Banksys provokative Graffiti-Kunst hat längst Kultstatus erreicht und nicht nur die Straßen, sondern auch Museen und Kunstgalerien erobert.
In einer permanenten Ausstellung im Banksy Museum Barcelona erlebt man die komplette schöpferische Reichweite des mysteriösen Street Artist, ohne dabei um die Welt reisen zu müssen.
Natürlich handelt es sich bei den Werken im Banksy Museum Barcelona nicht um Originalwerke, aber die Graffitis sind so gut in Szene gesetzt, dass sie ihre politischen Botschaften genauso ausdrucksstark vermitteln und dabei die Seele berühren wie die Originale.
Who the f... is Banksy
"Banksy" wurde mit seiner Street Art weltberühmt, aber die wahre Identität des Künstlers ist und bleibt ein Rätsel.
Was man von Banksy weiß oder zu wissen glaubt, ist, dass er vor c.a. 50 Jahren in Bristol, England, geboren wurde und dort Mitglied einer Graffiti-Gang war. Banksy spezialisierte sich auf Stencil und mit einer Sprühdose und einer Schablone bewaffnet kämpft der geheimnisumwobene Graffitiman gegen soziale Ungerechtigkeit und regt mit seinen Werken zum Nachdenken und Schmunzeln an.
Street Art im Museum
Wie jeder Street Artist, der etwas auf sich hält, bevorzugt Banksy es, seine Kunst an öffentlich Orten zur Schau zu stellen, wo sie mit ihren Aussagen die größte Wirkung haben.
Seine Werke sind auf der ganzen Welt verteilt zu finden, aber anstatt die Graffiti empört wegzuschrubben, werden sie von Hausbesitzern und Gemeinden heutzutage mit schützenden Materialien überzogen, um sie so lange wie möglich zu konservieren.
Trotzdem werden die Werke Opfer von Wetter, Vandalismus und sogar Raub. Kunsthändler schlagen Nutzen aus den fehlenden Urheberrechten der illegalen Graffiti-Kunst und tragen ganze Mauern ab, um mit Banksys Werken enorme Profite einzusacken.

Auch die Ausstellungen mit kopierten Werken Banksys, die überall wie Pilze aus dem Boden sprießen, sind nicht vom Künstler autorisiert. Das ist eben der Nachteil, wenn man seine Identität nicht preisgeben will.
Copyright is for losers
Banksy
Um Branding muss Banksy sich also selbst nicht kümmern und er ist alles andere als ein hungerleidender Künstler. Seine limitierten Drucke, die er hin und wieder mal Online verkauft, gehen weg wie heiße Semmeln und das geschätzte Jahreseinkommen des Künstlers liegt bei 20 Millionen Dollar im Jahr.
Seine neuen Werke kündigt der Künstler mittlerweile auf Instagram an und rührt so nochmal kräftig die eigene Werbetrommel.
Wie kommt man zum Banksy Museum
Adresse:
Carrer Trafalgar 34
08010 Barcelona
- Metro Linie 1 + 4 (Station Urquinaona)
- Bus: Linie 19, 120, H16, N4 (Station Trafalgar Bruc)
Das Banksy Museum befindet sich im Stadtteil Born, c.a. 8 Minuten zu Fuß von der Plaça Catalunya entfernt und unweit des Palau de la Música Catalana.
Öffnungszeiten
Montag - Sonntag
10 - 20 Uhr
Letzter Eintritt 19:15 Uhr
Donnerstags
10 - 21 Uhr
Letzter Eintritt 20:15 Uhr

Man sollte c.a. 50 - 60 Minuten für die Besichtigung einplanen. Denker, die die Gelegenheit nutzen möchten, um vor jedem Werk mit gerunzelter Stirn über den Sinn des Lebens nachzudenken (davon sind immer einige unterwegs) können etwas mehr Zeit einkalkulieren.
Ticketpreise
Standard Eintritt: 14 EUR
Ermäßigter Eintritt*: 11 EUR
Kinder bis 5 Jahre: Gratis
*Senioren über 65 Jahre, Kinder und Jugendliche von 6 bis 25 Jahre und Studenten.
Online-Tickets für das Banksy Museum könnt ihr über GetYourGuide kaufen. So erhalte ich eine kleine Kommission und ihr unterstützt meine Arbeit 🙌🏻. Für euch ändert sich der Preis dadurch nicht.
Die Online Tickets werden sofort auf eure E-Mail Adresse geschickt und können direkt auf dem Smartphone vorgezeigt werden. Die Tickets sind für den gesamten Tag innerhalb der Öffnungszeiten gültig.

Die Ausstellung im Banksy Museum Barcelona
Auf drei Stockwerken verteilt sind im Banksy Museum Barcelona insgesamt 130 Werke des britischen Graffiti-Künstler ausgestellt, die er im Laufe von über 30 Jahren schuf.
Die Ausstellung beginnt im Erdgeschoss, mit (Kopien von) Werken, die Banksy in seiner Heimat England anfertigte. Im Obergeschoss findet man Kreationen, die er in Frankreich und Italien schuf und im Untergeschoss sind Graffitis ausgestellt, die in der Ukraine und in den USA angefertigt wurden. Ein ganzer Raum ist dem Konflikt zwischen Palästina und Israel gewidmet.

Selbst das lange, schmale Patio des Wohnhauses wurde genutzt, um jeden letzten Zentimeter mit symbolträchtigen Zeichnungen zu besprühen und auf dem bereitgestellten Sofa bietet sich die Gelegenheit, eine kleine Verschnaufpause einzulegen.
Unter den Werken befinden sich Publikumslieblinge wie Girl with Balloon, Laugh now und Flower Power, aber auch einige unbekanntere Werke.
Dabei wurden viele Kunstwerke nicht einfach nur an einen Haken gehängt, sondern wie die Originale auf der Straße mit Graffiti-Schablonen auf die Wände gesprüht und mit dekorativen Elementen versehen, die der Ausstellung mehr Authentizität verleihen.
Jede Kreation regt zum Nachdenken an und auf den Infotafeln findet man Erklärungen auf Katalanisch, Spanisch, Englisch und Französisch darüber, wann und wo die Originalwerke zum ersten Mal aufgetaucht sind.


Im letzten Raum des Museums befindet sich, wie sollte es anders sein, das Souvenir-Geschäft, wo Banksy Fans sich mit Postern, Magneten und anderem Merchandise abdecken können.
Lohnt sich das Banksy Museum
Konsum- und gesellschaftskritische Street Art in einem kommerziellen Museum, passt das überhaupt zusammen?
Wer die Jagd nach Straßenkunst durch zwielichtige Stadtgebiete und den damit verbundenen Nervenkitzel sucht, wird beim Gedanken an domestizierte und kopierte Straßenkunst verächtlich die Nasen rümpfen.
Die meisten werden aber die relative Sicherheit in den klimatisierten Räumen eines Wohnhauses in Barcelona einem Abstecher in ein Krisengebiet vorziehen, ohne sich groß daran zu stören, dass es sich nicht um Originalwerke handelt.
Das Banksy Museum Barcelona hält genau das, was es verspricht und bietet mit gut in Szene gesetzten Kopien des Street Art Künstlers einen guten Einblick in Banksys Schaffen. Man muss kein Kunstkenner sein, um Banksys Werke zu verstehen und ein Herz aus Stein haben, um beim Anblick des Girl with Balloon in Überlebensgröße nichts zu empfinden.
Fazit: Ein Besuch im Banksy Museum Barcelona lohnt sich und lässt sich dank der zentralen Lage und relativ kurzen Besichtigungsdauer leicht in jedes Programm schieben.
Alternativen zum Banksy Museum
Wer die Originalwerke zeitgenössischer Künstler bevorzugt, sollte dem Moco Museum einen Besuch abstatten. Von Andy Warhol und Keith Haring bis Robbie Williams sind im Moco Museum eine gute Mischung aus Werken vertreten, unter anderem die Skulptur Bullet Hole Bust von Banksy, die einst Brangelinas gemeinsame Villa zierte.
Wahre Kunstkenner kommen um einen Besuch im Picasso Museum nicht herum, wo hauptsächlich Stücke aus seiner früheren Schaffenszeit ausgestellt sind, die er in Barcelona und Paris verbrachte.
Beide Museen befinden sich im selben Stadtteil wie das Banksy Museum und können zu Fuß in c.a. 10 Minuten erreicht werden.

