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Die Statue eines Heiligen im Inneren der Sagrada Familia.

Die Wunder des Antoni Gaudí

Wer die Gaudi’s Sagrada Familia in Barcelona das erste Mal sieht, wird von ihrem ungewöhnlichen Anblick in Staunen versetzt. Ob sie einem nun gefällt oder nicht, die Kirche ist ein architektonisches Wunder.

Auch andere wundervolle Werke wie der der Park Güell, die Casa Milà, Casa Batllò und die Casa Vicens hat Gaudí zu Lebzeiten geschaffen, sie alle stehen auf der Liste der UNESCO Kulturerbe und gehören zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten in Barcelona.

Aber das sind nicht die Wunder, von denen wir hier sprechen wollen.

Gaudí – Sein Leben, Tod und Leben nach dem Tod

Foto eines circa dreissigjährigen Gaudi.

Antoni Gaudí war ein bescheidener und kultivierter Mann, der sich für das Wohlbefinden der Arbeiterklasse einsetzte.

In jungen Jahren war er als modebewusster Dandy bekannt, der das gesellschaftliche Leben von Barcelona in vollen Zügen genoss.

Nach mehreren Schicksalsschlägen und nachdem er von der Frau die er liebte zurückgewiesen wurde, suchte er spirituelle Erfüllung in der Religion und im Mystizismus.

Foto eines Gaudi mit weissem Bart und weissen Haaren.

Über die Jahre zog er sich immer mehr zurück und wurde exzentrisch und eigenbrötlerisch.

Seine Hingabe zum Bau der Sagrada Familia trug ihm die Bezeichnung “Architekt Gottes” ein. Gaudí sah Gott in dessen Meisterwerk, der Natur und übertrug dies auf alle seine Werke.

Der katalanische Architekt lebt auch nach seinem Tod in der kollektiven Erinnerung von Barcelona weiter und hat sich mit seiner Sagrada Familia und anderen Bauwerken selbst in der Geschichte verewigt

Nun kämpft der Verein zur Seligsprechung von Antoni Gaudí darum, den Architekten auch in den heiligen Schriften von Rom unsterblich zu machen.

Tod eines Bettlers und Beerdigung eines Königs

1962 wurde Gaudí auf dem Weg von der Sagrada Familia in seine Stammkirche Sant Felip Neri im Herzen von Barcelona von einer Strassenbahn angefahren und blieb schwer verletzt und bewusstlos am Boden liegen.

Schaulustige erkannten den stadtberühmten Architekten aufgrund seines schäbigen bzw. bescheidenen Aussehens nicht und hielten ihn für einen Obdachlosen.

Schliesslich kam ihm ein Polizist pflichtbewusst zu Hilfe und forderte einen widerwilligen Taxifahrer auf, den bewusstlosen Vagabunden ins nächste Krankenhaus zu bringen.

Erst einige Stunden später wurde der Bettler als Antoni Gaudí identifiziert und erlag 3 Tage später seinen tödlichen Wunden.

Ganz Barcelona trauerte um den stadtbekannten Architekten und Tausende begleiteten Gaudí bei seinem letzten Gang in einer massiven Begräbnisprozession zu seiner letzten Ruhestätte in der Sagrada Familia.

Heute liegen die sterblichen Überreste von Antoni Gaudí in der Krypta der Sagrada Familia begraben.

Seliger im Leben nach dem Tode

1992 wurde der Verein zur Beatifikation von Antoni Gaudí gegründet, der sich seitdem im Vatikan für die Seligsprechung des Architekten einsetzt.

In einer Biographie wird auf 1200 Seiten basierend auf Zeugnissen, Erinnerungen und Anekdoten von Bekannten des Architekten, wird dessen vorbildlicher Lebenswandel, Gottesfürchtigkeit und Heiligkeit bezeugt.

Ein Wunder muss her

Gottesfürchtigkeit und Vorbildlichkeit reichen aber leider nicht aus. Bei Kandidaten für eine Seligsprechung die kein Martyrium erlitten haben, also aufgrund ihres Glaubens gestorben sind, muss ein Wunder her. Genauer gesagt ein Wunder, das sich auf Fürsprache von Gaudí ereignet haben soll.

Ein solches Wunder beglaubigt eine Frau aus Reus, der Geburtsstadt Gaudí’s. Sie bezeugt, dass Gaudí sie betend von einem diagnostizierten Grauen Star im Auge befreite, nachdem sie ihn in ihrer Verzweiflung darum bat.

Ein weiteres Wunder soll sich in einem Küstenort von Barcelona ereignet haben, wo ein Nachbar Gaudi’s die Heilung eines blutigen Geschwürs mit dem Architekten in Verbindung brachte.

Diese und weitere Wunder und Wunderlein muss der Vatikan nun beurteilen und deren Authentizität prüfen. Sollte sich die Kongregation für Selig- und Heiligsprechungsprozesse davon beeindruckt zeigen und mit Mehrheit für eine Seligkeit sprechen, wird der Antrag an den Papst weitergeleitet, welcher das letzte Wort hat. Denn nur der Papst kann Gaudí auf die immer längere Liste von Seligen und Heiligen setzen und die Beatifikation vornehmen.

Und was passiert nach der Seligsprechung?

Sollte dem Antrag stattgegeben und Antoni Gaudí selig gesprochen werden, kann er öffentlich verehrt und um Fürbitte bei Gott angerufen werden. Im Falle eines Seligen gilt das regional, für ein Land oder eine Gemeinschaft. Um Anerkennung in der gesamten Weltkirche zu erlangen, müsste Gaudí heilig gesprochen werden.

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