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Die bunte Casa Vicens vom Garten aus betrachtet, mit zwei Palmen im Vordergrund.

Casa Vicens- Gaudi’s erstes Haus

Die Casa Vicens war 1883 das erste grosse Projekt von Barcelona’s berühmtesten Architekten, Antoni Gaudí und prägte seine späteren Werke. Über die Jahre wurde die Casa Vicens vergrössert, verkleinert, verändert und renoviert und schliesslich 2017 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Dadurch ist die Casa Vicens noch relativ unbekannt bei Touristen und noch nicht so überlaufen wie die Casa Batlló und Casa Milà.

So kommt man zur Casa Vicens

Adresse: Carrer de les Carolines 20, 08012 Barcelona

Metro Station Lesseps oder Fontana L3

Durch ihre relative Nähe zum Park Güell kann man die Besuche dieser beiden Sehenswürdigkeiten geschickt miteinander verbinden (Lesseps ist die nächste Metro Station um zur Casa Vicens und zum Park Güell zu gelangen).

Casa Vicens Wiedereröffnung nach Corona

Die Casa Vicens kann ab 08. Juli wieder besichtigt werden. Tickets können momentan ausschliesslich Online und mit 25% Rabatt gekauft werden.

Casa Vicens Öffnungszeiten 2020

01. April – 30. September

  • Montag – Sonntag 10:00 – 20:00 Uhr (letzter Einlass 18:40 Uhr)

01. Oktober – 21. März 2021

  • Montag 10:00 – 15:00 Uhr (letzter Einlass 13:40 Uhr)
  • Dienstag – Sonntag: 10:00 – 19:00 Uhr (letzter Einlass 17:40 Uhr)

Geschlossen: 25.12. und 06.01.

Eintrittspreise und Onlinetickets für die Casa Vicens

Standard16 EUR
Senioren ab 65 Jahre14 EUR
Studenten 12 – 25 Jahre14 EUR
Behinderte Personen + eine Begleitperson14 EUR
Aufschlag geführte Tour pro Pax4 EUR
Kinder unter 11 Jahrengratis

Bei Ticketkauf bis 30. September fallen 25% Rabatt an, das Standardticket kostet also momentan 12,-€.

Standard-Tickets können über folgenden Link Online gekauft werden.

Am Schalter fallen 1,50 EUR Zuschlag an (Aktualisierung 26. Juni 2020: Am Schalter werden momentan keine Tickets verkauft).

Besichtigung der Casa Vicens von innen

Mit den Eintrittskarten erhält man Zutritt zu allen 3 Stockwerken, sowie dem Untergeschoss, der Dachterasse und dem Garten.

Vom üppig vegetierten Garten aus kann man die Hauptfassade der Casa Vicens in seiner ganzen Pracht bewundern, bevor man das Haus durch den Eingangsbereich betritt.

Im Erdgeschoss, der Planta Noble, befindet sich u.a. das Esszimmer mit Originalmöbeln und einer Kollektion alter Gemälde. Einen krassen Gegensatz zu diesem eher traditionell anwirkenden Raum bildet das Raucherzimmer im islamischen Stil.

Auf dem Patio kann sich den zum Garten zeigenden Brunnen aus der Nähe ansehen.

Im ersten Stock befinden sich die Schlafzimmer und die Bäder (die Casa Vicens war vermutlich eines der ersten Häuser mit fliessendem Wasser). Die Wände und Decken auf dieser Etage sind reich mit Motiven aus Flora und Fauna verziert. Von einem der Schlafzimmer gelangt man auf den Balkon, von dem man auf den darunterliegenden Garten blicken kann.

Mit weissen Tauben bemalte Kuppeldecke.
Deckenmotiv eines kleinen Kuppelsaals im ersten Stock

Eine permanente Ausstellung im Dachgeschoss gibt mit Modellen und Originalbauplänen Gaudí’s anschaulich Einblick in die Geschichte der Casa Vicens.

Die Dachterasse mit ihren buntgekachelten, orientalischen Türmchen war früher ein Ort der Zuflucht und Besonnenheit für die Hausbewohner. Heute bietet sie Ausblick auf das Stadtviertel Gracia und die aufgehängte Wäsche der Nachbarschaft.

Morgenländisch anmutender Turm auf der Dachterasse.

Das moderne, weisse Gewölbe im Untergeschoss beherbergt die Bibliothek und ein Souveniergeschäft. Auch die Toiletten sind im Untergeschoss zu finden.

Um aus dem Gebäude zu gelangen ist ein Umweg durch das Untergeschoss nicht unbedingt notwendig, auch wenn die Wegweiser einem das weismachen wollen. Geht man der Vollständigkeit halber trotzdem nach unten, gelangt man durch den Souvenirladen und über ein paar Treppenstufen wieder zum Ausgangspunkt in den Garten und zum Ein/Ausgang.

Die Casa Vicens im Einklang mit der Natur – Baustil und Architektur

Die Casa Vicens war eines der ersten vom Modernismus geprägten Gebäude in Katalonien und Europa, ein Baustil reich an natürlichen Formen und Baumaterial. Diesem Baustil blieb Gaudi sein ganzes Leben treu und hat diesen in späteren Werken perfektioniert.

Zwei der orientalischen Türme durch ein schmiedeeisernes Geländer gesehen.

Auch ein stark orientalischer Einfluss ist bei der Casa Vicens nicht zu übersehen, Gaudí benutzte viele Farben und morgenländische Dekorationselemente.

Was die Casa Vicens ausserdem ungewöhnlich macht, ist die Ausrichtung der Hauptfassade zum Garten hin und nicht wie üblich zur Strasse, was ebenfalls Verbundenheit zur Natur symbolisieren soll.

Die Geschichte der Casa Vicens

1883 beauftragte Manuel Vicens den noch unbekannten, 31-jährigen Antoni Gaudí mit dem Bau eines Sommerhauses auf dem “Land”; zu jener Zeit war der heutige Stadtteil Gracia noch eine eigenständige Gemeinde.

1885 war der Bau der Casa Vicens abgeschlossen. Der Garten wurde von einem Wasserfall dominiert, der von einem grossen, torartigen Brunnen fiel und gleichsam für Abkühlung und Privatsphäre sorgte.

Der Brunnen wurde 1945 abgerissen, nachdem die damaligen Besitzer gezwungen waren Teile des Grundstücks zu verkaufen. Eine Nachbildung des Brunnens kann heute im Museu de les Aigües de Llobregat besichtigt werden.

Stellen wir uns ein Haus vor, weder gross noch klein, ein Haus das wir als gewöhnlich bezeichnen könnten, bereichert und vergrössert verwandelt es sich in einen Palast.

Antoni Gaudí

1925 wechselte die Casa Vicens das erste Mal den Besitzer, das Haus und der Garten wurden vergrössert und an der Ecke wo die Avinguide de la Riera de Cassoles auf den Carrer de les Carolines trifft eine Kapelle zu Ehren der heiligen Santa Rita gebaut. (Bauleiter war nicht Gaudí, sondern Joan Baptista Serra de Martinez, ein von Gaudi empfohlener Architekt).

Auch die Kapelle fiel 1945 der Aufspaltung des Grundstücks zum Opfer und heute stehen dort Wohnhäuser.

Der Tag der Santa Rita in der Casa Vicens
Im 18. Jahrhundert stand auf dem Grundstück, auf dem später die Casa Vicens gebaut wurde, ein Kurhaus der unbeschuhten Karmeliten, dessen Quelle für seine heilbringende Wirkung bekannt war. Die Quelle wurde nach der Schutzheiligen des Unmöglichen, Santa Rita, benannt. Später wurde das Sprudelwasser kommerzialisiert und 1927 an der Quelle eine Kapelle zu Ehren der Schutzheiligen errichtet. Am Tag der Santa Rita wurde eine Messe für die Anwohner des Stadtviertels abgehalten, unter anderem die Segnung der Rosen. Diese Tradition soll aufrechterhalten und die Casa Vicens jedes Jahr am 22.05. der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, um Gläubigen die Möglichkeit zu geben, die Schutzheilige an einer für sie errichteten Weihestätte im Garten der Casa Vicens zu verehren.

1935 erneute Vergrösserung des Hauses durch den Architekten F.V. Ortenbach Bertram. Dieser am nördlichen Teil des Hauses angebrachte Teil existiert ebenfalls nicht mehr.

2005 wurde die Casa Vicens von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

2017 began die Restauration der Casa Vicens, dabei wurden der Großteil der Originalprojekte von Gaudí wiederhergestellt und das Haus der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

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