, was Barcelona so besonders macht.

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