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Sozialversicherung und Krankenversicherung in Spanien

Wer in Barcelona und Spanien legal arbeiten möchte, benötigt, abgesehen von der NIE, zwingend eine Sozialversicherungsnummer (Número de Afiliación a la Seguridad Social, kurz NAF) um die obligatorischen Sozialabgaben zu leisten und im Gegenzug Anspruch auf Sozialleistungen zu erhalten.

So funktioniert das spanische Sozialversicherungssystem

Die Leistungen des gesetzlichen Sozialversicherungssystems – Kranken-, Renten- und Pflegeversicherung sowie Arbeitsamt – werden von der INSS (Instituto Nacional de la Seguridad Social), also vom Nationalen Institut der Sozialen Sicherung vereint.

Der Arbeitgeber ist verpflichtet, jeden Angestellten spätestens am Tag von Arbeitsbeginn bei der Sozialversicherung mit dessen Sozialversicherungsnummer anzumelden (“dar de alta en la seguridad social”). Ab diesem Zeitpunkt werden vom Arbeitgeber und -nehmer monatliche Sozialabgaben vom Gehalt abgeführt, die den Arbeitgeber gegen Arbeitslosigkeit und Arbeitsunfähigkeit, sowie im Rentenalter versichern.

Man muss ein Minimum an Tagen in Spanien gearbeitet und in das Sozialsystem eingezahlt haben, um Anspruch auf manche Leistungen zu erhalten, z.B. 180 Tage um Krankengeld zu kassieren, oder 360 Tage um Arbeitslosengeld zu erhalten.

Solltest du noch keine Sozialversicherungsnummer haben, nehmen viele Arbeitgeber (vor allem internationale Firmen und Call Center) die Beantragung der Sozialversicherungsnummer zeitgleich mit der Anmeldung für dich vor.

Ansonsten kannst du die Nummer selbst bei der Tesorería General de la Seguridad Social (TGSS) beantragen, die in Barcelona mehrere Büros haben.

Beantragung der Sozialversicherungsnummer in Barcelona

Auf dieser Webseite kannst du herausfinden, welches Büro der TGSS für deinen Bezirk zuständig ist.

Generell haben die Büros Mo-Fr zwischen 09 und 14 Uhr geöffnet. Es empfiehlt sich, so früh wie möglich zu erscheinen, um lange Schlangen zu vermeiden. Am Informationsschalter bzw. am Automaten zieht man eine Wartenummer, ein Termin ist nicht notwendig.

Dokumente, die benötigt werden, im Original plus Kopie:

  • NIE-falls vorhanden (ab 3 Monaten in Spanien Pflicht). Ansonsten kann die Sozialversicherungsnummer auch ohne NIE beantragt werden
  • Personalausweis oder Reisepass
  • ausgefülltes TA-1 Formular (wird im Sozialbüro am Informationsschalter ausgegeben, Kopie nicht notwendig)
  • Arbeitsvertrag oder Nachweis über Arbeit. Offiziell nicht zwingend notwendig, aber hilfreich

Generell empfiehlt es sich immer, soviele Dokumente wie möglich mitzubringen, auch wenn offiziell Ausweis und TA-1 Formular ausreichend sein sollten.

Man sollte meinen, die selben Bestimmungen gelten in allen Büros und für alle Mitarbeiter, aber laut Erfahrungsberichten bestehen manche Beamte auf einen Arbeitsvertrag und andere wiederum auf eine spanische Telefonnummer oder Postadresse. Lass dich nicht grundlos abwimmeln, im Notfall musst du ein anderes Sozialbüro aufsuchen, welches toleranter ist.

Die gesetzliche Krankenversicherung in Spanien

Ist man bei der Seguridad Social angemeldet, hat man Anspruch auf ärztliche und medizinische Versorgung in den öffentlichen Gesundheitszentren (CAP) und Krankenhäusern (Hospital Público) in Barcelona.

Um diese Leistungen, wie z.B. Arztbesuch und vergünstigte Medikamente, in Anspruch zu nehmen und die Versicherungskarte (Tarjeta Sanitaria Individual) zu erhalten, muss man sich in dem für seinen Bezirk zuständigen Gesundheitszentrum, dem CAP (Centro de la Atención Primaria), registrieren. In ländlicheren Gebieten sind die Consultores Locales  -CL-  zuständig.

Benötigte Dokumente zur Anmeldung im CAP und Beantragung der Krankenversicherungskarte:

  • NIE und/oder Reisepass
  • Aktuelles (nicht älter als 3 Monate altes) “Certificado de Empatronamiento”, also das Zertifikat über Registrierung des Wohnsitzes im Rathaus (Ayuntamiento)
  • Kopie des Dokuments über Zugehörigkeit zur Seguridad Social

Man erhält sofort eine vorläufige Krankenversicherungskarte aus Papier, die eigentliche Versicherungskarte aus Plastik wird per Post geschickt.

Diese Karte zeigt man dann bei jedem Arztbesuch vor, auch bei Terminvereinbarung wird nach der auf der Karte stehenden Nummer gefragt.

Bei Registrierung im CAP wird einem ausserdem ein Hausarzt (Médico de Cabecera) zugewiesen, zu dem man nach Terminvereinbarung geht wenn man gesundheitliche Probleme hat. Bei Notfällen, Akuten Krankheiten und/oder Krankschreibung für den selben Tag geht man direkt ins CAP zu Urgencias. Alle Einzelheiten findest du im Artikel Das spanische Gesundheitssystem.

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