Die Sagrada Familia ist nicht nur die beeindruckendste Sehenswürdigkeit in Barcelona, sondern auch die meistbesuchte Attraktion in ganz Spanien.
Antoni Gaudí schuf mit seinem Lebenswerk eine gewaltige Bibel aus Stein. Insgesamt werden mehr als 150 Jahre zwischen der Grundsteinlegung und Fertigstellung der Sagrada Familia vergehen. Doch wie Gaudí bereits sagte: "Mein Auftraggeber hat keine Eile".

Die Sagrada Familia - Das Wahrzeichen von Barcelona
- Die Sagrada Familia (Heilige Familie) ist nach dem Petersdom im Vatikan die meistbesuchte Kirche Europas.
- Das Unesco Weltkulturerbe ist seit 1882 unter Konstruktion, voraussichtlicher Termin für die Fertigstellung ist das Jahr 2033 - mehr als 150 Jahre nach Baubeginn. Durch den Corona Lock-Down verzögerte sich die für 2026 geplante Beendigung.
- 137 Jahre lang wurde die Kirche illegal ohne Baugenehmigung konstruiert
- In der Krypta unter der Sagrada Familia liegt nicht nur Antoni Gaudí begraben, sondern auch der Gründer und Auftraggeber des Projekts, Josep Maria Bocabella i Verdaguers.
- Die Sagrada Familia ist seit Oktober 2025 die größte Kirche der Welt. Nach Fertigstellung des zentralen Turms wird sie mit 172,5 Metern knapp unter Barcelonas Hausberg Montjuïc liegen, denn laut Gaudí soll nichts von Menschenhand Geschaffenes größer sein als ein Werk Gottes
- Die Sagrada Familia ist keine Kathedrale und hat niemals einen Bischofssitz beherbergt. Ursprünglich gebaut als römisch-katholische Kirche wurde die Sagrada Familia 2010 von Papst Benedict XVI geweiht und zur Basilika Minor erhoben (traditionell werden Basilikas aufgrund ihrer Antike, Würde und historischen und/oder architektonischen Wert auserwählt).
- Der "Verein für die Beatifikation von Antoni Gaudí" hat einen Antrag auf Seligsprechung des Architekten an den Vatikan gestellt. Der nächste Schritt nach einer Seligsprechung wäre die Heiligsprechung. Da Gaudí weder Wunder verbrachte noch einen Märtyrertod starb, geht der Prozess etwas schleppend voran.
C/ de la Marina 41, 08013 Barcelona (º 24´ 283´´ | E 2º 10´486)
Sagrada Familia L2 L5
Hop On Hop Off Bus
Wenn ihr eure Online-Tickets über meine Links kauft, bekomme ich eine kleine Kommission, die mir hilft, diesen Blog aktuell zu halten. Für euch entstehen dabei keine Nachteile (die Buchungsplattformen erheben allerdings eine Gebühr gegenüber der offiziellen Webseite der Basilika).
Öffnungszeiten der Sagrada Familia
November - Februar
Montag - Samstag: 9:00 - 18:00 Uhr
Sonntags: 10:30 - 18:00 Uhr
März
Montag - Freitag: 9:00 - 19:00 Uhr
Samstags: 9:00 - 18:00 Uhr
Sonntags: 10:30 - 19:00 Uhr
April - September
Montag - Freitag: 9:00 - 20:00 Uhr
Samstags: 9:00 - 18:00 Uhr
Sonntag: 10:30 - 20:00 Uhr
Oktober
Montag - Freitag: 9:00 - 19:00 Uhr
Samstags: 9:00 - 18:00 Uhr
Sonntags: 10:30 - 19:00 Uhr
Besondere Öffnungszeiten:
25. + 26.12. und 01. + 06.01. :
9:00 - 14:00 Uhr

Onlinetickets für die Sagrada Familia
Tickets für die Sagrada Familia können ausschließlich Online gekauft werden
Alle Online-Tickets erhält man direkt per E-Mail. Die elektronischen Tickets können vor Ort auf dem Handy vorgezeigt werden und müssen nicht ausgedruckt werden.
| GetYourGuide (Webseite auf Deutsch) | Offizielle Webseite (auf Englisch + Spanisch) | |
|---|---|---|
| Erwachsene | 33,80 € | 26 € |
| Senioren ab 65 J. | 27,30 € | 21,00 € |
| Jugendliche | 31,20 € (11 - 17 J.) | 24,00 € (unter 30 J.) |
| Studenten | - | 24,00 € |
| Kinder bis 10 J. | Gratis | Gratis |
| Personen mit Behinderung + Begleitperson | - | Gratis |
| Eintrittskarte mit Turmbesichtigung | 46,80 € | 36 € |
| Anbieter-Webseiten | sagradafamilia.org |
Wenn ihr nicht mehr für eure Tickets zahlen, aber mich trotzdem unterstützen möchtet, könnt ihr mir auch direkt ein kleines Dankeschön über diesen sicheren Zahlungslink senden 🙏🏻.
Reserviert eure Tickets für die Basilika vor allem während der Hochsaison mindestens ein paar Tage vorher. Wenn ihr einen der Türme besichtigen wollt mindestens 2 Wochen vorher!
Wer zu spät kommt, verliert das Recht auf Einlass.
Alle Eintrittskarten beinhalten einen Audioführer, der über einen QR-Code vor dem Eingang der Basilika aufs Handy heruntergeladen werden kann, es müssen die eigenen Kopfhörer benutzt werden.
Die Audioführer sind in mehreren Sprachen (unter anderem auf Deutsch) und in mehreren Versionen verfügbar: Die Standard-Führung dauert 45 Minuten und die Express-Führung 25 Minuten. Man kann solange man möchte in der Basilika verbleiben (innerhalb der Öffnungszeiten).
Ticket mit Besichtigung der Türme
Wer einen der Türme der Sagrada Familia besichtigen will, sollte die Turmbesichtigung gleich mit der Eintrittskarte für die Basilika zusammen buchen. Da nur eine begrenzte Anzahl von Besuchern gleichzeitig auf die Türme darf, sind die Eintritte noch schneller vergriffen als die Tickets für die Basilika selbst.
Ganz Spontane können mit viel Glück am Info-Schalter vor dem Ausgang der Basilika gegen 10 EUR Tickets für die Türme erwerben. Wenn es überhaupt noch Tickets gibt, muss man meist längere Zeit auf ein freies Zeitfenster warten, fragt also bei Bedarf direkt nach Betreten der Basilika nach, so könnt ihr euch vorab in Ruhe das Kirchenschiff ansehen.
Mit der Standardbesichtigung inklusive Türme können entweder die Türme der Passionsfassade oder die Türme der Geburtsfassade besichtigt werden. Welchen Turm der Sagrada Familia besichtigen?
Kinder unter 6 Jahren haben aus Sicherheitsgründen keinen Zutritt zu den Türmen. Für Personen mit eingeschränkter Mobilität oder starker Sehbehinderung sind die Türme nicht zugänglich.
Info für Online-Buchung: Die verfügbaren Ticketoptionen (mit und ohne Besichtigung der Türme) erscheinen bei GetYourGuide nach Auswahl des Datums.
Sagrada Familia mit deutschsprachiger Führung
Deutschsprachige Führungen für die Sagrada Familia können entweder direkt über die Webseite der Basilika oder über den Anbieter Tiqets gebucht werden. Deutschsprachige Führungen werden nicht das ganze Jahr über angeboten. Bitte informiert euch über die Buchungs-Webseiten über die genauen Tage und Zeiten.
Bei einer Führung auf Deutsch erfährt man alle Einzelheiten über den Bau der Basilika und erhält Einblick in das Leben und Schaffen von Antoni Gaudí, dem genialen Erbauer der Sagrada Familia und vieler anderer berühmter Bauwerke in Barcelona.
Deutsche Führung direkt über die Sagrada Familia
Jeweils Freitags, Samstags und Sonntags um 15:45 Uhr (nicht immer verfügbar).
Preis: 30 €
Dauer: c.a. 50 Minuten
Deutsche Führungen mit über den Anbieter Tiqets
Im Sommer täglich um 12:30 Uhr, im Winter nicht jeden Tag verfügbar (Verfügbarkeit prüfen)
Preis: 49,50 €
Dauer: c.a. 90 Minuten
Englische Führung über GetYourGuide
Montags, Mittwochs und Freitags um 12:30 und 16:00 Uhr (Verfügbarkeit prüfen)
Preis: 56 €
Dauer: c.a. 75 Minuten
Wann in die Sagrada Familia
Wer seine Tickets rechtzeitig online kauft, steht vor der Frage, wann die beste Zeit für einen Besuch ist.
Wenn ihr die Wahl habt, rate ich euch, euren Besuch auf den Nachmittag zu legen. Bei sonnigem Wetter fällt das Licht dann durch die Buntglasfenster der Passionsfassade und erzeugt im Kirchenschiff eine Explosion aus rot-orangenem Licht. Diesen Effekt habt ihr schon ab der Mittagszeit, aber je mehr die Sonne nach Westen wandert, desto spektakulärer ist das Erlebnis.
Vormittags fällt die Sonne durch die Fenster der Geburtsfassade und erzeugt blau-grüne Lichtspiele, die nicht ganz so beeindruckend sind wie das warme Licht am späten Nachmittag (je nach Jahreszeit auch früher).



Wie ihr auf den Fotos seht, ist vormittags weniger los. Wenn ihr also lieber eure Ruhe haben wollt, dann solltet ihr euren Besuch der Sagrada Familia auf den frühen Vormittag gleich nach Öffnung legen und Wochenenden vermeiden.
Letztendlich hängt die Besuchszeit auch von eurem restlichen Programm und von der Verfügbarkeit ab ab. Die Sagrada Familia ist immer einen Besuch wert. Das Kirchenschiff ist groß und vor allem hoch, weshalb auch bei vielen Besuchern nie ein klaustrophobisches Gefühl entsteht, wie zum Beispiel in Gaudís Häusern auf dem Passeig de Gràcia.
Wenn ihr euch einen der Türme anseht, vermeidet die Mittagszeit, wenn die Sonne im Zenit steht und die Umgebung und die Fassade flach und harsch wirken lässt.
Die Fassaden der Sagrada Familia
Die Sagrada Familia hat 3 Fassaden, von denen jede einen wichtigen Abschnitt im Leben und Tod Jesu Christi symbolisiert. Zwei Fassaden wurden bereits fertiggestellt, eine davon zu Lebzeiten Gaudís. Die letzte Fassade befindet sich noch im Bau.
Geburtsfassade
Die zur aufgehenden Sonne ausgerichtete Geburtsfassade oder Krippenfassade symbolisiert die Geburt Jesu Christ. Die Geburtsfassade wurde größtenteils während der Lebzeiten Gaudís fertiggestellt und zeigt den direktesten Einfluss des Architekten auf.
Die Geburtsfassade ist reich verziert mit biblischen Szenen, in deren Mittelpunkt die heilige Familie steht, der die Kirche gewidmet ist: Josef, Maria und Baby Jesus. Dazwischen finden sich Geschöpfe und Symbole aus dem Tier- und Pflanzenreich, die typisch für Gaudís naturalistischen Baustil sind.
Aber auch geheimnisvollere, teilweise zweideutige Sinnbilder können an dieser Fassade entdeckt werden. Symbole wie die Hand Gottes oder die Tierkreiszeichen ließen Gerüchte entstehen, dass Gaudí ein Anhänger der Freimaurer war. Seine Zugehörigkeit des Ordens ist allerdings eher unwahrscheinlich, weil er dafür einfach zu römisch-katholisch war.

Auf Höhe der Glockentürme befindet sich ein Zypressenbaum, der Baum des Lebens, der von weißen Tauben umflattert wird. Darunter nistet ein Pelikan, der seine Flügel schützend über die Jungen hält, bereit, die Küken mit seinem eigenen Blut zu nähren.
Passionsfassade
Die Passionsfassade ist zur untergehenden Sonne ausgericht und symbolisiert den Leidensweg und Tod Jesu Christi und dessen "grausames Opfer" (nach Gaudís eigenen Worten).
Die Passionsfassade wurde von Gaudí als Kontrast zur von Leben sprühenden Geburtsfassade erdacht und nach dessen Tod von Subirachs aus nacktem Sand- und Kalkstein geschaffen. Mit Hell-Dunkel-Kontrasten, vorspringenden und zurückgesetzten Elementen und schräg stehenden Säulen wirkt sie wie ein Skelett und erzeugt eine fast unheilvolle Wirkung, genau wie es von Gaudí geplant war.

Glorienfassade
Die sich noch im Bau befindliche Glorienfassade repräsentiert den Weg zu Gott und ins Himmelreich. Diese nach Südosten ausgerichtete Fassade wird nach Fertigstellung die Hauptfassade sein und direkten Zugang zum Mittelschiff der Kirche gewähren.
Die Türme der Sagrada Familia
Nach ihrer Fertigstellung werden 18 Türe auf der Sagrada Familia in den Himmel ragen: 12 Glockentürme und 6 zentrale Türme. Bislang sind 14 fertiggestellt.
Die Glockentürme an den beiden fertiggestellten Fassaden repräsentieren acht der zwölf Apostel, die Glorienfassade und deren Glockentürme befinden sich noch im Bau.
Die bereits fertiggestellten zentralen Türme verkörpern die vier Evangelisten (Matthäus, Markus, Lukas und Johannes) und die Jungfrau Maria (am Stern zu erkennen).

In der Mitte der Zentralen Türme ragt der Turm des Jesu Christi auf, der noch auf seine Vervollständigung wartet. Nachdem im Oktober 2025 bereits ein Teil des krönenden Kreuzes auf der Spitze installiert wurde misst die Sagrada Familia nun 162,91 Meter und hat dem Ulmer Münster den Rang als höchste Kirche der Welt abgenommen. Die offizielle Einweihung des Turms soll im Juni 2026 stattfinden.
Das mit Glas überzogene begehbare Kreuz an der Spitze wird nach Vervollständigung über 17 Meter hoch sein und den Jesus-Turm zu einem der besten Aussichtspunkte in Barcelona machen, während die Glockentürme ihre vorgesehene Funktion übernehmen werden.
Die Sagrada Familia von innen
Kaum jemand, der zum ersten Mal das Innere der Sagrada Familia betritt, ist vorbereitet auf den Kontrast zum Äußeren der Basilika.
Während die Sagrada Familia von außen einem riesigen Termitenhaufen gleicht und eher träge und düster anmutet, erwartet den Besucher im Inneren des Kirchenschiffs eine ätherische Leichtigkeit und eine Explosion aus Licht und Farben.
Wer das Kirchenschiff unvoreingenommen auf sich wirken lassen will, kann diesen Teil auch überspringen.
Göttliche Kurven und überirdisches Licht
Gaudí war vor allem zu späteren Jahren stark gläubig und holte sich seine Inspiration aus der Natur, die er als ultimative göttliche Schöpfung ansah.
Göttlich oder nicht, natürliche Strukturen sind auf jeden Fall altbewährt und gerade Linien wird man weder in der Natur, noch in Gaudís ausgereifteren Werken finden. Mit Ausnahme der Passionsfassade, wo er gewellte Strukturen und Bögen opferte, um den Schmerz des Todes auszudrücken.
Die gerade Linie wurde vom Menschen gezogen, die Kurve ist die Linie Gottes.
Antoni Gaudí

Auch gotische Bauwerke mit ihren aufstrebenden Strukturen, wie die Kathedrale des Meeres, inspirierten den Architekten beim Bau der Sagrada Familia. Die hohen Deckengewölbe im Inneren der Basilika werden von schmalen, filigran wirkenden Säulen getragen, die wie Bäume im oberen Bereich verzweigt sind.
Die langen Buntglasfenster, die die irdische Welt mit der spirituellen Welt verbinden, lassen das einfallende Sonnenlicht durch die Fenster strömen und zeichnen farbige Lichterspiele an die Wände und Decken.

Die Fenster an der gen Nordosten ausgerichteten Geburtsfassade sind blau-grün getönt, während die Fenster an der gen Südwesten ausgerichteten Passionsfassade rot-orange gefärbt sind. Je nach Tageszeit wirken so unterschiedliche Lichteffekte im Inneren des Kirchenschiffs.
Besichtigung der Türme
Wer ein Ticket mit Zugang zu einem der Türme gekauft hat, kann mit dem Fahrstuhl nach oben fahren und den Ausblick aus 65 Metern Höhe über Barcelona genießen. Am beeindruckendsten sind aber die Blicke auf die Fassade und auf die zentralen Türme, die man so aus der Nähe bestaunen kann.
Die Besucheranzahl für die Türme ist beschränkt und es ist sehr wahrscheinlich, dass man vor dem Aufzug Schlange stehen muss.
Zurück nach unten geht's über eine Wendeltreppe, man muss also gut zu Fuß sein. Sperrige Rucksäcke müssen in den Schließfächern gelassen werden, da die Gänge in den Türmen sehr eng sind.
Alle Einzelheiten zur Besichtigung der Türme könnt ihr in diesem Artikel nachlesen.
Lohnt sich ein Besuch im Inneren der Sagrada Familia?
Wenn man mich fragt, was man sich in Barcelona unbedingt anschauen sollte, lautet meine Antwort: die Sagrada Familia! Die Sagrada Familia ist außergewöhnlich und kann nur in Barcelona bestaunt werden.
Antoni Gaudis Jahrhundertbauwerk ist mit keiner anderen Kirche der Welt zu vergleichen und eine Offenbarung des Genies und der Spiritualität des katalanischen Architekten.

Die Sagrada Familia ist die vielleicht einzige Sehenswürdigkeit in Barcelona, die alle Erwartungen erfüllt und nie enttäuscht - egal ob Architekturfans oder Kulturbanausen, Gläubige oder Ungläubige, alle lassen sich von der wunderschönen Basilika berühren.
Gottesdienst in der Sagrada Familia
Jeden Samstag und Sonntag werden in der Sagrada Familia internationaler Gottesdienste auf fünf Sprachen abgehalten (Katalanisch, Spanisch, Englisch, Französisch und Italienisch). Der Eintritt ist frei und es ist jeder willkommen, bis die Kirche gefüllt ist.
- Samstags von 20 bis 21 Uhr
- Sonntags von 9 bis 10 Uhr
Einlass ist ab 30 Minuten vorher über den Eingang an der Geburtsfassade an der Carrer de la Marina.
Da die Kirche über begrenzte Kapazität verfügt, lohnt es sich, pünktlich zu erscheinen. Außerdem sollte man daran denken, dass es sich um eine Andacht und nicht um eine touristische Veranstaltung handelt, das heißt: nicht mit Strandklamotten in die Kirche und nicht pausenlos Fotos knipsen.
An religiösen Feiertagen finden Sondermessen statt.
Geschichte der Sagrada Familia
Vater und geistiger Förderer des Templo Expiatorio de la Sagrada Familia war José María Bocabella i Verdaguers, ein religiöser Buchhändler, der von dem Wunsch getrieben war, die Werte der christlichen Familie zu fördern.
Als Sühnetempel wurde das Bauprojekt von Anfang an ausschließlich von privaten Spendern finanziert, die so ihr Image bei Gott aufpolieren konnten. Geld öffnet ja bekanntlich Türen, warum also nicht die Himmelspforten.
Die Bauarbeiten an der Sagrada Familia begannen 1882 unter der Leitung des ursprünglichen Baumeisters Francisco de Paula de Villar, der eine neogotische Kirche plante, ein beliebter Baustil dieser Zeit. Kurz nach der Grundsteinlegung zerstritt sich de Villar mit Bocabella und trat 1883 vom Projekt zurück. Nach seinen Plänen wurde nur die Krypta gebaut.
Der Architekt Gottes
Der damals 31-jährige Antoni Gaudí übernahm daraufhin voller Energie die Leitung des Baus und ließ seinen eigenen Stil in die neugotischen Baupläne einfließen.
Die Sagrada Familia nahm einen speziellen Platz in Gaudís Herzen ein, der mit zunehmendem Alter immer spiritueller wurde und 1914 von weiteren Projekten zurücktrat, um sich ausschließlich dem Bau der Kirche zu widmen. Seine Leidenschaft, Gläubigkeit und die Vielzahl christlicher Symbolik in allen seinen Werken brachten ihm den Spitznamen Architekt Gottes ein.
Gaudí war sich natürlich bewusst, dass die Sagrada Familia nicht während seiner Lebzeiten fertiggestellt werden würde und hielt seine Baupläne flexibel. Wichtig war ihm, dass der Geist des Werkes erhalten bliebe, auch wenn spätere Generationen diesen anders interpretieren und ihre eigenen Ideen in den Bau der Kirche einfließen lassen würden.

Der Architekt war dafür bekannt, sich selbst nicht strikt an seine Baupläne zu halten und häufig spontane Änderungen vorzunehmen, während sich die Bauarbeiten bereits in vollem Gange befanden.
So hinterließ er nach seinem plötzlichen Tod 1926, nachdem er von einer Straßenbahn angefahren worden war, nur wenige Bauzeichnungen und -modelle, von denen die meisten später während eines Brands zerstört wurden.
Das aktuelle Design der Sagrada Familia basiert hauptsächlich auf Rekonstruktionen und modernen Anpassungen der ursprünglichen Pläne Gaudís und vieles blieb den Interpretationen der Entwickler und Techniker überlassen.
Baugenehmigung 137 Jahre nach Grundsteinlegung
Wie sich erst vor ein paar Jahren herausstellte, fand der größte Teil der Bauarbeiten der Sagrada Familia ordnungswidrig und ohne Genehmigung statt.
Der Bau der Basilika begann 1882 und erst 1885 beantragte Gaudí eine Baugenehmigung im zuständigen Rathaus der Ortschaft El Poblet, welche später in die Stadt Barcelona eingemeindet wurde. Dass er darauf nie eine Antwort erhielt, scheint ihn nicht weiter gestört zu haben, denn schließlich sind wir ja hier in Spanien und nicht in Deutschland.
Erst 2016 fiel jemandem im Rathaus von Barcelona auf, dass keine gültige Genehmigung vorlag und so wurde 2019 rückwirkend die Baugenehmigung erteilt.
Die Stadt verzichtete wohlwollend auf eine Strafzahlung und berechnete der Basilika nur 4,6 Millionen Euro an ausstehenden Baugebühren und Steuern. Davon abgesehen muss der Bauvorstand eine Entschädigung von 36 Millionen Euro an die Stadt Barcelona entrichten, um die Auswirkungen zu mildern, den die c.a. 4 Millionen Besucher der Basilika im Jahr auf Barcelonas Infrastruktur haben.
Was gibt es in der Nähe der Sagrada Familia zu entdecken?
Fototipp: Vom Plaça de Gaudí habt ihr einen schönen Blick auf die gesamte Geburtsfassade und das Äußere des Kirchenschiff der Sagrada Familia. Der kleine See und die Bäume im Vordergrund geben zudem eine malerische Fotokulisse ab.

Ganz in der Nähe der Basilika liegt die Jugenstilanlage Sant Pau, die einst das bedeutendste Krankenhaus von Barcelona war.
Von der Sagrada Familia gelangt man über die schnurgerade Avinguda de Gaudí direkt bis zum wunderschönen Verwaltungsgebäude des ehemaligen Hospitals. Wer will, kann in einem der Straßencafés auf der verkehrsberuhigten Allee verweilen und die Sagrada Familia nochmal aus der Ferne bewundern.
Essen und trinken in der Nähe der Sagrada Familia
Wer vor Besuch der Sagrada Familia noch ausgiebig frühstücken will, kann dies gut und reichlich im Bristol Café tun, das c.a. 6 Gehminuten von der Sagrada Familia entfernt liegt.
Im Restaurant Madre Taberna Moderna kann man nicht nur Tapas und Paella essen, sondern sogar erstaunlich gute Tapas und Paella essen. Obwohl man von der Terrasse des beliebten Restaurants einen tollen Bill auf die Sagrada Familia hat, hat sich das Restaurant seinen Qualitätsstandard bewahrt und sich nicht zur typischen Touristenfalle entwickelt.

Von der Chill-Out Zone auf dem Rooftop des Ayre Hotel Rosselón kann man die Sagrada Familia aus einer anderen Perspektive betrachten, nämlich liegend und von oben, und dabei noch einen leckeren Cocktail schlürfend. Die Rooftop-Terasse ist auch für Nicht-Hotelgäste zugänglich und sehr beliebt, Vorabreservierung über die Webseite ist erforderlich (unbedingt schon einige Tage vorher reservieren!).

