Der mit Tauben gefüllte Platz im Zentrum von Barcelona.

Plaça de Catalunya

Alle Wege führen zum Plaça Catalunya, zumindest in Barcelona

Metro: L1  L3
FGC: L6 L7 S1 S2 S5 S55
RENFE: RG1 R1 R3 R4

 

Durch seine Lage im Herzen Barcelonas ist der Plaça de Catalunya, oder umgangssprachlich auch nur Plaça Catalunya, der meistbesuchte Platz der Stadt und idealer Ausgangspunkt um das Stadtzentrum zu erkunden.

Viele Sehenswürdigkeiten sind vom Plaça Catalunya zu Fuss oder mit den hier vernetzten, öffentlichen Verkehrsmitteln wie Metro, Zug und Ferrocarril zu erreichen. Auch alle wichtigen Busse (neben öffentlichen Bussen und Nachtbussen der Aerobus und die Hop-On-Hop-Off Busse) haben hier eine Haltestelle.

Der Platz hat selbst nicht viel Sehenswertes zu bieten, das Auffälligste hier sind, abgesehen von Hunderten von Tauben, zwei Springbrunnen.

Gaudí's Brunnen auf dem Plaça Catalunya

Es existiert eine Skizze eines monumentalen Brunnens, welche von Antoni Gaudí 1877 während seiner Studentenzeit angefertigt wurde.

Er visualisierte einen über 50 Meter hohen Brunnen in der Mitte des Plaça Catalunya, der Plan war jedoch nur Teil eines Projekts der Universität und wurde nie realisiert.

Die Idee kam Gaudí vermutlich 1875, während er als Gehilfe beim Bau eines anderen monumentalen Brunnens, dem von Josep Fontseré geschaffene Brunnen im Park Ciutadella, mitwirkte.

Gesäumt wird der Plaça Catalunya von Geschäften und Banken, östlich hat das berühmte Kaufhaus El Corte Inglés eine Filiale, wo man alles findet von Kleidung, Büchern, Parfüm und Make-up, bis zu Gourmet-Lebensmitteln. In Richtung der Rambla befindet sich das Hard Rock Café Barcelona.

Ebenfalls am Plaça Catalunya, gegenüber des Kaufhauses El Corte Inglés, ist ein Touristen Informationszentrum beherbergt, sowie eine Polizeistation, diese befindet sich zwischen den Brunnen, die Treppe hinunter.

Natürlich wimmelt es in der Umgebung des Plaça Catalunya von Restaurants, Bars und Cafés, unter anderem das bekannte Café Zürich. Aufgrund des Laufverkehrs und der Beliebtheit bei Touristen zahlt man hier aber deutlich mehr als in anderen Stadtvierteln oder etwas abseits des Plaça Catalunya oder der Ramblas.

Nur wenige Meter südlich des Plaça Catalunya beginnt die berühmteste Strasse Barcelona’s, die Rambla de Catalunya, welche bis zum Hafen und Barceloneta führt. Östlich der Rambla, vom Hafen kommend, liegt das alte, gotische Stadtviertel und westlich der alternativ angehauchte Stadtteil Raval. Parallel zur Rambla führt die Avinguda del Portal de l’Ángel ins Herz des Barri Gòtic.

Nördlich erstreckt sich eine weitere berühmte Strasse von Barcelona, die von Modegeschäften gesäumte Prachtstrasse Passeig de Gràcia. Zu Fuss gelangt man über den Passeig de Gràcia in c.a. 10 Minuten zur Casa Batlló und in 15 Minuten zur Casa Milà.

Geschichte des Plaça de Catalunya

Vor Abriss der Stadtmauer

1844 wurden in der Tageszeitung von Barcelona erstmals Pläne eines halbrunden Platzes auf dem Gebiet auf dem sich heute der Plaça de Catalunya befindet erwähnt. Bis zur Einweihung des Platzes vergingen 85 Jahre.

Bis 1854, als Barcelona noch von einer Stadtmauer umgeben war, lag das Gebiet ausserhalb dieser Mauer, an einem der Haupttore und verkehrsreichsten Wegen der Stadt. Von hier brachen Händler mit ihren Fuhrwerken auf ihrem Weg in den Norden auf, um ihre Waren bis nach Girona und Frankreich zu transportieren.

Durch seine Nähe zu den umliegenden Dörfern (die heutigen Stadtteile), war das Gelände immer schon ein Knoten- und Treffpunkt und wurde als Veranstaltungsort für Märkte und Festlichkeiten genutzt, für die innerhalb der Mauern in der wachsenden Stadt mit ihren engen Gassen nicht genügend Platz war.

Nach Abriss der Stadtmauer

Nach Abriss der Stadtmauer begann die Erschliessung des Stadtteils Eixample, der „Erweiterung“ des alten Stadtkerns. Nach den Plänen des verantwortlichen Ingenieurs Ildefonso Cerdá war ursprünglich kein Platz auf dem Grundstück, auf dem heute der Plaça Catalunya angelegt ist, vorgesehen. Cerdá visualisierte das neue Zentrum von Barcelona am heutigen Plaça de les Glòries Catalanes.

In den kommenden Jahren diente das staubige Gelände weiterhin als sozialer Treffpunkt der Einwohner von Barcelona und Umgebung und es liessen sich Wanderbuden, Verkaufsstände, Scharlatane und über 16 Jahre sogar ein Zirkus dort nieder.

1889 genehmigte die spanische Regierung die Pläne der Stadtverwaltung von Barcelona für die Urbanisierung des Platzes, welcher bereits als Plaça de Catalunya bekannt, aber aufgrund mangelnden Schattens und Sitzgelegenheiten nicht sehr einladend war. Es vergingen nochmal 9 Jahre bis die genauen Dimensionen für den geplanten Platz festgelegt waren.

Die erste Etappe der Urbanisierung des Plaça Catalunya begann 1902 mit dem Bau zweier sich kreuzenden Strassen und einem runden Platz im Schnittpunkt.

Mit Hinblick auf die Weltausstellung 1929 wurde 1924 die erste Metrolinie eingeweiht, die heutige Linie L3 welche den Plaça Catalunya mit dem Plaça de Lesseps im Stadtteil Gracia verband.

1925 wurde der erste Brunnen gebaut, La Font dels Sis Putti, welcher die Geburt der Venus thematisiert und 1927 wurde der Plaça de Catalunya offiziell eingeweiht.

Für die Weltausstellung wurde der Plaça Catalunya mit Statuen verziert, u.a. der Deessa von Clará, welche von einigen puristen Bürgern als moralisch anstösslich empfunden wurde, etwas später wurde die Blösse der „Göttin“ vom Franco Regime sogar einige Zeit bedeckt.
Heute steht eine Kopie der verruchten Skulptur auf dem Plaça de Catalunya, das Original kann seit 1982 im Rathaus von Barcelona bewundert werden.

Im Rücken der Deessa steht eine weitere berühmte Skulptur, ein Monument in Gedenken an Francesc Macià, einem katalanischen Politiker und Unabhängigkeitskämpfer, zum Anlass der wiedergewonnenen Selbstständigkeit der Region Katalonien 1977.

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