Casa Vicens- Gaudi's erstes Haus

Zuletzt aktualisiert: 08/01/2024
Alex

Die Casa Vicens ist eines der weniger bekannten Juwelen in Barcelona's Krone.

1883 war die Casa Vicens das erste große Projekt von Barcelona's berühmten Architekten Antoni Gaudí und prägte seine späteren Werke.

Über die Jahre wurde die Casa Vicens vergrößert, verkleinert, verändert und renoviert und schließlich 2017 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Dadurch ist die Casa Vicens noch relativ unbekannt bei Touristen und noch nicht so überlaufen wie die Casa Batlló und Casa Milà.

Carrer de les Carolines 20, 08012 Barcelona

Lesseps oder Fontana L3 

Hop-On-Hop-Off Bus

Inkl: Go City Pass, Rabatt:  Barcelona Card -25%, Barcelona City Pass -10%, Turbopass -25%  

Tipp: Die Casa Vicens liegt nicht im unmittelbaren Stadtzentrum von Barcelona. Wer sich außerdem noch den Park Güell ansehen will, sollte den Besuch dieser beiden Sehenswürdigkeiten miteinander verbinden, damit sich die Fahrt auch so richtig lohnt (Lesseps ist die nächste Metro Station um sowohl zur Casa Vicens, als auch zum Park Güell zu gelangen).

Casa Vicens Öffnungszeiten 2024

01. Januar - 31. März

  • Täglich: 09:30 - 18:00 Uhr

01. Abril - 31. Oktober

  • Täglich: 09:30 - 20:00 Uhr

Tage mit speziellen Öffnungszeiten:

23. - 31. März: 09:30 - 20:00 Uhr

Geschlossen:

8. - 17. Januar wegen Renovierungsarbeiten

25. Dezember + 6. Januar

Die Fassade der Casa Vicens von der Straße aus betrachtet.

Eintrittspreise und Onlinetickets für die Casa Vicens

Hinweis: Dieser Beitrag enthält Affiliatelinks/Werbelinks. Wenn du deine Tickets über einen dieser Link buchst, erhalte ich vom Anbieter eine Provision. Für dich verändert sich der Preis nicht.

Standard (18 Jahre +)18 EUR
Senioren ab 65 Jahre16 EUR
Studenten bis 25 Jahre16 EUR
Behinderte Personen + eine Begleitperson16 EUR
Kinder 11 - 17 Jahre16 EUR
Kinder unter 11 Jahrengratis

Am Schalter fallen 2 EUR Zuschlag an

Die Geschichte der Casa Vicens

1883 beauftragte der Börsenmakler Manel Vicens i Montaner den frisch aus der Architekturschule graduierten, 31-jährigen Antoni Gaudí mit dem Bau eines Sommerhauses auf dem "Land", zu jener Zeit war der heutige Stadtteil Gràcia noch eine eigenständige Gemeinde.

Über Señor Vicens selbst ist nicht viel bekannt, aber wie damals üblich erhielt das Haus seinen Namen, unter dem es auch heute noch, nach mehrmaligem Besitzerwechsel, bekannt ist. 1885 war der Bau der Casa Vicens abgeschlossen.

1925 wechselte die Casa Vicens das erste Mal den Besitzer und das Haus und der Garten wurden unter der Leitung von Joan Baptista Serra de Martinez erweitert. An der Ecke, wo die Avinguida de la Riera de Cassoles auf den Carrer de les Carolines trifft, wurde eine Kapelle zu Ehren der heiligen Santa Rita errichtet.

1935 wurden erneute Vergrößerung des Hauses durch den Architekten F.V. Ortenbach Bertram durchgeführt. Dieser am nördlichen Teil des Hauses angebrachte Teil existiert heute nicht mehr.

1945 waren die damaligen Besitzer gezwungen, Teile des Grundstücks zu verkaufen. Die Kapelle wurde wieder abgerissen. Auch der hohe Wasserfall, der im Garten Abkühlung und Privatsphäre sorgte, viel der Grundstückstaufteilung zum Opfer. Eine Nachbildung des Brunnens kann heute im Museu de les Aigües de Llobregat besichtigt werden.

2005 wurde die Casa Vicens von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

2017 began die Restauration der Casa Vicens, dabei wurden der Großteil der Originalprojekte von Gaudí wiederhergestellt und das Haus der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Zwei der orientalischen Türme durch ein schmiedeeisernes Geländer gesehen.

Der Tag der Santa Rita in der Casa Vicens

Im 18. Jahrhundert stand auf dem Grundstück, auf dem später die Casa Vicens gebaut wurde, ein Kurhaus der unbeschuhten Karmeliten, dessen Quelle für seine heilbringende Wirkung bekannt war. Die Quelle wurde nach der Schutzheiligen des Unmöglichen, Santa Rita, benannt. Später wurde das Sprudelwasser kommerzialisiert und 1927 an der Quelle eine Kapelle zu Ehren der Schutzheiligen errichtet.

Am Tag der Santa Rita wurde eine Messe für die Anwohner des Stadtviertels abgehalten, unter anderem die Segnung der Rosen. Diese Tradition soll aufrechterhalten und die Casa Vicens jedes Jahr am 22.05. der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, um Gläubigen die Möglichkeit zu geben, die Schutzheilige an einer für sie errichteten Weihestätte im Garten der Casa Vicens zu verehren.

Die Casa Vicens im Einklang mit der Natur - Baustil und Architektur

Mit ihrem etwas gezackten Äußeren und den gelb-blauen Keramikfliesen unterscheidet sich die Casa Vicens stark von den anderen Werken, die wir von Gaudí gewohnt sind.

Die bunte Casa Vicens vom Garten aus betrachtet, mit zwei Palmen im Vordergrund.
Die Casa Vicens erinnert von außen an ein Legohaus

Die Casa Vicens ist eine Collage verschiedener Baustile, mit starkem orientalischem Einfluss der Mudejar-, Perser- und Byzantinerkunst.

Gaudí verwendete traditionelle, lokale Materialen und Techniken auf höchst innovative Weise und vom islamischen Raucherzimmer bis zu den mit Fliesen bedeckten Badezimmern ist die Casa Vicens eine Art Villa Kunterbunt, die Elemente orientalischer und neoklassizistischer Architekturstile miteinander vereint.

In der Casa Vicens findet man noch gerade Linien, die Gaudí in seinen späteren, naturalistischen Werken vermied und Kurven den Vorzug gab.

Die Hauptfassade der Casa Vicens ist zum üppigen Garten hin ausgerichtet und nicht wie üblich zur Straße, was ebenfalls ihre Verbundenheit zur Natur symbolisieren sollte.

Besichtigung der Casa Vicens von innen

Wer die Anfahrt zur Casa Vicens unternimmt, sollte das Bauwerk auf jeden Fall auch von Innen besichtigen, da sich der Weg sonst nicht wirklich lohnt. Anders als bei der Casa Milà und der Casa Batlló, zeigt die Hauptfassade der Casa Vicens nach Innen, Richtung Garten und kann von außen nicht gesehen werden.

Mit den Eintrittskarten erhält man Zutritt zu allen 3 Stockwerken, sowie dem Untergeschoss, der Dachterasse und dem Garten.

Der Garten

Vom üppig vegetierten Garten aus kann man die Hauptfassade der Casa Vicens in seiner ganzen Pracht bewundern und die besten Fotos schießen, bevor man das Haus durch den Eingangsbereich betritt.

Die Veranda der Casa Vicens vom Garten aus betrachtet.

Gaudí verwendete im Garten nur Pflanzen, die im Mittelmeerraum ansässig waren und wenig Wasser benötigten, wie Palmen, Efeu, Mangolien und Rosen.

Schade nur, dass von dem monumentalen Brunnen, der sich hier einst über einem Parabolbogen ergoss, nichts mehr zu finden ist.

Das Erdgeschoss

Im Erdgeschoss, der Planta Noble, befanden sich die Räume die im täglichen Alltag von der Familie Vicens genutzt wurden. Im Esszimmer sind teilweise noch die von Gaudí entworfenen Originalmöbeln ausgestellt, sowie eine Kollektion alter antiker Gemälde.

Das Esszimmer mit Kamin, hölzernen Schränken und Ölgemälden.

Einen krassen Gegensatz zu diesem eher traditionell-konservativ wirkenden Raum, bildet das Raucherzimmer im islamischen Stil, das mit den kunstvoll bemalten, blau-goldenen Muqarna-Dekor an die Alhambra in Andalusien denken lässt.

Das islamisch anwärmende Raucherzimmer mit bunten Kacheln und blauer Gewölbedecke.

Auf dem Patio kann sich den zum Garten zeigenden Marmorbrunnen nochmal aus der Nähe ansehen.

Erster Stock

Im ersten Stock befinden sich die Schlafzimmer und die Bäder. Es wird vermutet, dass die Casa Vicens eines der ersten Häuser mit fließendem Wasser war.

Wie immer in Gaudí's Werken war die Natur eine ständige Inspirationsquelle und es scheint als würde sich der Garten mit den reichen Motiven aus Flora und Fauna an den Zimmerwänden und Decken fortsetzen.

Mit weissen Tauben bemalte Kuppeldecke.
Deckenmotiv des Kuppelsaals im ersten Stock

Das Dachgeschoss

Eine permanente Ausstellung im Dachgeschoss gibt mit Modellen und Originalbauplänen Gaudí's anschaulich Einblick in die Geschichte der Casa Vicens.

Die Dachterrasse mit ihren buntgekachelten, orientalischen Türmchen war früher im grünen und spärlich besiedelten Gràcia ein Ort der Zuflucht und Besonnenheit für die Hausbewohner. Heute bietet sie Ausblick auf die umliegenden Wohnungen und die aufgehängte Wäsche der Nachbarschaft.

Morgenländisch anmutender Turm auf der Dachterasse.

Das moderne, weiße Gewölbe im Untergeschoss beherbergt die Bibliothek und ein Souveniergeschäft. Auch die Toiletten sind im Untergeschoss zu finden.

Im Garten ist übrigens auch ein kleines Café mit Außenbestuhlung untergebracht, das wir aber nicht ausprobiert haben.

Geschrieben von Alex

Als ich vor 15 Jahren das erste Mal nach Barcelona kam, habe ich mich sofort in diese wunderschöne Stadt verliebt, also bin ich direkt hiergeblieben und mittlerweile ist Barcelona zu meiner Heimat geworden. In diesem Blog will ich euch "meine" Stadt vorstellen und euch zeigen, was Barcelona so besonders macht.

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