In diesem Artikel geht es ausnahmsweise nicht um die Sehenswürdigkeiten, Architektur oder Geschichte Barcelonas, sondern um die Esskultur – die schönste Kultur von allen. Und wenn etwas untrennbar zur spanischen Esskultur gehört, dann sind es Tapas.
Dabei sind Tapas natürlich kein bestimmtes Gericht, sondern vor allem eine Art zu essen: Mehrere kleine Portionen kommen auf den Tisch, jeder probiert von allem, dazu gibt es ein Bier, einen Vermut oder ein Glas Wein. Als Besucher könnt ihr euch so unkompliziert durch die spanische und katalanische Küche probieren.
Welche Tapas dabei auf den Tisch kommen, woher die Tradition eigentlich stammt und vor allem wo ihr in Barcelona gut Tapas essen könnt, zeige ich euch in diesem Artikel.


Vom Fliegenschutz zur Tradition
Um den Ursprung der Tapa ranken sich zahlreiche Geschichten und Legenden. Besonders häufig führen sie nach Andalusien im Süden Spaniens.
Tapa bedeutet wortwörtlich Deckel und die auf's Glas gelegte Tapa könnte in Gaststätten ursprünglich als Fliegenschutz gedient haben. Das funktionierte natürlich nur mit einer Scheibe Schinken oder einem Stück Brot, Tintenfischringe wären dafür eher ungeeignet.
Für die Wirte war die Tapa gleich doppelt praktisch: die salzigen Tapas regten den Durst an und verlangsamten gleichzeitig die Wirkung des Alkohols. Eine gute Kombination, wenn man seine Gäste möglichst lange bei Trinklaune halten möchte.
In einigen Teilen Spaniens gehört die Tapa noch heute ganz selbstverständlich zum Getränk dazu. Besonders bekannt für kostenlose Tapas sind Granada, Jaén und Almería in Andalusien sowie León in Nordspanien; auch in Madrid landet zum Getränk oft eine kleine Aufmerksamkeit aus der Küche auf dem Tisch.
Die Katalanen sind von Haus aus geizig sparsamer: In Barcelona bekommt ihr außer (mit Glück) ein paar Oliven oder Nüssen normalerweise nichts geschenkt. Trotzdem erfreut sich die Tapa auch hier großer Beliebtheit, denn schließlich gibt es kaum etwas Schöneres, als zwischen den Mahlzeiten zu essen.
Aus dem einfachen Happen zum Getränk entwickelte sich mit der Zeit eine erstaunliche Vielfalt. Jede Region Spaniens brachte ihre eigenen Zutaten und Spezialitäten mit ein – und aus Brot, Käse oder Schinken wurden die Tapas in allen möglichen Formen und Variationen.
In Katalonien werden Tapas vor allem als Vorspeisen für den ganzen Tisch bestellt und geteilt, bevor anschließend die Hauptgerichte kommen. Bei einem tapeo dagegen steht die Tapa im Mittelpunkt und ersetzt das Mittag- oder Abendessen. Dazu gibt es eine caña, Wein, Cava oder ...Vermut.
Die Stunde des Vermut
Eine der schönsten Gelegenheiten für ein paar Tapas ist die hora del vermut. Vor allem am Wochenende trifft man sich bei dieser tief verwurzelten Tradition vor dem Mittagessen auf einen Vermut und ein paar Tapas – gerade genug, um den Appetit anzuregen.
Dabei muss beim hacer un vermut nicht unbedingt Vermut im Glas sein. Der Ausdruck bezeichnet auch das Treffen selbst: mit Freunden oder Familie etwas trinken, ein paar Tapas bestellen und zusammensitzen.

Zum Vermut passen am besten einfache Tapas wie Oliven und conservas, also hochwertige Fisch- und Meeresfrüchtekonserven gegessen: anchoas (Sardellen), boquerones en vinagre (in Essig eingelegte Sardellen), sardinas en escabeche(marinierte Sardinen) oder berberechos (Herzmuscheln).
In Barcelona wird gerne roter Vermut (vermut negre) getrunken. Viele Bars und vermuteries haben ihre eigene Hausmarke, und in traditionellen Bodegas wird der Vermut teilweise noch direkt vom Fass ausgeschenkt.
Wo kann man in Barcelona gut Tapas essen?
Die Auswahl an Tapas-Bars in Barcelona ist riesig – von traditionellen Bars, in denen seit Jahrzehnten dieselben Klassiker auf den Tisch kommen, bis zu modernen Restaurants mit ausgefalleneren Kreationen. Hier findet ihr meine persönlichen Empfehlungen.
Bei beliebten Adressen solltet ihr nach Möglichkeit vorab reservieren, besonders am Wochenende. Viele traditionelle Tapas-Bars nehmen allerdings keine Reservierungen an. Dann hilft nur anstellen (oft sieht die Schlange vor der Tür schlimmer aus, als sie ist).
Toren bereisen in fremden Länder die Museen, Weise gehen in die Tavernen.
Erich Kästner
Barri Gòtic
La Plata ist eine Institution in Barcelona. Die kleine Eckkneipe ist meist proppenvoll, doch für einen ausgiebigen tapeo kommt man ohnehin nicht hierher. Hier wird eine Caña, ein Glas Wein oder ein Vermut bestellt und dazu ein, zwei Tapas im Stehen gegessen. Die Speisekarte ist legendär knapp pescaditos (kleine frittierte Fischchen) pa amb tomàquet mit Botifarra oder Sardellen und Tomaten-Zwiebel-Salat. Barcelona, wie man leibt und lebt.
Die Bar del Pi gehört für mich einfach zur Altstadt – sie war eine der ersten Bars, die ich nach meiner Ankunft in der Stadt besucht habe. Viel verändert hat sich seitdem nicht: traditionelle Tapas ohne Schnickschnack und eine Terrasse an einem der schönsten Plätze des Gòtic, direkt vor der gotischen Kirche Santa Maria del Pi. Besonders gut schmeckt hier die Bomba und die Kroketten.

Bodega La Palma liegt etwas tiefer im Gassengewirr des Barri Gòtic und hat sich mit Marmortischen, Weinfässern und alten Bildern viel vom Charakter einer traditionellen Bodega bewahrt. Besonders interessant ist der hausgemachte Vermut – eine gute Adresse also für die hora del vermut, begleitet von Wurst und Käse oder ein paar conservas. Auf der kleinen Karte stehen außerdem Klassiker wie Bravas und Kroketten sowie einige warme Gerichte.
La Vinateria del Call versteckt sich in einer schmalen Gasse des ehemaligen jüdischen Viertels El Call. In dem alten Gewölbe könnt ihr zwischen Steinmauern und bei schummrigem Licht traditionelle Tapas etwas feiner zubereitet genießen als in einer der klassischeren Bars. Auf der Karte stehen unter anderem iberische Wurst- und Schinkenspezialitäten, Käse und gegrilltes Gemüse sowie einige Schmorgerichte. Dazu gibt es eine gute Auswahl katalanischer und spanischer Weine.
Zim ist eine winzige, etwas versteckte Weinbar im Gòtic mit einer kleinen Auswahl an Weinen und einfachen Tapas wie Oliven, Käse und Wurst. Viel mehr braucht es hier auch nicht: Zim ist eher eine Adresse für einen Absacker und ein kleines pica-pica als für einen ausgedehnten Tapas-Abend.
El Born
Wenn ihr in der Carrer de Montcada auf eine Schlange trefft, führt sie möglicherweise nicht in eines der vielen Museen, sondern ins El Xampanyet. Die Nachbarschaftsbar hat sich viel von ihrem unkomplizierten Charakter bewahrt, und auch als Besucher fühlt man sich hier schnell mittendrin – im wahrsten Sinne des Wortes. Hier steht man Schulter an Schulter mit alten Männern aus dem Viertel und Touristen, während man an einem Glas Cava nippt und klassische Tapas aus conservas nascht.
Auch die Bodega La Puntual liegt nur wenige Schritte vom Picasso Museum entfernt. Zwischen der charcutería und Flaschen der ehemaligen Weinhandlung werden klassische Tapas serviert. Dahinter öffnet sich ein überraschend großer Gastraum mit hohen Decken, wo neben Tapas auch Reis-, Fisch- und Fleischgerichte auf der Karte stehen.

Tapes La Bona Sort befindet sich in den ehemaligen Stallungen eines historischen Gasthauses im Born. Zwischen alten Steinbögen öffnet sich ein schöner Patio, in dem ihr heute unter den Arkaden sitzen und essen könnt. Die Auswahl an Tapas reicht von Klassikern wie Bomba, buñuelos de bacalao und chipirones bis zu Chicken Fingers mit Teriyaki oder Hähnchenflügeln mit orientalischer Sauce. Dazu kommen Fleisch, Fisch und Gemüse vom Holzkohlegrill.
Die Bodega La Tinaja erinnert an eine alte Bodega in Andalusien. Von der Gewölbedecke hängen Schinken und an den Bruchsteinwänden reihen sich Regale mit Weinflaschen und tinajas – den traditionellen Tongefäßen, denen das Lokal seinen Namen verdankt. Auf die rustikalen Holztische kommen traditionelle Tapas und raciones, darunter Jamón Ibérico, Käse und Salmorejo. Dazu gibt es eine große Auswahl spanischer Weine und Jerez.
Für das typische Cal-Pep-Erlebnis solltet ihr euch einen Platz an der Theke sichern, wo ihr mit den Kellnern ins Gespräch kommt und mit etwas Glück sogar in den Genuss einer kleinen Gesangseinlage kommt. Allerdings seid ihr nicht die Einzigen – stellt euch also auf Wartezeiten ein. An den weiß gedeckten Tischen im hinteren Gastraum geht es deutlich ruhiger zu; hier könnt ihr auch vorab reservieren. Eine Speisekarte gibt es nicht: Die Kellner sagen an, was es an diesem Tag gibt, oder bringen auf Wunsch einfach eine Tapa nach der anderen, bis ihr genug habt. Bekannt ist das Lokal unter anderem für die Tortilla mit Chorizo. Bei Austern, Hummer und anderen Produkten zum Marktpreis lohnt es sich, vorher nach dem Preis zu fragen, um Überraschungen auf der Rechnung zu vermeiden.
Barceloneta
La Cova Fumada ist ein Klassiker in Barceloneta und kommt bis heute ohne Schild vor der Tür aus. Ihr erkennt die Bar aber problemlos an der Menschentraube, die sich davor bildet. Die Bar öffnet früh und schließt bereits am Nachmittag, wenn ihr ohne langes Warten einen Tisch ergattern wollt, kommt am besten schon am Vormittag. Schämt euch nicht, zu früher Stunde bereits eine Sangria zu bestellen – die Einheimischen machen es schließlich genauso. Dazu gibt es einfache, traditionelle Tapas. Unbedingt probieren solltet ihr die Bomba, die hier der Legende nach erfunden wurde.
Falls es mit einem Tisch in der Cova Fumada nicht klappt, müsst ihr nicht weit laufen: Die Bar Electricitat liegt gleich gegenüber. Auch hier sitzt ihr in einer traditionellen Nachbarschaftsbar zwischen alten Marmortischen, trinkt Wein vom Fass und bestellt dazu klassische Tapas wie Tortilla, Albóndigas, Calamares oder die für Barceloneta obligatorische Bomba.
Can Paixano (La Xampanyeria)
Von Olivenöl triefendes Tomatenbrot, hauchdünne Papierservietten und keine Chance auf einen Sitzplatz... trotzdem ist Can Paixano, besser bekannt als La Xampanyeria, fast immer rappelvoll. Der Grund steht in Flaschen hinter der Theke: der hauseigene Cava, den es neben der klassischen Variante auch als Rosé gibt. Getrunken wird im Stehen, dicht gedrängt zwischen Einheimischen und Touristen, dazu bestellt ihr einfache Tapas, Bocadillos und Wurst oder Käse. Alles andere als ruhig und bequem also, aber genau das macht den Charme des Paixano aus.
Eixample
Nur wenige hundert Meter vom Trubel rund um die Sagrada Família entfernt funktioniert die Bodega Nulles noch ganz traditionell: Vermut und verschiedene Weine kommen direkt aus dem Zapfhahn, Flaschen könnt ihr zum Ladenpreis mit einem kleinen Aufschlag am Tisch trinken. Dazu gibt es Tapas und Tagesgerichte wie Ensaladilla Rusa, Fricandó oder Vitello tonnato sowie frisch aufgeschnittene Wurst und Käse. Eine Spezialität sind außerdem die combinados de conservas mit Thunfisch, Boquerones, Anchovis, Oliven, Messermuscheln und gerösteter Paprika.
Das Entrepanes Díaz scheint direkt aus dem Madrid der der 1960er-Jahre nach Barcelona verpflanzt worden zu sein: runde Marmortische, gepolsterte Barhocker und ein langer Tresen, hinter dem Kellner vom alten Schlag in weißem Hemd und Fliege bedienen. Auf der Karte stehen hauptsächlich belegte Brötchen (entrepans), die unter anderem mit Calamares, Butifarra, Hähnchen oder geschmortem Ochsenschwanz gefüllt sind und sich gut teilen lassen. Für einen klassischen tapeo findet ihr außerdem Bomba, Kroketten und Omelette mit Chorizo und natürlich Platten mit Käse und Jamón.
Die Karte im Senyor Vermut ist wie gemacht für einen ausgiebigen tapeo. Die Auswahl an Tapas ist groß und die Preise erlauben es, gleich mehrere verschiedene zu bestellen. Wählen könnt ihr zum Beispiel aus Klassikern wie Ensaladilla Rusa, Kroketten, Tortilla, buñuelos de bacalao und vor allem die viel gelobten Bravas. Dazu passt der hauseigene, in Tarragona erzeugte Vermut. Auf der gut besuchten Terrasse wird die Aufenthaltsdauer zu Stoßzeiten auf eine Stunde begrenzt – für einen längeren Tapas-Abend würde ich deshalb eher drinnen Platz nehmen.
In der Bodega Gol in Sant Antoni kommen neben klassischen Tapas auch Gerichte auf den Tisch, die man längst nicht mehr in jeder Bar findet. Spezialität des Hauses ist der katalanische xup-xup de la iaia: langsam geschmorte Hausmannskost wie fricandó, cap i pota, callos oder Kichererbsen mit Schweineohr. Wer es weniger abenteuerlich mag, findet auf der nach Fußballspiel gegliederten Karte auch Ensaladilla Rusa, Bravas und croquetes de rostit.
Gràcia
In der Bar Bodega Quimet scheint sich zwischen großen Weinfässern, vollgestellten Flaschenregalen und alten Werbeplakaten seit Jahrzehnten nicht viel verändert zu haben. Nur die Karte ist moderner geworden: Neben klassischen conservas sowie Schinken- und Käseplatten findet ihr auch Bravas, Tortilla, Kroketten, Pimientos de Padrón und Calamares und sogar ein paar Tellergerichte. Dazu eine caña oder hausgemachten Vermut.
Hinter der Weinbar La Graciosa versteckt sich ein kleiner Innenhof, in dem ihr den Abend unter Lichterketten bei einer Flasche Naturwein verbringen könnt. Die Auswahl konzentriert sich auf weniger bekannte Weine kleiner Produzenten; was gerade ausgeschenkt wird, steht auf einer Tafel. Dazu gibt es ein unkompliziertes pica-pica mit Käse und Wurst aus Sardinien und Vitello tonnato.
Poble Sec
Eigentlich ist Tapas-Bar-Hopping in Barcelona nicht so ausgeprägt wie zum Beispiel in Madrid, meist verhockt man hier einfach in derselben Bar. Eine Ausnahme ist der Carrer del Blai, wo sich eine Tapas-Bar an die nächste reiht. Besonders verbreitet sind hier pintxos und montaditos, die bereits fertig auf dem Tresen stehen. Gute Anlaufstellen sind zum Beispiel Blai 9, Tasqueta de Blai und die Koska Taverna.

Die gesamte Straße ist Fußgängerzone und die meisten Bars haben eine Terrasse, wo man draußen sitzen kann. Für ein „immersives Erlebnis" solltet ihr einen Platz am Tresen ergattern – eingequetscht zwischen schreienden Spaniern angeregt plaudernden Katalanen und inzwischen mindestens genauso vielen Touristen.
Abseits der Pintxos-Bars am Carrer del Blai liegt Quimet & Quimet, eine winzige Bodega, die seit 1914 von derselben Familie geführt wird. Ein echtes Barcelona-Original also, das nie einen Grund brauchte, sich neu zu erfinden. Bekannt ist Quimet & Quimet vor allem für seine montaditos. Auf die kleinen Brotscheiben kommen conservas, Käse, Wurst, Pasteten und teilweise ziemlich ungewöhnliche Kombinationen. Zu den Spezialitäten des Hauses gehört der Montadito mit Räucherlachs, griechischem Joghurt und Trüffelhonig. Gegessen wird im Stehen, wo man eben noch Platz findet.
Tapas-Tour durch Barcelona
Wenn ihr Barcelona lieber gemeinsam mit einem Guide erkundet, könnt ihr euch auch einer * Tapas-Tour anschließen. Das ist besonders praktisch, wenn ihr allein unterwegs seid oder an einem Abend verschiedene Bars ausprobieren möchtet, ohne vorher selbst eine Route zusammenzustellen.

Neben den Tapas erfahrt ihr dabei auch einiges über Vermut, Wein und die Essgewohnheiten in Barcelona. Die meisten Touren werden auf Englisch angeboten – nach dem ersten Glas Wein klappt erfahrungsgemäß auch die Unterhaltung leichter.
*Affiliate-Link, wenn ihr hierüber bucht, erhalte ich eine kleine Kommission. Für euch entstehen natürlich keine Nachteile.
Typische Tapas Gerichte in Barcelona
Tapa bezeichnet zunächst einmal die Größe einer Portion, und entsprechend kann fast alles als Tapa auf den Tisch kommen: von Oliven oder einem Schälchen Nüssen bis zu Fleischbällchen, Kroketten oder einem Eintopf.
Auf der Speisekarte findet ihr neben Tapas häufig auch Raciones und medias raciones. Eine ración ist eine größere Portion zum Teilen, die media ración liegt dazwischen.
In Barcelona hört ihr auch häufig pica-pica. Picar bedeutet so viel wie „knabbern“ – beim pica-pica kommen verschiedene Tapas auf den Tisch, von denen alle probieren.
Tapas, Pintxos und Montaditos
Viele Bars in Barcelona haben sich auf Pintxos spezialisiert, die ursprünglich aus dem Baskenland stammen. Dabei werden die Tapas mit einem Zahnstocher auf einem Stück Brot festgespießt (pincho bedeutet Spieß).
Normalerweise könnt ihr euch die gewünschten Pintxos am Tresen direkt auf eure Teller laden. Bei Bezahlung werden später die Zahnstocher gezählt, es ist also wichtig, diese aufzubewahren und nicht versehentlich unter den Tisch fallen zu lassen.
Die pinchos morunos, kleine, gewürzte Fleischspieße, sind vor allem in Südspanien üblich, aber auch in Barcelona manchmal auf der Karte zu finden.

Die in Madrid beliebten Montaditos sind etwas größer und ohne Spieß, in Barcelona ist die Grenze zwischen Montadito und belegtem Brötchen (Bocadillo) etwas verschwommen.
Tapas aus der Dose
Nicht wundern solltet ihr euch, wenn Muscheln, Sardellen oder andere Meeresfrüchte direkt aus der Konserve kommen. Hochwertige conservas haben in Spanien einen ganz anderen Stellenwert als die vergessene Dose im Vorratsschrank und gelten keineswegs als minderwertiger Ersatz für frische Produkte. In traditionellen Bars werden sie teilweise sogar direkt in der geöffneten Dose serviert.
Tapas werden nicht nur gemütlich am Tisch gegessen. In traditionellen Bars teilt man sie am Tresen, dazu ein Glas Wein, Bier oder Vermut. Zwei bekannte Beispiele in Barcelona sind El Xampanyet und Quimet & Quimet – wo ihr inzwischen mindestens genauso viele Besucher wie Einheimische antrefft.
Die meisten Tapas, die ihr in Barcelona auf den Speisekarten findet, stammen nicht aus Katalonien, sondern aus verschiedenen Regionen Spaniens. Dazwischen gibt es aber ein paar katalanische Klassiker – und natürlich immer mehr moderne Tapas-Bars, die traditionelle Gerichte neu interpretieren.
Zu den Tapas, die ihr auf vielen Karten findet, gehören:
Pa amb tomàquet / Pan con tomate – Die Grundlage eines jeden tapeo, im wahrsten Sinne des Wortes. Geröstetes Brot wird mit reifer Tomate eingerieben und mit Olivenöl und Salz beträufelt, manchmal kommt noch Knoblauch dazu Pa amb tomàquet wird pur gegessen oder begleitet Käse, Schinken und andere Tapas.

Pernil Serrà - Luftgetrockneter Schinken ist die Mutter aller Tapas. Besonders hochwertig ist der jamón ibérico. Die Bezeichnung de bellota bedeutet, dass die iberischen Schweine während der Mastzeit Eicheln gefressen haben.
Fuet – Eine dünne, luftgetrocknete katalanische Schweinswurst, die in Scheiben geschnitten und gerne mit pa amb tomàquet gegessen wird.
Formatge curat – Gereifter Käse, der gerne mit Pa amb Tomàquet verzehrt wird. Besonders häufig findet ihr Manchego aus Schafsmilch.
Bomba – Eine der wenigen Tapas mit echten Barcelona-Wurzeln: Die frittierte Kartoffelkugel mit Hackfleischfüllung stammt aus der Barceloneta und wird traditionell mit allioli und scharfer Sauce serviert.

Patatas bravas – Die frittierten Kartoffelstücke mit salsa brava oder allioli (am besten mit beidem) dürfen bei keinem tapeo fehlen. Welche Bar die besten Bravas Barcelonas macht, gehört zu den großen Streitfragen der Stadt.
Ensaladilla rusa – Die spanische Variante des Kartoffelsalats mit Mayonnaise, Ei, Erbsen und häufig auch mit Thunfisch und Oliven.
Truita de patates – Das spanische Kartoffelomelett wird außer mit Eiern außerdem mit Kartoffeln zubereitet, häufig auch mit Zwiebeln. Als Tapa bekommt ihr ein Stück davon, manchmal auf Brot oder pa amb tomàquet.
Croquetas - Die spanische Krokette kann mit so ziemlich allem gefüllt sein (außer mit Kartoffeln). Klassisch werden sie mit Béchamel und jamón oder Huhn gefüllt; inzwischen gibt es sie mit allem von Pilzen bis Käse oder Spinat.
Pimientos de Padrón – Kleine grüne und milde Paprikaschoten, die in Olivenöl gebraten und mit grobem Salz bestreut werden.
Anchoas und Boquerones – Zwei verschiedene Arten, Sardellen zu servieren:anchoas werden in Salz eingelegt, boquerones meist in Essig mariniert. Beide passen hervorragend zu pa amb tomàquet.
Buñuelos de bacalao – Kleine frittierte Kabeljaukrapfen, die besonders in Katalonien beliebt sind.


Calamares – Frittierte Tintenfischringe A la romana kommen sie in einen Teigmantel, a la andaluza werden sie nur leicht mehliert und frittiert.
Chipirones - Kleine Tintenfische, die entweder gebraten (fritos), in ihrer Tinte (en su tinta) oder gefüllt (rellenos) zubereitet werden.
Chipirones – Kleine Tintenfische, die zum Beispiel gebraten oder gegrillt serviert werden.
Gambas a la plancha – Garnelen, die mit Olivenöl und Salz auf der heißen Platte gegrillt werden.

Pescaítos fritos – Kleine frittierte Fische, die knusprig und meist im Ganzen gegessen werden.
Leider ist in Spanien die Herstellung von foie (eigentlich foie gras), also Stopfleber von Gänsen oder Enten, noch immer legal und der Verzehr beliebt. In Deutschland ist diese ganz besondere Art der Tierquälerei bei der Herstellung verboten.
Abgesehen von kalten und frittierten Tapas findet ihr vor allem in traditionellen Bars und Bodegas auch Schmorgerichte als Tapas-Portionen. Dazu gehören etwa fricandó, dünn geschnittenes Rindfleisch in einer kräftigen Sauce mit Pilzen, callos (Kutteln) oder das katalanische cap i pota aus Teilen von Kalbskopf und -fuß.



Danke, klasse geschrieben
Hallo liebe Alex,
deine Tipps sind wundervoll. Wir (2 Er.&3 Kinder) sind ab die nächsten Tage in Barcelona. Wir wohnen in der Nähe der PLaza Espanya. Hast du auch für diese Gegend noch ein paar gute Tipps?
Liebe Grüße Michelle
Herzlichen Dank für dein Feedback Michelle 💙 Wenn ich in der Nähe der Plaça Espanya bin, gehe ich selbst meist ins Devil's Kitchen, Schnitzel essen, aber eine deutsche Bar wird euch sicherlich nicht interessieren. Hmmm, vielleicht kommt das Portonovo Silvestre für euch in Frage, ein Restaurant, das aber auch Tapas hat (und ein gutes Mittagsmenü für 15 EUR). Dann gibt es noch das MonDoré oder, etwas uriger, die Bodega Amposta und für Pintxos das Zarautz. Die TAPS Bar ist auch sehr nett, allerdings etwas klein..Ich hoffe, es ist etwas für euch dabei. Habt noch einen schönen Aufenthalt in Barcelona!
Liebe Alex!Unser Aufenthalt in Barcelona war wunderbar und wir haben deine Tipps zu Sehenswürdigkeiten und Lokalen gerne genutzt. schade, dass ich deine Seite erst so spät gefunden habe, sonst hätten wir die Sagrada Familia und den Park Guell bereits einige Wochen vorher gebucht (10 Tage vorher war beides bereits ausverkauft). Trotzdem hatten wir eine super Zeit. Wir waren im Portonovo Silvestre, wo wir eine tolle Paella gegessen haben und hatten uns am nächsten Tag in den frühen Abendstunden ins Taps gesetzt(und hatten Glück ohne Reservierung einen Tisch zu ergattern). Das Lokal war tatsächlich klein, aber die Tapas waren sooo lecker. Danke, danke, danke Alex
Liebe Grüße
Michelle mit Anhang
Danke für deine super nette Rückmeldung, liebe Michelle! Ich freue mich, dass ihr euren Aufenthalt in Barcelona genossen habt und euch meine Tipps hilfreich waren.
Bis zum nächsten Mal…Viele Grüße!
Liebe Alex,
danke Dir für diese tolle , informative und liebevoll
geschriebene Seite!
Wir sind diese ganze Woche in Barcelona,
ich interessiere mich sehr für Kunsthandwerkermärkte und für die lokalen Künstler und Designer.
Kannst Du mir da vielleicht ein paar Tipps geben auf welchen spanischen Websiten ich mich informieren könnte ob es entsprechende Veranstaltungen gibt.
Danke Dir
Liebe Grüße,
Vesna
Herzlichen Dank für dein Feedback, Vesna! Oje, ich fürchte, da fragst du die Falsche..Ich kenne nur das Palo Market Fest, das allerdings nur jedes erste Wochenende im Monat stattfindet, also erst wieder im November. Im Frühjahr finden immer wieder mal Kunsthandwerkermärkte statt und nach etwas googeln habe ich noch die Feria de artesanía y diseño gefunden, die aber wiederum erst im Dezember abhalten wird. Leider habe ich auch keinen Veranstaltungskalender Online gefunden, nur Info auf mehreren Blogs verteilt, aber auch nichts spezielles für Oktober, sorry! Sonst kannst du eventuell noch Fira Nova Artesania Les Rambles googeln, das scheint regelmäßig stattzufinden, kann aber auch Krams sein.
Viel Glück bei deiner Suche und viele Grüße,
Alex
Hallo Alex,
was für eine tolle Seite, da kann man sich ja jeden anderen Reiseführer sparen, vielen Dank für deine ausführlichen und liebevollen Berichte.
Da ich gesehen habe, dass auch andere in den Kommentaren Fragen an dich richten, versuche ich es auch mal;)
Ich fahre mit Freunden vom 9.- 12.5.24 nach Barcelona. Wir sind zu acht (Erwachsene) und ich habe echt Sorge, dass wir Platz zum Essen bekommen. Allerdings kann man ja jetzt nicht alles komplett durchplanen, wir wollen uns auch etwas treiben lassen und uns nicht nur an festgebuchten Zeiten orientieren- oder ist das bei der Anzahl der Personen unrealistisch? Wir wohnen in der Carrer de Floridablanca, gibt es dort in der Nähe vielleicht etwas für unseren Ankunftstag (der Flieger landet 11:30), das würde ich vielleicht doch schon reservieren.
Fragen über Fragen.
Ganz lieben Dank, Susanne
Hallo Susanne, vielen Dank, ich freue mich über jeden Kommentar, vor allem, wenn sie so positiv sind wie deiner!
Generell ist es schon immer besser, vorab einen Tisch zu reservieren, vor allem wenn ihr mehrere Personen seid und in ein ganz spezielles Restaurant wollt. Natürlich müsst ihr nicht jede Mahlzeit des Tages vorplanen, in Barcelona wimmelt es von Restaurants und man wird ohne Reservierung bestimmt nicht verhungern, aber je nach Stadtteil, Wochentag und Beliebtheit des Restaurants, muss man sich im besten Fall auf eine kleine Wartezeit einstellen, oder sich sonst eben etwas anderes in der Nähe suchen. Im Normalfall ist es auch nicht nötig, eine Woche vorher zu reservieren, es reicht 1 Tag vorher, oder sogar noch am selben Tag. Bei vielen Restaurants geht das ja mittlerweile auch direkt über Google, wo man dann auch ganz unkompliziert wieder stornieren kann.
In unmittelbarer Nähe der Floridablanca habt ihr das Restaurant Maur Urgell, das ich sehr gemütlich finde, die bieten vor allem Grillteller an, oder auch Pizza aus dem Holzofen. Ebenfalls um die Ecke habt ihr die Bar Ramón, eine typische, bodenständige Tapas Bar wo auch viele Locals hingehen. Auf der Carrer del Parliament gibt es auch einige Restaurants und Tapas Bars, zum Beispiel das Pepa Tomate Parlament, oder die Bar Calders.
Ich wünsche euch schon mal einen tollen Aufenthalt in Barcelona, lasst es euch gutgehen!
Danke liebe Alex,
wir sind gestern angekommen und genießen das Flair Barcelonas. Deine Tipps nehmen wir gern an und werden sie versuchen. Heut gibt’s noch ein Weinfest an der Markthalle um die Ecke und vorher möchten wir eine Runde shoppen…vielleicht hast du da noch einen Tipp.
Sagrada und Park Guell sind auch schon reserviert- wir haben ja bis Montag früh Zeit:)
Ganz liebe Grüße von der ganzen Gruppe
Liebe Susanne und Gruppe 🙂
wie schön, dass ihr nun hier seid, da habt ihr ja auch gleich sommerliche Temperaturen erwischt.
Shoppen in Barcelona..generell findet man rund um die Plaça Catalunya und in der Fußgängerzone Portal de l'Àngel die Modehäuser bekannter, spanischer und internationaler Ketten, wie Desigual, Zara usw. Auch im Kaufhaus El Corte Inglès gibt es eine gute Auswahl bekannter Marken und natürlich eine große Kosmetikabteilung. Aber das meiste davon gibt es sicherlich auch in Deutschland..
Die kleineren Boutiquen verstecken sich zum Beispiel im Stadtteil El Born und im Raval, wo ihr untergebracht seid, gibt es einige Vintage und Second Hand Läden, z.B. auf der Riera Baixa. Im gotischen Viertel kann man so ziemlich alles kaufen, von Souvenirs, über lokale Spezialitäten bis hin zu Klamotten und Schuhen.
Leider kann ich euch da keine konkreteren Tipps geben, weil ich mich beim Klamottenkauf generell schwer tue und meist in den üblichen Modehäusern ende. Da ist dann natürlich noch das Outlet La Roca Village, aber das wäre dann schon ein Halbtags- Ausflug, da müsstet ihr extra zum Shoppen nochmal nach Barcelona kommen 😉
Viel Spaß beim Weinfest und natürlich beim Sightseeing!