Das wohlhabende Bürgertum prägte zwischen dem 19. und 20. Jahrhundert das Stadtbild von Barcelona mit ihren prachtvollen Herrenhäusern.
Einer dieser Prachtbauten ist der Palau Güell, ein städtischer Luxuspalast im Herzen von Barcelona und lange Zeit das Zuhause des Industriellen Eusebi Güell, bevor er in seinen mittlerweile berühmten Park zog.
Der Palau Güell war das erste große Bauprojekt, an dem Eusebi Güell und Antoni Gaudí zusammenarbeiteten und der Beginn einer produktiven Freundschaft.
Wie immer hinterlasse ich euch Links, über die ihr eure Eintrittskarten buchen könnt. Für jede erfolgreiche Buchung erhalte ich eine kleine Kommission, für euch ändert sich der Preis dadurch nicht.
C/ de Nou de la Rambla, 08001 Barcelona
Liceu L3
Bus Turístic: Colom - Museo Marítim
Öffnungszeiten des Palau Güell
Frühling/Sommer (1.April - 31 Oktober):
10:00 - 20:00 Uhr
Herbst/Winter (1. November - 31 März):
10:00 - 17:30 Uhr
Letzter Eintritt eine Stunde vorher.
Geschlossen:
Montags (außer an Feiertagen)
25. + 26. Dezember
1. + 6. Januar
Letzte Januarwoche (für Instandhaltung)
Tickets für den Palau Güell
In den Ticketpreisen ist ein Audioführer beinhaltet, der auf 13 Sprachen (unter anderem auf Deutsch) verfügbar ist.
| Standard | 15 € |
| Senioren ab 65 Jahren mit Ausweis | 12 € |
| Studenten mit Ausweis | 5 € |
| Kinder + Jugendliche zwischen 13-18 J. | 5 € |
| Kinder unter 12 J. in Begleitung eines Erwachsenen mit Ticket | Gratis |
| Personen mit Behinderungsgrad ab 65 % plus Begleitperson | Gratis |
| Preis für Erwachsene mit der Barcelona Card | 12 € |
Beim Ticketkauf über diesen Link fallen keine Gebühren an.
Jeden ersten Sonntag im Monat freier Eintritt.
Tage der offenen Tür: 12. Februar, 23. April, Museumsnacht (Datum weicht ab), 24. Mai, 9. Juni, 11. September, 24. September. Tickets müssen Online eine Woche vorher über die offizielle Webseite des Palau Güell bestellt werden, solange der Vorrat reicht.
Die Geschichte des Palau Güell
Obwohl die Güells eine der reichsten und einflußreichsten Familien jener Zeit war, sind nur wenige Einzelheiten über ihr Leben im Palau Güell bekannt. Hinzu kommt, dass die Baupläne des Palau Güell während des Zivilkriegs bei einem Brand in Gaudís Studio verloren gingen. Die wenige Info, die uns heute über den Palau Güell und seine Bewohner vorliegt, wurde aus Presseausschnitten von jener Epoche zusammengestückelt.
Das erste große Bauprojekt von Güell und Gaudí
Jeder Barcelona-Reisende kennt (hoffentlich) den Park Güell, eines der berühmtesten Werke Gaudis. Die wenigsten wissen aber, dass Eusebi Güell und Antoni Gaudí schon vor Entstehung des phantasievollen Parks an mehreren Projekten zusammengearbeitet hatten. Die beiden Männer waren gute Freunde und zum Schluß sogar Nachbarn im Park Güell, genauer gesagt waren sie die einzigen Bewohner der geplanten Gartenstadt.

Güell beauftragte Gaudí 1888 mit dem Bau des Palau Güell, der als Residenz für seine vielköpfige Familie dienen und außerdem noch genug Raum für soziale Veranstaltungen bieten sollte. Güell war ein einflussreicher Industrieller und Politiker mit ausgeprägtem Sozialleben sowie Vater von 10 Kindern, kein leichtes Unterfangen also für Antoni Gaudí.
Ein Wohnpalast im Raval
Während Güells Zeitgenossen wie Milà und Batlló ihre Herrenhäuser im gutbürgerlichen und weitläufigen Modestadtteil Eixample errichten ließen, wählte Güell das Raval als Sitz seines neuen Heims. Ein Stadtteil mit einer kulturell reichen Vergangenheit, das aber seine Glanzzeit hinter sich hatte und auch damals schon etwas verrucht war.
Güell besaß ein geerbtes Familienanwesen auf der berühmten Rambla von Barcelona und als praktischer und vorausschauender Mann kaufte er ein Haus in unmittelbarer Nähe im angrenzenden Stadtteil Raval. Drei Jahre später ließ er dieses Haus abreißen, um Platz für seinen Wohnpalast zu schaffen. (Das Familienanwesen auf der Rambla wurde später durch einen Korridor mit dem Palau Güell verbunden).
Die Grundstücke in der dicht besiedelten Altstadt waren nicht sehr groß und Güell ergatterte nach Baubeginn noch zwei weitere Häuser, die an das Grundstück angrenzten und die er ebenfalls abreißen ließ. Selbst das erwies sich noch als recht eng für sein ehrgeiziges Bauprojekt.
Aber Gaudí war bekannt für sein Talent, innovative und fast schon radikale Lösungen bei seinen Bauprojekten zu finden. Er meisterte die Herausforderung auf seine typische, kreative Art und errichtete auf relativ kleiner Fläche einen prächtigen Wohnpalast, der den Reichtum und sozialen Status Güells zum Ausdruck brachte.
Der Bau des Palau Güell dauerte von 1886 bis 1890, die Fertigstellung der dekorativen Elemente und der Inneneinrichtung wurde erst 1895 beendet.
Der Palau Güell seit seiner Entstehung bis heute
Knapp 20 Jahre lebte Güell in seinem Wohnpalast. Nach gewalttätigen Aufruhren im Zentrum von Barcelona zog es ihn in den ruhigeren Norden, wo er bis zu seinem Tod 1918 eine der zwei Villen in seinem berühmten Stadtpark bewohnte, mit Gaudí als einzigem Nachbarn.
Nach Güells Tod ging der Palau in den Besitz seiner Gattin und seiner Kinder über. Mit Ausbruch des Bürgerkriegs 1936 wurde der Palau Güell beschlagnahmt und als Polizeistation mit Gewahrsamszellen missbraucht.
1945 übertrug Güells Tochter den Palast an den Provinzialrat von Barcelona, unter der Voraussetzung, dass das Gebäude unverändert erhalten bliebe und rein kulturellen, künstlerischen oder wissenschaftlichen Zwecken dienen solle.
Beinahe endete das Gebäude im Besitz eines amerikanischen Millionärs, der den Palau Güell Stein für Stein abtragen und in den USA neu errichten lassen wollte. Ein Barcelona-Souvenir der ganz besonderen Art.
Der Stadtrat von Barcelona hielt sich an sein Wort und im Laufe der Jahrzehnte beherbergte der Palau Güell unter anderem ein Theatermuseum und ein Filmmuseum.
Zweifellos inspiriert vom Erfolg anderer Gaudí Werke, die wahre Touristenmagnete sind, wurde der Palau Güell nach einer grundlegenden Restaurierung größtenteils in seinen Originalzustand zurückversetzt und 2011 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht
Der Palau Güell wurde 1984 zum UNESCO Welterbe erklärt, zusammen mit 6 weiteren Bauwerken von Gaudí.
Architektur des Palau Güell
Der Palau Güell war einer der ersten großen Aufträge, den Antoni Gaudí erhielt. Zu jenem Zeitpunkt hatte der Architekt seinen eigenen Stil noch nicht gefunden und experimentierte mit verschiedenen Baustilen.
Obwohl der Palau Güell gerne als ein Werk des katalanischen Jugendstils (Modernisme) beschrieben wird, inspirierte sich Gaudí beim Bau des Palau Güell vor allem an der mittelalterlichen Mudéjar Kunst. Wie bereits in der Casa Vicens arbeitete der Architekt im Palau Güell viel mit dekorierten Keramikfliesen, Kassettendecken, parabolischen Bögen und Kuppeln.
Für den Bau des Palau Güell wurde hauptsächlich eine Mischung aus Marmor und Kalkstein aus dem familieneigenem Steinbruch in Garraf verwendet sowie eine Vielzahl von verschiedenen Holzarten wie Eukalyptus, Eiche, afrikanisches Teakholz, Ebenholz und Palisander.
Der Palau Güell von außen
Im ärmlichen Viertel Raval erhob sich der Palau Güell inmitten von Cabarets und Bordellen wie eine Festung, die ihre Bewohner in tröstlichen Luxus hüllte und von der Außenwelt isolierte. Die dreistöckige, schmucklose Fassade sollte bewusst einschüchternd wirken und wird von Sandstein und Eisen dominiert.
Die phantasievollen Schornsteine auf dem Dach, eine Vorahnung auf Gaudis naturalistische Phase, bleiben Vorbeigehenden von unten weitgehend verborgen.

Die Güells und ihre Gäste gelangten mitsamt ihren Pferdekutschen durch einen der beiden Kettenbögen direkt ins Innere der Festung. Das andere Tor diente als Ausgang, so dass sich ankommende und ausgehende Gäste nicht in die Quere kamen. Wer genau hinblickt, erkennt die Initialen Eusebi Güells zwischen den Schnörkeln der schmiedeeisernen Gitter.
Die Gitter dienten nicht nur dazu, unwillkommene Gäste abzuhalten, sondern auch unwillkommene Blicke - sie erlauben den Blick von innen nach außen, aber nicht umgekehrt. Zwischen den Toren ruht ein Phoenix mit ausgebreiteten Flügeln auf dem Wappen von Katalonien, ein Ausdruck von Güells politischer Überzeugung.
Angemessen unauffällig ist der Eingang auf der rechten Seite des Gebäudes, der dem Personal diente.
Besichtigung des Palau Güell von innen
Wer beim Anblick der schmucklosen Fassade des Palau Güell enttäuscht blieb, wird im Inneren mit der Extravaganz entschädigt, die man von einem Palast erwartet.
Edle Materialien wie Marmor in verschiedenen Farben (aus dem familieneigenen Steinbruch in Garraf), Alabaster und kostbare Holzsorten mit reich verzierten Holzschnitzereien dominieren das Innere des Palau Güell. Auch wenn der pompöse Stil Geschmacksache ist, erfüllte er zu seiner Zeit zweifelsfrei seinen Zweck, nämlich Gäste zu beeindrucken und den Stellenwert der Familie zum Ausdruck zu bringen.
Auf insgesamt 8 Stockwerken und Zwischenstockwerken liegen reich verzierte Säle und Räume mit so klangvollen Namen wie "Der Saal der verlorenen Schritte" und der "Raum der Vertraulichkeit" (auf Spanisch klingt das natürlich viel besser).
Der Fokus der Besichtigung des Palau Güell liegt auf der Architektur und es wurde bewußt entschieden, die erhaltenen Möbel nicht an ihren Originalstandorten zu lassen, sondern separat in einigen wenigen Räumen des Palasts auszustellen.
Die unteren Geschosse des Palau Güell
Empfangsbereich und Garage
Von der Straße führen zwei Portale ins Innere das Palau Güell, von denen damals wie heute eines als Eingang und das andere als Ausgang dient. Die Portale, die in der Mitte einen Durchgang für Personen haben, konnten in ihrer gesamten Breite geöffnet werden, um Pferde und Kutschen aufzunehmen.
Die Eingangshalle diente hauptsächlich als Empfangsraum und Drehkreuz für die ankommenden und ausfahrenden Kutschen. Güell war ja wie bereits erwähnt ein sehr einflussreicher und sozialer Zeitgenosse.
Außerhalb der Sichtweite der illustren Gäste, lagen der Bereich des Pförtners und die Lager- und Diensträume im hinteren Bereich. Selbst an eine Garage für die Kutschen der Gäste wurde gedacht, um nicht die engen Straßen zu versperren. Heute befinden sich hier Schließfächer, wo man vor der Besichtigung große Taschen und Rucksäcke zurücklassen kann.
Von der Eingangshalle führen zwei Rampen ins Untergeschoss zu den ehemaligen Pferdeställen, wo die Tour beginnt.
Die Pferdeställe
Der beeindruckende Gewölbekeller im Untergeschoss wird von dicken, runden Backsteinsäulen gestützt. Über eine breite Rampe gelangten die Pferde vom Eingangsbereich in die individuell abgetrennten Ställe. Die engere spiralförmige Rampe wurde von Personen genutzt.

Das offene Patio, zu dem die Pferde ebenfalls Zugang hatten, diente als Licht- und Luftzufuhr. In einer Zisterne wurde Regenwasser gesammelt, ein System das Gaudí später im Park Güell perfektionierte.
Güells Geschäftsräume
Von der Eingangshalle führt eine Treppe aus Marmor nach oben in die Zwischenparterre. Diese Etage war dem politischen und geschäftlichem Leben gewidmet und Besucher gelangten so direkt in Güells Homeoffice, ohne die privaten Wohnräume durchqueren zu müssen. Des Weiteren waren hier Güells Bibliothek und die Archive untergebracht.
Der Hauptbereich des Palau Güell
Der Hauptbereich eines jeden gutbürgerlichen Hauses in Barcelona wird als Planta Noble bezeichnet, was soviel wie "edle Etage" bedeutet. Im Palau Güell ist diese Etage besonders edel und ganze drei Stockwerke hoch, die in gesellschaftliche und private Bereiche gegliedert sind.
Da Gaudí auf begrenztem Raum arbeiten musste, baute er den Hauptbereich kurzerhand in die Höhe, statt in die Breite. Alle Räume, Säle und Gänge sind um einen zentralen vertikalen Saal angelegt, der das Rückgrat der Plante Noble bildet.
Der Zentrale Saal
Jeder Palast, der etwas auf sich hält, braucht einen Festsaal, um die illustren Gäste zu empfangen und zu unterhalten.
Der zentrale Saal des Palau Güell erstreckt sich über drei Stockwerke in die Höhe und wird von einer perforierten Kuppel gekrönt, die als Lichtzufuhr dient.

Im unteren Teil des zentralen Saals versammelten sich während Konzerten und anderen kulturellen Veranstaltungen die Gäste, während das Orchester im Zwischenstockwerk Platz nahm. Die Orgel erstreckt sich über alle Stockwerke: im unteren Teil befindet sich die Klaviatur und oben dröhnten die Orgelpfeifen. Diese geniale Raumaufteilung nutzte jeden Quadratmeter des vorhanden Platzes aus und sorgte obendrein noch für eine perfekte Klangakustik.
Selbst Gottesdienste wurden im zentralen Saal abgehalten - der Altar lag hinter zwei reich verzierten Türen, die nach Bedarf geöffnet und geschloßen werden konnten. Die Heiligenstatue, die über dem Altar hing und an die gegenwärtig nur noch ein Bild erinnert, ging verloren.
Alle Räume und Gänge auf dieser Etage dienten hauptsächlich dazu, Besucher zu beeindrucken und mit der sozialen Stellung der Familie anzugeben, weshalb dieser Teil des Palau Güell besonders luxuriös dekoriert ist. Es wurde an alles gedacht, was Mann und Frau begehrten, zum Beispiel ein Raucher- bzw. Gesellschaftszimmer für die Herren und ein Puderraum für die Damen.

Auch das Esszimmer der Familie Güell und ein Billardraum befinden sich auf diesem Stockwerk. Das Esszimmer ist der einzige Raum im Palau Güell, der noch mit den Originalmöbeln ausgestattet ist.
Der Wohnbereich
Im oberen Teil der Planta Noble lag der private Wohnbereich der Familie Güell. Die Zimmer auf dieser Etage sind um eine Galerie mit Fenstern angeordnet, die auf den zentralen Saal blicken. Die Räume sind etwas schlichter dekoriert als im öffentlichen Bereich und Gaudí arbeitete hier hauptsächlich mit hellem Teakholz.
Der erste Raum, den man auf dieser Etage betritt, war das gemeinsame Wohnzimmer, das wie in jedem Heim Treffpunkt für familiäre Aktivitäten war. Bei den vielen Zimmern im Palau Güell lief man sich sonst wahrscheinlich eher selten über den Weg.
Die getrennten Schlafzimmer des Ehepaars zeigten zum ruhigen Hinterhof und sind durch einen Durchgang miteinander verbunden.
Bei so vielen Räumen im Palau Güell sollte man meinen, dass jedes der zehn Kinder der Familie ebenfalls ein eigenes Schlafzimmer hatte. Aber da ein großer Teil des Palast für soziale Events draufging und sich vor allem die älteren Kinder nicht immer gleichzeitig im Haus aufhielten, wurde hier an Raum gespart.
Gaudí entschied sich, statt kleinen separaten Zimmern einige größere Gemeinschaftsschlafsäle zu erbauen, in die sich die Kinder quetschten. Nur die ältesten Tochter besaß ihr privates Schlafzimmer, das der angehenden Künstlerin auch als Studio diente.
In einigen der Kinderschlafzimmern sind heute noch Originalmöbel ausgestellt, die teilweise von Gaudí entworfen wurden. Das Prachtstück der Sammlung ist ein von Gaudí für Isabel Güell entworfener Divan, auf dem sich die Señora einst im Schlafzimmer räkelte. Fotos helfen den Betrachtern dabei, sich die Möbel an ihren Originalstandorten in den verschiedenen Wohnräumen vorzustellen.
Andere Möbel stammen vermutlich aus den ehemaligen Familienanwesen der Güells auf der Rambla und im gotischen Viertel (dem Palau Fonollar). Auch Möbel aus der Zeit nach den Güells, als der Palau verschiedenen Zwecken diente, können hier bewundert werden.
Der "Blaue Saal", der heute den Charme eines Warteraums einer Zahnarztpraxis ausstrahlt, diente vermutlich als eine Art Zimmer für alles: als Schlafzimmer für die jüngeren Kinder sowie als Wäsche- und Bügelraum.

Einer der schönsten Räume auf dieser Etage ist die Toilette, mit mosaikbesetzten Wänden und einem edel bemaltem Thron, wie es sich für einen Palast eben gehört.
Der Dachboden und die Dachterrasse
Das Dachgeschoss war früher das Reich des Dienstpersonals. Neben einer Küche und dem Wäscheraum lagen hier auch mehrere abgetrennte Unterkünfte für die Bediensteten. Heute besteht das Dachgeschoss aus einer einzigen, offenen Galerie und Schauplatz verschiedener temporärer Ausstellungen (zum Zeitpunkt meines Besuchs eine Ausstellung über Trencadís).
Einer der Höhepunkte des Besuchs im Palau Güell ist im wahrsten Sinne des Wortes die Dachterrasse. Es scheint, als konnte Güell hier seiner Kreativität, für die er so bekannt ist, endlich freien Lauf lassen.
Insgesamt erhaben sich auf dem Dach zwanzig Schornsteine und Rauchabzüge für die zahlreichen Kamine, die sich in allen Zimmern des Palau Güell befinden, einschließlich der Badezimmer. Gaudí besetzte die Schornsteine mit bunten Keramik- und Glasscherben und verwandelte sie so in phantasievolle Kunstwerke.
In der Mitte der Dachterrasse ragt eine 15 Meter hohe Turmspitze empor, die die Kuppel der zentralen Halle schützt. Geziert wird der Turm von einem Drachen, der ein immer wiederkehrendes Symbol in Gaudís Werken ist.

Die Dachterrasse bietet einen interessanten Blick auf einige der emblematischen Wahrzeichen von Barcelona, wie der Kathedrale im nahegelegenen gotischen Viertel (dabei handelt es sich nicht um die Sagrada Familia, die ebenfalls Gaudís Genie entsprang).
Lohnt sich ein Besuch im Palau Güell?
Der Palau Güell ist eine Inspiration für alle Architekturfreunde und Gaudí-Fans. Jeder Besuch in einem von Gaudí entworfenen Gebäude gewährt Einblick in das Genie des größten Architekten, den Barcelona hervorgebracht hat und als eines seiner früheren Werke war der Palau Güell eine wichtige Stufe seiner Entwicklung.
Der Palau Güell zeigt deutlich wie Gaudí es verstand, den zur Verfügung stehenden Raum optimal zu nutzen. Außerdem war er ein Meister darin, natürliches Tageslicht zu manipulieren, was in dem etwas engen Palau Güell allerdings nicht so zur Geltung kommt wie in anderen Werken (allerdings fiel mein Besuch auf einen bewölkten Wintertag).
Nebenbei erhält man einen Einblick in das Leben und Denken einer der einflussreichsten Persönlichkeiten jener Zeit und der bürgerlichen Oberschicht von Barcelona im Allgemeinen. Mir persönlich fehlten die Möbel in den einzelnen Räumen, ohne die nur der Audioführer Aufschluss darüber gibt, wo man sich gerade befindet.
Entscheidet ihr euch für einen Besuch des Palau Güell, würde ich mich freuen, wenn ihr eure Online-Tickets über den folgenden Link kauft. So könnt ihr diesen Blog und meine Arbeit unterstützen 🙏.
Weitere Bauwerke von Gaudí
Wen der orientalische Stil des Palau Güell anspricht, findet diesen noch ausgeprägter in der Casa Vicens, das auch als Gaudís erstes Haus bezeichnet wird.
Die wunderschöne Torre Bellesguard vereint den mittelalterlichen mit dem modernistischen Baustil und gibt Einblick in die Geschichte von Barcelona.
Ausgereifter als der Palau Güell und im typischen naturalistischen Gaudí-Stil sind seine berühmtesten Häuser Casa Milà und Casa Batlló. Beide sollte man zumindest von außen gesehen haben.
Natürlich kann man nicht nach Barcelona reisen, ohne die Sagrada Familia besichtigt zu haben. Die Basilika war das Lebenswerk des großen Architekten, auch wenn es bis heute noch unvollendet ist.
Und natürlich ist da noch das bekannteste Bauprojekt von Eusebi Güell und Antoni Gaudí, der Park Güell, in den beide Männer ihr ganzes Herz steckten.

